DJ PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen
Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
RAUMFAHRT-CHIPS - Die Nachfrage nach Halbleitern für die KI hat dafür gesorgt, dass Hersteller wie Nvidia inzwischen zu den wertvollsten Konzernen der Welt gehören. Vergleichsweise unbemerkt entsteht parallel zu diesem Aktienboom gerade ein anderer Milliardenmarkt: Satellitenchips. Die kurze Lebensdauer von Satelliten sorgt für hohe Nachfrage. "Dank der neuen privaten Raumfahrtunternehmen steigen die Volumina", sagt Vincent Fraisse. Der Manager verantwortet beim französisch-italienischen Chiphersteller STMicroelectronics unter anderem das Geschäft im All. Elon Musks Weltraumkonzern SpaceX beliefert das Unternehmen zwar schon seit mehr als zehn Jahren. Aber so richtig abheben dürften die Umsätze erst jetzt. Denn SpaceX, das noch immer als wertvollstes Start-up der Erde gilt, strebt an die Börse. (Handelsblatt)
FCAS - Bei dem deutsch-französischen Kampfflugzeugprojekt FCAS ist auch ein letzter Vermittlungsversuch gescheitert. Die Mediatoren haben keine Einigung erzielt, wie das Handelsblatt aus mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen erfuhr. Es soll sogar zwei verschiedene Ergebnisberichte geben. Ende kommender Woche will Bundeskanzler Friedrich Merz den französischen Präsidenten Emmanuel Macron treffen. FCAS sieht die Entwicklung eines gemeinsamen Kampfjets, unbemannter Begleitdrohnen und einer sogenannten Combat Cloud vor, die die Systeme miteinander vernetzt. An dem Projekt ist neben Deutschland und Frankreich auch Spanien beteiligt. Seit Monaten geht es nicht voran, weil der Chef des französischen Flugzeugbauers Dassault, Eric Trappier, eine Führungsrolle für sein Unternehmen verlangt. (Handelsblatt)
EZB - Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte die Leitzinsen frühestens im Juni erhöhen. Es gehe darum, die Folgen hoher Öl- und Gaspreise für die Wirtschaft genauer zu bewerten, sagte EZB-Chefvolkswirt Philip Lane in Washington. "Aber zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine entscheidenden Informationen." Lanes Einschätzung ist relevant, weil er dem EZB-Rat Vorschläge erteilt. Der nächste Beschluss des EZB-Rats steht am 30. April an. Investoren haben umgeschwenkt und erwarten nun, dass die EZB die Leitzinsen vorerst unverändert lässt. (Handelsblatt)
KEROSIN - Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sieht keine Gefahr eines Kerosinmangels in Deutschland. "Trotz geopolitischer Spannungen und Preissteigerungen bei Öl, Gas, Kraftstoffen und anderen Produkten ist die physische Energieversorgung Deutschlands aktuell gesichert", teilte eine Sprecherin des Ministeriums am Samstag mit. Das Ministerium nehme die Sorgen der Luftfahrtbranche ernst: "Für Montag hat das BMWE gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium alle Stakeholder - Versorger, Flughäfen, Airlines und Verbände - zu einem Gespräch eingeladen." (FAZ)
SOFTWARE - Unter Investoren geht die Angst um, dass die rasante Entwicklung von KI-Modellen die Geschäftsmodelle von Softwarefirmen gefährden könnte. Während die Unternehmenswerte von KI-Entwicklern wie Anthropic oder OpenAI nach oben schnellen, werden konventionelle Softwareunternehmen an der Börse abgestraft. Eine Auswertung des Datenanbieters Pitchbook zeigt, dass dieses Jahr in Deutschland (Stand 14. April) bislang nur 24 Softwarefirmen im Gesamtwert von rund 1 Milliarden Euro von Private Equity übernommen worden sind. Ohne eine spürbare Marktbelebung in der zweiten Jahreshälfte, ergäbe das auf das Gesamtjahr hochgerechnet weniger als 100 Software-Deals bei einem Gesamtvolumen von lediglich 4 Milliarden Euro. Das wären rund 30 Prozent weniger Übernahmen im Vergleich zum Vorjahr und ein Volumenrückgang von fast 60 Prozent. (Börsen-Zeitung)
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April 20, 2026 01:18 ET (05:18 GMT)
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