DJ Sprunghafter Anstieg der Erzeugerpreise im März
Von Andreas Plecko
DOW JONES--Die Erzeugerpreise in Deutschland sind im März gegenüber dem Vormonat um 2,5 Prozent gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, war dies der höchste Anstieg im Vergleich zu einem Vormonat seit August 2022, als ein Plus von 5,4 Prozent verzeichnet wurde. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergab sich ein leichter Rückgang der Erzeugerpreise um 0,2 Prozent. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten eine Steigerung von 1,4 Prozent gegenüber dem Vormonat und einen Rückgang um 1,2 Prozent auf Jahressicht erwartet.
Diese gegensätzliche Entwicklung ist hauptsächlich auf die Volatilität der Energiepreise zurückzuführen. Zwar war Energie im März insgesamt um 3,2 Prozent billiger als im Vorjahresmonat, doch gegenüber dem Februar kletterten die Preise drastisch um 7,5 Prozent nach oben. Dies markiert den stärksten Anstieg der Energiepreise gegenüber einem Vormonat seit August 2022. Insbesondere die Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten hinterließen deutliche Spuren in der Statistik und führten bei fast allen Energieprodukten zu starken Preissteigerungen.
Besonders massiv stiegen die Preise für Mineralölerzeugnisse an. Bei anderen Energieträgern wie Erdgas und elektrischem Strom fielen die Steigerungen im Vormonatsvergleich hingegen vergleichsweise moderat aus, was vor allem auf längerfristige Verträge und bestehende Preisbildungsmechanismen zurückzuführen ist.
Dass die Erzeugerpreise trotz der aktuellen Dynamik im Jahresvergleich noch leicht im Minus lagen, ist primär den Preisrückgängen bei Erdgas und Strom im Vergleich zum März des Vorjahres zu verdanken. Ohne Berücksichtigung von Energie stiegen die Erzeugerpreise im März gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent und im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,3 Prozent.
Bei dieser Statistik werden die Preise ab Fabrik erhoben, also bevor die Produkte und Rohstoffe in den Handel kommen. Die Erzeugerpreise können damit einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Inflation geben. In der Regel schlagen veränderte Erzeugerpreise früher oder später auf den Handel und damit auf die Verbraucher durch.
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April 20, 2026 02:30 ET (06:30 GMT)
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