DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Sprunghafter Anstieg der Erzeugerpreise im März
Die Erzeugerpreise in Deutschland sind im März gegenüber dem Vormonat um 2,5 Prozent gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, war dies der höchste Anstieg im Vergleich zu einem Vormonat seit August 2022, als ein Plus von 5,4 Prozent verzeichnet wurde. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergab sich ein leichter Rückgang der Erzeugerpreise um 0,2 Prozent. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten eine Steigerung von 1,4 Prozent gegenüber dem Vormonat und einen Rückgang um 1,2 Prozent auf Jahressicht erwartet.
Auftragsbestand der deutschen Industrie steigt im Februar
Der Auftragsbestand der deutschen Industrie ist im Februar auf saison- und kalenderbereinigter Basis um 1,0 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Die offenen Aufträge aus dem Inland erhöhten sich um 0,7 Prozent, der Bestand an Aufträgen aus dem Ausland stieg um 1,1 Prozent. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, stieg der Auftragsbestand im Vergleich zum Vorjahresmonat kalenderbereinigt um 7,5 Prozent.
IWF sieht Widerstandsfähigkeit in Asien - trotz Risiken im Nahen Osten
Der Wachstumsausblick für Asien bleibt nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) trotz des Konflikts im Nahen Osten weitgehend intakt. Allerdings stellten die gestiegenen Energiekosten ein zentrales Risiko dar, erklärten Vertreter der Organisation. "Wie sich herausstellt, war 2025 viel besser als erwartet", sagte Thomas Helbling, stellvertretender Direktor der Asien-Pazifik-Abteilung des IWF, in einem Interview.
China lässt Kreditzinssätze wie erwartet weiter unverändert
China hat seine wichtigsten Kreditzinssätze unverändert gelassen. Das unerwartet gute Wirtschaftswachstum im ersten Quartal hat dem Land ausreichend Spielraum verschafft, auf eine aggressive Lockerung zu verzichten. Der einjährige Loan Prime Rate blieb laut Angaben der chinesischen Zentralbank vom Montag bei 3,0 Prozent, der fünfjährige Satz bei 3,5 Prozent. Beide Zinssätze verharren seit Mai letzten Jahres auf diesem Niveau.
Bank of Japan dürfte bei nächster Zinserhöhung vorsichtig vorgehen
Vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten für die globalen Zentralbanken hat Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities seine Prognose für eine Zinserhöhung der Bank of Japan vom bisherigen April auf Juni verschoben. "Die BOJ werde angesichts der begrenzten harten Wirtschaftsdaten, die seit der Eskalation der Spannungen im Nahen Osten zur Verfügung stünden, wahrscheinlich mit Vorsicht vorgehen", meinen die Analysten des Brokerhauses. Dennoch seien die inflationsbereinigten Zinssätze in Japan "extrem niedrig", was den Gouverneur der BOJ, Kazuo Ueda, dazu veranlassen sollte, auf seiner Pressekonferenz in der kommenden Woche für den Fall eines zunehmenden Inflationsdrucks die Bereitschaft zu einer geldpolitischen Straffung zu signalisieren, meinen die Analysten.
Iran droht mit Boykott der Gespräche in Pakistan - Bericht
Der Iran droht nach einem Bericht der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA, den von Präsident Donald Trump angekündigten Gesprächen mit den USA fernzubleiben. Die Nachrichtenagentur verwies auf Washingtons "überzogene Forderungen, unrealistische Erwartungen, ständige Meinungswechsel, wiederholte Widersprüche und die anhaltende Seeblockade", die Teheran als Verstoß gegen das Waffenstillstandsabkommen betrachtet. Der Iran hat bereits zuvor in letzter Minute damit gedroht, Verhandlungen zu boykottieren, letztendlich aber doch teilgenommen. Trump sagte, die US-Delegation werde am Montag zu Gesprächen in Islamabad, Pakistan, eintreffen. I
US-Marine stoppt iranisches Schiff mit Gewalt
Die USA haben nach Angaben von US-Präsident Donald Trump im Golf von Oman ein unter iranischer Flagge fahrendes Schiff aufgebracht, das versucht hat, die US-Blockade zu durchbrechen. "Die iranische Besatzung weigerte sich, auf uns zu hören, also stoppte unser Marineschiff sie auf der Stelle, indem es ein Loch in den Maschinenraum sprengte", schrieb Trump in einem Social-Media-Beitrag. "Derzeit befindet sich das Schiff in Gewahrsam der US-Marine." Die USA haben zuvor bereits mehr als 20 iranische Schiffe zurückgeschickt, die iranische Häfen verlassen hatten und versuchten, die Blockade zu durchbrechen, doch dies ist der erste bekannte Vorfall, bei dem Gewalt angewendet wurde.
Iran weist US-Berichte über Übergabe der Uran-Bestände zurück
Der Iran wird einem Transfer seines angereicherten Urans ins Ausland nicht zustimmen. Die Regierung in Teheran widersprach Äußerungen von Präsident Donald Trump, wonach man zugestimmt habe, das Material zu übergeben. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums sagte laut Staatsmedien, das Material werde "nirgendwohin" transferiert, und unterstrich damit Irans langjährige Haltung, die Kontrolle über seine nuklearen Bestände zu behalten. Eine Übergabe des Materials an die USA sei "nie eine Option" gewesen, sagte er und wies zudem Berichte über einen möglichen dauerhaften Stopp der Urananreicherung zurück.
USA erlauben Ölkäufe aus Russland für einen weiteren Monat
Die USA verlängern das Moratorium für ein Verbot des Kaufs von russischem Öl um einen weiteren Monat. Zuvor hatte Washington angekündigt, diese Ausnahmegenehmigung nicht zu verlängern. Laut einer vom US-Finanzministerium veröffentlichten Mitteilung dürfen russisches Rohöl und Erdölprodukte, die ab Freitag auf Schiffe verladen wurden, gekauft werden. Die Genehmigung endet am 16. Mai. Die Ausnahmeregelung ersetzt eine frühere Maßnahme zur Erhöhung des Angebots, die Mitte März eingeführt und am 11. April ausgelaufen war. Finanzminister Scott Bessent hatte noch Mitte vergangener Woche erklärt, die USA würden sie nicht verlängern.
DJG/DJN/apo
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April 20, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
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