DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
BdB/Sewing: Mittelstandskredite wichtigster Punkt für Deutschland
Eine Verteuerung von Krediten für europäische Mittelständler durch die volle Umsetzung der Eigenkapitalrichtlinie Basel 3 muss nach Aussage des Präsidenten des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), Christian Sewing, unbedingt vermieden werden. "Das ist wahrscheinlich der wichtigste Punkt für Deutschland", sagte Sewing bei einer Pressekonferenz anlässlich des 75-jährigen Bestehens des BdB.
Iran lässt Teilnahme an Gesprächen offen
Der Iran hat noch keine Entscheidung darüber getroffen, ob er an dieser Woche an einer neuen Runde von Friedensgesprächen mit den USA in Pakistan teilnehmen wird. Das sagte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA ein Sprecher des iranischen Außenministeriums. Der Sprecher fügte hinzu, dass Teheran nicht an "Fristen oder Ultimaten" glaube, wenn es um die Wahrung nationaler Interessen gehe. US-Präsident Donald Trump erklärte, dass amerikanische Unterhändler am Montagabend in Islamabad eintreffen würden, um eine neue Runde von Friedensgesprächen mit dem Iran aufzunehmen.
VAE bitten USA um finanzielle Rückendeckung
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben Gespräche mit den USA aufgenommen, um sich eine finanzielle Absicherung für den Fall zu sichern, dass der Krieg mit dem Iran den ölreichen Staat am Persischen Golf in eine tiefere Krise stürzt, wie US-Beamte mitteilten. Der Gouverneur der Zentralbank der Emirate, Khaled Mohamed Balama, habe bei Treffen in Washington in der vergangenen Woche gegenüber Finanzminister Scott Bessent sowie Vertretern des Finanzministeriums und der Federal Reserve die Idee einer Währungsswap-Linie angesprochen, sagten die Beamten. Die Emiratis hätten betont, dass sie die schlimmsten wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts bislang vermeiden konnten, aber dennoch eine finanzielle Rettungsleine benötigen könnten.
Zentralbanken dürften Zinsänderungen nicht überstürzen
Die Zentralbanken dürften angesichts der anhaltenden Eskalationen im Nahen Osten vorsichtig bleiben und ihre Politik nicht überstürzt ändern, schreibt David Aujla von Invesco in einer Research Note. Die Zinssätze gelten als nahe an ihrem Höchststand, aber hohe Ölpreise haben die Inflationssorgen verstärkt, meint der Portfoliomanager. Gleichzeitig hätten die steigenden Energiekosten die Ängste vor einer Stagflation wiederbelebt, bei der die Inflation steigt und sich das globale Wachstum verlangsamt, sagt er. "[Etwaige] Zinssenkungen werden stark von den eingehenden Daten und den energiegetriebenen Inflationstrends abhängen", sagt Aujla.
Balanceakt für Kevin Warsh
Der designierte Fed-Chairman Kevin Warsh steht nach Aussage von Deutsche-Bank-Volkswirt Jim Reid bei seiner Senatsanhörung am Dienstag vor dem schwierigen Balanceakt, wie er den langfristigen Wunsch nach niedrigeren Zinsen formulieren und gleichzeitig anerkennen könnte, dass die aktuellen Bedingungen nicht unbedingt unmittelbare Senkungen rechtfertigen. "Finanzminister Scott Bessents jüngster Kommentar, er hätte 'Verständnis, wenn die Fed mit Zinssenkungen warten muss', könnte Warsh politischen Rückhalt verschaffen", schreibt er in einem Kommentar.
DJG/DJN/apo
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April 20, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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