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Die starke Erholung am US-Aktienmarkt hat auch vor der Aktie von PayPal nicht Halt gemacht - mit positiven Folgen für das Chartbild.
PayPal: Underperformer auf dem Weg der Besserung
Gegenüber dem Jahreswechsel notiert die Aktie des Bezahldienstleisters PayPal mit einem Minus von 15,1 Prozent. Das ist angesichts der Tatsache, dass der US-Gesamtmarkt nach der steilen Erholung in den vergangenen Tagen gegenüber dem Jahresauftakt das Vorzeichen gewechselt hat, eine deprimierende Bilanz.
Nichtsdestotrotz dürften viele Anlegerinnen und Anleger erleichtert sein, denn zeitweise fiel das Minus noch sehr viel höher aus, nachdem die PayPal-Aktie nach dem letzten, katastrophal verlaufenen Quartalsbericht auf neue Mehrjahrestiefs abgestürzt war.

Aktie blieb zuletzt trotz Erholung unter dem Radar
Aus den zwischenzeitlichen aufgekommenen Übernahmegerüchten wurde zwar nichts. Zumindest ist es um einen möglichen Deal still geworden. Nichtsdestotrotz konnte sich das Papier in den vergangenen Wochen trotz des Iran-Krieges erholen. Vor allem die moderaten Bewertungskennzahlen dürften für Interesse gesorgt haben. Inzwischen gelangen, von vielen Anlegerinnen und Anlegern unbemerkt, erste prozyklische Kaufsignale.

Kursanstieg liefert gleich zwei Kaufsignale
Übergeordnet befindet sich die PayPal-Aktie nach ihren Allzeithochs jenseits der 300-Dollar-Marke auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie in einem mehrjährigen Abwärtstrend. Dieser wurde durch das Mehrjahrestief bei 38,46 US-Dollar nach dem letzten Quartalsbericht bestätigt. Solche markanten Tiefs stellen technische Verkaufssignale dar.
Dieses konnte sich im Februar jedoch nicht durchsetzen, da die Anteile mit Blick auf den Relative-Stärke-Index (RSI) stark überverkauft waren. Deshalb startete ein Erholungstrend, der durch die zwischenzeitlichen Übernahmegerüchte beschleunigt wurde. Vom Iran-Krieg zeigte sich das Papier insofern unbeeindruckt, als dass die einsetzende Konsolidierung überwiegend seitwärts im Bereich von 45 US-Dollar verlief.
Das rasche Sinken der 50-Tage-Linie hatte nun zur Folge, dass es für die PayPal-Aktie zum Wochenauftakt ein Leichtes war, diese zu überwinden. Damit liegt ein erstes prozyklisches Kaufsignal vor. Für sogar ein zweites sorgt, dass der Trendstärkeindikator MACD über seine Nulllinie geklettert ist. Dieser zeigt damit einen neuen Aufwärtstrend der Aktie an.
Da PayPal gleichzeitig die Abwärtstrendlinie der vergangenen 5 Monate überwinden konnte, dürfte der Weg in Richtung 60 US-Dollar und 200-Tage-Linie grundsätzlich frei sein. Ein Sprung über diesen Widerstandsbereich würde ein weiteres, großes Kaufsignal bedeuten, und könnte mittel- und langfristig sogar für eine übergeordnete Trendwende sorgen.
RSI fortgeschritten, Konsolidierung könnte nötig sein
Allerdings sollten Anlegerinnen und Anleger ihre Kurserwartungen zumindest kurzfristig dämpfen, denn das Kaufsignal im Chart benötigte einen großen Kraftaufwand, sodass der RSI im fortgeschrittenen Bereich angelangt ist. Das könnte für höhere Notierungen zunächst eine weitere Konsolidierung nötig machen.
Diese vollzieht sich entweder wie zuletzt seitwärts oder testet die jüngst etablierte Aufwärtstrendlinie sowie den Sprung über 50-Tage-Linie noch einmal. In diesem Fall bestünde für Investoren nochmal die Chance zu einem günstigen Einstieg.
Fazit: Chart verbessert, aber ohne starke Zahlen wird das nichts
Was die mittelfristige Kursentwicklung betrifft, hängt neben dem Chart einiges auch vom kommenden Quartalsbericht ab, der voraussichtlich am Dienstag, den 05. Mai veröffentlicht wird. PayPal hatte im vergangenen Vierteljahr eine sogenannte Kitchen-Sink-Guidance vorgelegt, also so tief wie nur irgendwie möglich gestapelt, um dem neuen CEO rasch einen ersten Erfolg mit Zahlen über den unternehmenseigenen Erwartungen zu verschaffen.
Davon dürften sich Investoren jedoch kaum blenden lassen, wenn das Unternehmen wieder nur ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich und ein Gewinnergebnis unter den Erwartungen vorlegt. Mit Blick auf die nackten Kennzahlen ist die Aktie angesichts eines KGVe von 9,3, einem Kurs-Gewinnwachstumsverhältnis (PEG) von 1,12 und einer sagenhaften Cashflow-Rendite von 15,9 Prozent jedoch unverändert attraktiv.
Gastautor: Max Gross

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