Essen (www.anleihencheck.de) - Der US-Iran-Krieg hat die internationalen Rentenmärkte innerhalb weniger Wochen in ein Regime erhöhter Volatilität und strukturell neu kalibrierter Zinserwartungen versetzt, so die Analysten der National-Bank AG.Was zunächst als klassischer Angebotsschock auf den Ölmärkten erschienen sei, habe sich rasch zu einem komplexen geldpolitischen Dilemma entwickelt: Inflation und Wachstumsabschwächung würden gleichzeitig eintreffen, während Notenbanken weltweit mit bereits stark eingeschränktem Handlungsspielraum operieren würden. Zentral für den Zinsausblick dürfte - wie auch mit Blick auf die Wachstumseffekte - die Frage sein, wie lange sich die Öl- und Energiepreise auf welchem Niveau halten würden und ab wann und inwieweit eine Konvergenz zur Normalität beginnen könnte. Grundsätzlich habe der Nahost-Konflikt als derzeit dominanter Einfluss-Faktor dabei m.E. eine inhärent asymmetrische Chance-Risiko-Verteilung: Noch höhere Ölpreise würden zwar die Inflation temporär treiben, die Wachstumseffekte dürften aber wesentlich stärker sein: Spätestens bei einer globalen Rezession bräche die Nachfrage dann so stark ein, dass die Inflation kaum noch - zusätzlich - steige. Und in der Tat: Über alle Regionen hinweg seien die internationalen Rentenmärkte derzeit durch eine ungewöhnliche Konstellation gekennzeichnet: Die Renditen der Kurzläufer würden auf Inflationsängste hin steigen, Langläufer würden dagegen gedämpfter bleiben - ein sog. "Bear-Flattening", das geldpolitische Straffungserwartungen einpreise, aber gleichzeitig auf mittel- bis langfristige Wachstumssorgen verweise: Der Anleihemarkt werde also derzeit in zwei entgegengesetzte Richtungen gezogen - steigende Inflation rechtfertige höhere Zinsen am kurzen Ende, verlangsamtes Wachstum spreche mit zunehmendem Zeitbezug gegen sie. ...Den vollständigen Artikel lesen ...
© 2026 anleihencheck.de
