ATHEN (dpa-AFX) - Der Präsident der Eurogruppe, Kyriakos Pierrakakis, hat sich für eine stärkere energiepolitische Zusammenarbeit in Europa ausgesprochen. Der Aufbau einer Energieunion werde nicht nur die Versorgungssicherheit verbessern, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit stärken, sagte Pierrakakis nach Angaben seines Büros in Athen bei der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Washington.
Rückblick auf frühere Energiekrisen und aktuelle Herausforderungen
Die Reaktionen auf die Ölkrise in den 1970er-Jahren hätten die heutige Welt entscheidend geprägt, erklärte er weiter. Heute stehe Europa mit der Krise um die Straße von Hormus vor einer vergleichbaren Herausforderung. Eine Energieunion sei die wichtigste Maßnahme zur Bewältigung dieser Krise.
Zugleich verwies der Präsident der Eurogruppe auf strukturelle Probleme im Energiesystem: Europa importiere noch immer rund 57 Prozent seiner Energie und bleibe damit anfällig für externe Schocks. Gleichzeitig stammten etwa 47 Prozent der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Um das System widerstandsfähiger zu machen, seien deutlich höhere Investitionen nötig - vor allem in Stromnetze, Energiespeicher und grenzüberschreitende Verbindungen. Insgesamt würden dafür rund 580 Milliarden Euro benötigt./tt/DP/nas
