
© Foto: Sergei Tokmakov, Esq. https://Terms.Law auf Pixabay (Symbolbild)
Ryan Cohen hat GameStop in den letzten Jahren still und leise umgebaut, und plötzlich sieht die Bilanz richtig gut aus. Über neun Milliarden US-Dollar Cash in der Kasse, kein langfristiger Schuldenberg, ein operativer Gewinn, der sich sehen lassen kann. Wer hätte das noch vor wenigen Jahren gedacht? Der Händler, den alle schon abgeschrieben hatten, meldet sich zurück. Aber es geht nicht mehr nur um Videospiele. Sammelkarten, Bitcoin als Reservewährung, digitale Plattformen, GameStop denkt größer als je zuvor. Die Aktie dümpelt noch unter 25 US-Dollar. Doch wer sich die Zahlen genauer ansieht, fragt sich: Wie lange noch? Der Markt könnte das Umdenken gerade erst beginnen einzupreisen.
Vom Zockerpapier zum echten Unternehmen
GameStop war lange Zeit vor allem eines, nämlich ein Spielball für Reddit-Trader und Short-Seller. Die wilden Kursschwankungen von 2021 haben das Unternehmen weltberühmt gemacht, aber auch von seinen echten Zahlen abgelenkt. Dabei hat sich im Hintergrund einiges getan. Das letzte Geschäftsjahr (ging bis Ende Januar 2026) brachte einen Nettogewinn von 418 Millionen US-Dollar. Der operative Verlust des Vorjahres von 26 Millionen US-Dollar wurde umgedreht. Heraus kam ein Gewinn von 232 Millionen US-Dollar. Der freie Cashflow kletterte auf fast 600 Millionen US-Dollar. Das sind keine Meme-Zahlen mehr, das klingt ganz nach solidem Wirtschaften. Gleichzeitig schrumpft das klassische Ladengeschäft bewusst und gezielt. Rund 470 US-Filialen werden geschlossen. Die Zahl der weltweiten Standorte sinkt unter 3.000. Was nach Rückzug klingt, ist in Wirklichkeit Strategie. Schlechte Standorte fliegen raus, gute bleiben. Die Kostenbasis wird schlanker, die Marge stabiler. Parallel dazu baut GameStop neue Standbeine auf. Mitte April startete die Plattform "Power Packs", Nutzer kaufen digitale Pakete, die physische, PSA-zertifizierte Sammelkarten freischalten. Pokémon, Sport, Merchandise. Dazu hält das Unternehmen mittlerweile mehrere tausend Bitcoin als strategische Reserve.

Charttechnik
Wer sich den Chart der letzten Monate ansieht, erkennt eine möglicherweise explosive Struktur. Nach dem 52-Wochen-Tief bei knapp 19,58 US-Dollar im Juni 2025 hat die Aktie seitdem gut performt und pendelt aktuell um die Marke von 24 bis 25 US-Dollar. Genau knapp darüber liegt eine entscheidende Zone. Kann der Kurs die 26-US-Dollar-Marke nachhaltig überwinden und sich darüber etablieren, öffnet sich technisch ein neuer Spielraum nach oben. Als erstes Kursziel rückt dann die 30-US-Dollar-Marke in den Fokus, ein Niveau, das zuletzt im Frühjahr 2025 erreicht wurde. Gelingt auch dieser Ausbruch, wäre die Region zwischen 40 und 50 US-Dollar das nächste realistische Ziel. Das klingt ambitioniert, ist aber angesichts der verbesserten Fundamentaldaten und des vorhandenen Cashbergs nicht auszuschließen. Der RSI liegt zwar schon bei 65 Punkten, jedoch ist dieser auch in der Vergangenheit öfter über 70 gewesen und der Kurs ist weiter geklettert.
Was tun?
Die letzten Quartalszahlen haben bewiesen, dass das Unternehmen profitabel arbeiten kann. Der freie Cashflow ist gut, die Bilanz bereinigt, und die Cashreserven von über neun Milliarden US-Dollar geben Ryan Cohen enormen Spielraum für Akquisitionen oder weitere strategische Schritte. Die Umsätze sinken zwar noch, weil das physische Geschäft schrumpft, aber das ist gewollt, kein Kontrollverlust. Charttechnisch wartet die entscheidende Weiche bei 26 US-Dollar. Ein Ausbruch darüber wäre ein starkes Signal. Wer auf der Suche nach einem spekulativen Investment mit echtem Substanzargument ist, findet hier eine attraktive Kombination: solide Bilanz, echter Wandel, und noch immer ein Kurs weit unter dem, was so manche Analysten als fairen Wert berechnen. Kein Investment ohne Risiko, aber die Chancen überwiegen aktuell für risikobereite, mutige Anleger.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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