DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
TAGESTHEMA
EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat sich vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs und des damit einhergehenden Energiepreisschocks für eine abwartende Haltung der EZB ausgesprochen. In einer Rede verwies sie auf die Unsicherheit darüber, wie lange der Schock anhalten werde und wie sich die höheren Energiepreise auf andere Preise auswirkten: "Diese doppelte Ungewissheit über die Dauer des Schocks und das Ausmaß der Weitergabe spricht dafür, mehr Informationen zu sammeln, bevor wir endgültige Schlussfolgerungen für unsere Geldpolitik ziehen", sagte Lagarde. Sie verwies darauf, dass die Ölpreise derzeit über den Annahmen des Basisszenarios der EZB lägen. Aber die Märkte schienen darauf zu wetten, dass die Störung von kurzer Dauer sein werde. Die nächste Zinsentscheidung steht am 30. April an. Analysten und Marktteilnehmer rechnen überwiegend damit, dass die EZB ihren Leitzins bei 2,00 Prozent belassen wird. Für Juni wird am Zinsterminmarkt eine Zinsanhebung um 25 Basispunkte zu gut 60 Prozent eingepreist.
TAGESTHEMA II
Iran hat Vermittlern laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen signalisiert, am Dienstag ein Verhandlungsteam nach Pakistan zu entsenden, um an einer zweiten Runde von Friedensgesprächen mit den USA teilzunehmen. Teheran hat eine Teilnahme an den Friedensverhandlungen bislang in Frage gestellt. Am Montag hatte der Vertreter des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baqaei, noch erklärt, es gebe keinen Plan für eine zweite Verhandlungsrunde in der pakistanischen Hauptstadt. Laut einem Vertreter des Weißen Hauses ist es zudem unwahrscheinlich, dass US-Präsident Donald Trump die mit Iran vereinbarte Waffenruhe, die am Mittwochabend ausläuft, verlängert. Die Frist setzt die Unterhändler vor den Gesprächen unter Druck.
AUSBLICK UNTERNEHMEN
BEIERSDORF (08:00)
Nachfolgend Konsensschätzungen für das erste Quartal (in Millionen Euro, Umsatzentwicklung in Prozent):
PROG PROG PROG 1. QUARTAL 2026 1Q26 ggVj Zahl 1Q25 Umsatz Konzern 2.533 -5,9% 10 2.691 -Consumer 2.110 -6,2% 10 2.250 -Tesa 423 -4,2% 10 441 Organische Umsatzentwicklung Konzern -3,1 -- 10 3,6 - Consumer -3,5 -- 10 2,3 -Tesa -1,1 -- 10 10,7
Außerdem:
08:00 FR/Vivendi SE, Umsatz 1Q
08:00 GB/Associated British Foods plc (AB Foods), Ergebnis 1H
11:45 US/3M Co, Ergebnis 1Q
11:55 US/Unitedhealth Group Inc, Ergebnis 1Q
12:30 US/GE Aerospace, Ergebnis 1Q
12:55 US/RTX Corp, Ergebnis 1Q
DIVIDENDENABSCHLAG
(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)
Unternehmen Dividende Airbus 3,20 EUR Hermes 13,00 EUR UBS 0,55 CHF Vinci 3,95 EUR
AUSBLICK KONJUNKTUR
- CH
08:00 Handelsbilanz März
PROGNOSE: k.A.
zuvor: +4,445 Mrd CHF
- GB
08:00 Arbeitsmarktdaten März
Arbeitslosengeldbezieher
Arbeitslosenquote 3 Monate (ILO)
PROGNOSE: 5,2%
zuvor: 5,2%
- DE
11:00 ZEW-Index Konjunkturerwartungen April
PROGNOSE: -5,0
zuvor: -0,5
Konjunkturlage
PROGNOSE: -70,9
zuvor: -62,9
- US
14:30 Einzelhandelsumsatz März
Einzelhandelsumsatz
PROGNOSE: +1,5% gg Vm
zuvor: +0,6% gg Vm
Einzelhandelsumsatz ex Kfz
PROGNOSE: +1,4% gg Vm
zuvor: +0,5% gg Vm
16:00 Lagerbestände Februar
PROGNOSE: +0,3% gg Vm
zuvor: -0,1% gg Vm
ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES
Aktuell:
Index zuletzt +/- %
DAX Futures 24.714,00 +0,5
E-Mini-Future S&P-500 7.164,75 +0,2
E-Mini-Future Nasdaq-100 26.841,50 +0,4
Topix (Tokio) 3.780,25 +0,1
Hang-Seng (Hongk.) 26.427,67 +0,3
Shanghai-Comp. 4.078,32 -0,1
Montag:
zuletzt +/- %
DAX 24.417,80 -1,2
DAX-Future 24.636,00 -0,9
XDAX 24.476,22 +0,2
MDAX 31.505,32 -1,4
TecDAX 3.711,36 -1,4
SDAX 18.078,12 -1,0
Euro-Stoxx-50 5.982,63 -1,2
Stoxx-50 5.131,42 -0,9
Dow-Jones 49.442,56 -0,0
S&P-500 7.109,14 -0,2
Nasdaq Composite 24.404,39 -0,3
FINANZMÄRKTE
EUROPA
Ausblick: Die Börsen dürften mit kleinen Gewinnen in den Handel starten. Iran soll angeblich Vermittlern signalisiert haben, am Dienstag ein Verhandlungsteam nach Pakistan zu entsenden, um an einer zweiten Runde von Friedensgesprächen mit den USA teilzunehmen. Teheran hat eine Teilnahme an den Friedensverhandlungen bislang nicht öffentlich bestätigt, entsprechende Berichte sind daher mit Vorsicht zu genießen. US-Präsident Donald Trump hat erklärt, der Waffenstillstand zwischen dem Iran und den USA, der am Mittwochabend ausläuft, werde nicht verlängert. Im Handel heißt es, das Schlagzeilenrisiko an den Märkten bleibe hoch. Neben dem Irankrieg könnten Anleger ihre Aufmerksamkeit am Nachmittag auf die Anhörung des designierten neuen Fed-Chairman Kevin Warsh vor dem Bankenausschuss des Senats richten. Dort wird er nach Informationen der "FT" erklären, die Unabhängigkeit der US-Notenbank sei durch politischen Druck nicht sonderlich bedroht.
Rückblick: Schwach - Nachdem zum Wochenschluss die Nachricht über die Öffnung der Straße von Hormus für Risikobereitschaft und Käufe gesorgt hatte, bewirkte nun die erneute Schließung das Gegenteil. Dazu war unklar, ob die Friedensverhandlungen zwischen den USA und Iran fortgesetzt würden. Am Mittwoch endet zudem die vereinbarte zweiwöchige Feuerpause. Dass bei Öl wie bei Aktien die Reaktion nicht schärfer ausfiel, ließ vermuten, dass die Märkte mehrheitlich weiter auf eine Einigung setzten. Aktien aus den Sektoren Energie (+1,7%) sowie Versorgung (+0,7%) waren mit den wieder höheren Energiepreisen gesucht. Am Ende rangierten mit Sorgen um Konjunktur und höheren Preise Papiere aus dem Bereich zyklischer Konsum (-1,7%) und Industrie (-1,5%). Commerzbank gewannen gegen den schwachen Markt 1,2 Prozent zu. Forderungen der Unicredit an die Commerzbank schürten wieder einmal Übernahmefantasie. Unicredit gaben 3 Prozent nach. Softwareaktien standen unter Druck mit wieder gespielten Sorgen bezüglich disruptiver Wirkungen von KI auf das Softwaregeschäft. Dassault Systemes verbilligten sich um 2,4 Prozent, Amadeus IT um 3,2 Prozent. Aktien der Fluggesellschaften litten unter anziehenden Ölpreisen und Diskussionen um eine mögliche Kerosin-Knappheit.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Schwach - Im Software-Sektor verloren mit KI-Sorgen SAP 3,9 Prozent. Im MDAX büßten Atoss Software 1,6 und Nemetschek 4,0 Prozent ein. Die vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs volatileren Aktienmärkte kommen der Deutschen Börse zugute. Die Aktie legte um 1,1 Prozent zu. Positiv wurden Geschäftszahlen von Wacker Chemie interpretiert, die Aktie schloss 2 Prozent fester. Das Unternehmen hatte den Wachstumausblick angehoben.
XETRA-NACHBÖRSE
Mangels neuer Unternehmensnachrichten wurden bei Einzelwerten keine Auffälligkeiten beobachtet.
USA - AKTIEN
Knapp behauptet - Nach der Wiedersperrung der Straße von Hormus herrschte ein angespannter Wartemodus. Der Nasdaq-Composite beendete eine 13-tägige Gewinnserie. Insgesamt zeigten sich die Indizes aber widerstandsfähig angesichts der jüngsten Eskalation um die Abriegelung iranischer Häfen bzw. der Aufbringung eines iranischen Schiffes durch die US-Marine. Dabei half, dass die Ölpreise zwar stiegen, aber nicht mehr so stark wie zuletzt. Marktteilnehmer konstatierten trotz der verschlechterten Lage weiter viel Optimismus, dass sich die USA und der Iran auf ein Kriegsende verständigten. American Airlines und United Airlines sanken um 4,2 und 2,8 Prozent. Zum einen belastete die Aussicht auf höhere Kerosinkosten, zum anderen entwich Fusionsfantasie. Laut American Airlines führt man keine Gespräche über ein Zusammengehen. Marvell gewannen 5,8 Prozent. Laut einem Bericht befindet sich Alphabet (-1,2%) in Gesprächen mit dem Unternehmen, in denen es um die Entwicklung zweier maßgeschneiderter KI-Chips gehen soll. Eli Lilly kamen um 0,8 Prozent zurück. Der Pharmariese will bis zu 7 Milliarden Dollar zur Übernahme von Kelonia Therapeutics aufwenden. TopBuild machten einen Satz um 19,4 Prozent. Der Baustoffhändler QXO will den Experten für Isolationen für 17 Milliarden Dollar übernehmen. QXO verbilligten sich um 3,1 Prozent.
US-ANLEIHEN
Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 3,72 +0,02 3,74 3,71 5 Jahre 3,86 +0,02 3,88 3,84 10 Jahre 4,26 +0,01 4,28 4,24
Weil die gestiegenen Ölpreise wieder Inflationssorgen anheizten, legten die Renditen am Anleihemarkt zu.
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
April 21, 2026 01:30 ET (05:30 GMT)
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