DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Lagarde: EZB braucht noch mehr Informationen über Schock
EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat sich vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs und des damit einhergehenden Energiepreisschocks für eine abwartende Haltung der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgesprochen. In einer Rede anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) verwies sie laut veröffentlichtem Redetext auf die Unsicherheit darüber, wie lange der Schock anhalten werde und wie sich die höheren Energiepreise auf andere Preise auswirken würden und sagte: "Diese doppelte Ungewissheit über die Dauer des Schocks und das Ausmaß der Weitergabe spricht dafür, mehr Informationen zu sammeln, bevor wir endgültige Schlussfolgerungen für unsere Geldpolitik ziehen."
EZB/Nagel: KI könnte kurzfristig inflationstreibend sein
Der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in der Wirtschaft könnte nach Aussage von EZB-Ratsmitglied Joachim Nagel in bestimmten Anwendungen kurzfristig inflationstreibend wirken. Bei einer Konferenz in Rom wies Nagel laut veröffentlichtem Redetext darauf hin, dass der Einsatz von Algorithmen die Festsetzung von Preisen oberhalb des Wettbewerbsniveaus erleichtern könne. "Es gibt Belege dafür, dass KI-Algorithmen in der Lage sind, konsequent zu lernen, überhöhte Preise zu verlangen, ohne dabei miteinander zu kommunizieren. Aus Sicht der Zentralbanken erfordert diese Ungewissheit besondere Wachsamkeit", sagte er.
Bank of England dürfte auf Sitzung kommende Woche abwartende Haltung bekräftigen
Die Währungshüter der Bank of England dürften in der kommenden Woche einen weniger hawkishen Ton anschlagen wollen, nachdem die Anleger auf der geldpolitischen Sitzung im vergangenen Monat mehrere Zinserhöhungen eingepreist hatten, schreibt Elizabeth Martins von HSBC in einer Research Note. Seitherige Kommentare sowie der Waffenstillstand und die gefallenen Energiepreise hätten dazu geführt, dass diese Wetten nun zurückgeschraubt worden seien, schreibt sie. Angesichts eines volatilen Gilt-Marktes werde die BoE die Anleger wahrscheinlich beruhigen wollen. Weder die Inflationsdaten für März noch die in dieser Woche anstehenden Arbeitsmarktdaten für Februar würden viel über die Weitergabe des Schocks durch den Iran-Krieg aussagen, meint sie.
Warsh zum Senat: Fed-Unabhängigkeit hängt von ihrer eigenen Disziplin ab
Der für den Vorsitz der US-Notenbank nominierte Kevin Warsh will bei seiner Bestätigungsanhörung vor dem Bankenausschuss des Senats auf die Unabhängigkeit der Notenbank eingehen. Laut seinem Redemanuskript will er am Dienstag sagen, dass die Unabhängigkeit der Fed weniger von politischem Druck abhänge als vielmehr von ihrer eigenen Disziplin. Die Unabhängigkeit der Fed werde von ihr selbst durchgesetzt, heißt es in dem Manuskript, über das zunächst Politico berichtete. Politiker, die ihre Ansichten zu Zinssätzen äußerten, seien nicht die wahre Bedrohung, vielmehr seien es die eigene Disziplin und Konsequenz der Fed, die ihre Unabhängigkeit bewahrten, so Warsh.
Iran nimmt an Friedensgesprächen in Pakistan teil - Kreise
Iran hat Vermittlern laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen signalisiert, am Dienstag ein Verhandlungsteam nach Pakistan zu entsenden, um an einer zweiten Runde von Friedensgesprächen mit den USA teilzunehmen. Teheran hat eine Teilnahme an den Friedensverhandlungen bislang nicht öffentlich bestätigt. Am Montag hatte der Vertreter des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baqaei, noch erklärt, es gebe keinen Plan für eine zweite Verhandlungsrunde in der pakistanischen Hauptstadt. Zuvor hatte der iranische Präsident Masoud Pezeshkian gesagt, dass Teheran ein tiefes, historisch gewachsenes Misstrauen gegenüber der US-Regierung hege und dass "Iraner sich nicht dem Zwang beugen". Laut einem Vertreter des Weißen Hauses ist es unwahrscheinlich, dass US-Präsident Donald Trump die mit Iran vereinbarte Waffenruhe, die am Mittwochabend ausläuft, verlängert.
Irans Außenminister telefoniert mit russischem Amtskollgen
Irans Außenminister Abbas Araghchi hat in einem Telefonat mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow die aktuellen regionalen Entwicklungen erörtert. Dies geht aus einer Erklärung hervor, die der Iran im Anschluss an das Gespräch veröffentlichte. Demnach erklärte der iranische Minister gegenüber Lawrow, es gebe wiederholte und anhaltende Verletzungen des Waffenstillstands durch die USA. Zudem warf er den USA unrechtmäßige und provokative Handlungen gegen iranische Häfen und Schiffe vor. Er bezog sich dabei auf Berichte über die Beschlagnahmung des Containerschiffs Touska und die Inhaftierung seiner Besatzung.
Xi fordert normale Durchfahrt durch Straße von Hormus
Der chinesische Staatschef Xi Jinping hat am Montag in einem Telefonat mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman die Wiederherstellung eines sicheren Transits durch die Straße von Hormus sowie eine "sofortige und umfassende" Waffenruhe gefordert. "Die Straße von Hormus sollte eine normale Durchfahrt gewährleisten, da dies den gemeinsamen Interessen der Länder der Region und der internationalen Gemeinschaft dient", sagte Xi laut dem chinesischen Außenministerium. Als weltweit größter Ölimporteur würde China unter einer anhaltenden Unterbrechung der Energieversorgung aus dem Nahen Osten leiden, auch wenn seine Ölvorräte einen gewissen Puffer bieten.
+++ Konjunkturdaten +++
Schweiz März Handelsbilanz Überschuss 2,743 Mrd CHF
Schweiz März Exporte 22,355 Mrd CHF
Schweiz März Importe 19,612 Mrd CHF
GB/ILO-Arbeitslosenzahl 3 Mon per Feb -59.804, Quote 4,9%
GB/Durchschnittslöhne (inkl. Boni) 3 Mon per Feb +3,8%
GB/Durchschnittslöhne (ohne Boni) 3 Mon per Feb +3,6%
GB/Durchschnittslöhne 3 Mon Feb PROGNOSE: +3,5%
GB/Anträge auf Arbeitslosengeld März +26.800
Neuseeland 1Q Verbraucherpreise +0,9% (PROGNOSE: +0,8%) gg Vorquartal
Neuseeland 1Q Verbraucherpreise +3,1% (PROGNOSE: +2,9%) gg Vorjahr
Kontakt: konjunktur.de@dowjones.com
DJG/DJN/apo
(END) Dow Jones Newswires
April 21, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
