DJ MÄRKTE EUROPA/Anleger setzen auf Beruhigung im Nahostkonflikt
DOW JONES--An den europäischen Börsen geht es am Dienstagmittag vorsichtig nach oben. Positiv wird an der Börse gewertet, dass der Iran angeblich signalisiert hat, ein Verhandlungsteam nach Pakistan zu entsenden, um an einer zweiten Runde von Friedensgesprächen mit den USA teilzunehmen. Teheran hat eine Teilnahme an den Friedensverhandlungen bislang nicht öffentlich bestätigt, entsprechende Berichte sind daher mit Vorsicht zu genießen.
Der DAX legt um 0,6 Prozent auf 24.573 Punkte zu, beim Euro-Stoxx-50 fällt das Plus mit 0,4 Prozent auf 6.009 Zähler etwas bescheidener aus. Der Preis der Ölsorte Brent fällt leicht auf 95,05 Dollar das Fass zurück. An den Anleihemärkten ziehen die Renditen moderat an, der Euro gibt leicht nach auf 1,1760 Dollar um.
US-Präsident Donald Trump hat erklärt, der Waffenstillstand zwischen dem Iran und den USA, der am Mittwochabend US-Zeit ausläuft, werde nicht verlängert. Derweil soll sich US-Vizepräsident JD Vance auf dem Weg nach Pakistan befinden. Am Donnerstag werden die USA zudem eine zweite Gesprächsrunde auf Botschafterebene zwischen Israel und dem Libanon im US-Außenministerium ausrichten. Im Handel heißt es, das Schlagzeilenrisiko an den Märkten bleibe hoch.
Neben dem Irankrieg könnten Anleger ihre Aufmerksamkeit am Nachmittag auf die Anhörung des designierten neuen Fed-Chairman Kevin Warsh vor dem Bankenausschuss des Senats richten. Dort wird er nach Informationen der "FT" erklären, die Unabhängigkeit der US-Notenbank sei durch politischen Druck nicht sonderlich bedroht.
Teures Öl und die Gefahr neuer Lieferengpässe belasten die Stimmung
Die ZEW-Konjunkturerwartungen haben sich im April weiter eingetrübt. Die Krise rund um die Straße von Hormus ist für Christoph Swonke, Konjunkturanalyst der DZ BANK, der Belastungsfaktor für die deutsche Wirtschaft. Daran hätten weder der Waffenstillstand noch die kurzfristige Hoffnung auf eine Öffnung der Meerenge etwas geändert. Öl und Gas blieben weiterhin knapp und teuer. Zudem nähmen die Sorgen um Lieferengpässe in vielen Teilsegmenten der Wirtschaft zu. Eine zeitnahe und nachhaltige Verbesserung sei derzeit nicht in Sicht. Der schwache ZEW-Konjunkturindex bewegt gleichwohl nicht, am Nachmittag könnten die US-Einzelhandelsumsätze Akzente setzen.
Die Berichtssaison liefert derweil Impulse für Einzelwerte. Nach Umsatzzahlen notieren Beiersdorf-Aktien 2,4 Prozent niedriger. Der organische Umsatzrückgang fiel heftiger als erwartet aus. Belastend wirkte der Bereich Consumer, und hier Nivea mit einem Rückgang um 7 Prozent. Der Konzern hat zwar die Jahresziele bestätigt, RBC weist jedoch darauf hin, dass das Unternehmen weiterhin auf ein anhaltend herausforderndes Massenmarktgeschäft verweise.
Associated British Foods (AB Foods) verlieren 2,6 Prozent. Das EBIT hat die Marktschätzung um rund 5 Prozent verfehlt. Bernstein verweist auf die Margenkompression von 150 Basispunkten, was vor allem auf die Schwäche von Primark zurückzuführen sei. AB Foods will Primark nun abspalten und an die Börse bringen.
Thales (-10%) hat die Erwartungen an das organische Umsatzwachstum geschlagen. Dieses stieg im ersten Quartal um 9,7 Prozent und lag damit klar über dem Ziel von 6 bis 7 Prozent. Dies sei allerdings ausschließlich auf das bessere Rüstungsgeschäft zurückzuführen, so Berenberg, das um 14,3 Prozent zulegte. Schwach habe sich dagegen die Sparte Cyber entwickelt, der Bereich ist von KI-Disruptionen bedroht.
Aktien der Online-Apotheken setzen die jüngste Erholung fort. Redcare ziehen um 7 Prozent an, für Docmorris geht es um 4,1 Prozent nach oben. Die positiv aufgenommenen Erstquartalszahlen von Docmorris haben im Sektor Erholungsbedarf ausgelöst. Die Deutsche Bank schließt nicht aus, dass Docmorris zum ersten Mal in vielen Jahr die Prognose anheben könnte. Allerdings hinke Docmorris dem Wettbewerber Redcare hinterher. Die UBS hat ihre Schätzungen für Docmorris angehoben, bleibt indes vorsichtig, was den Zeitpunkt des Breakeven angeht.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 6.009,02 +0,4 26,39 5.982,63 3,8 Stoxx-50 5.137,10 +0,1 5,68 5.131,42 4,5 DAX 24.572,61 +0,6 154,81 24.417,80 0,3 MDAX 31.774,82 +0,9 269,50 27.039,42 3,8 TecDAX 3.741,87 +0,8 30,51 3.091,28 3,3 SDAX 18.250,25 +1,0 172,13 13.062,07 6,3 CAC 8.344,59 +0,2 13,54 8.331,04 2,4 SMI 13.246,41 -0,3 -37,81 13.284,22 -0,2 ATX 5.896,03 +0,5 29,70 5.866,33 10,7 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 18:17 EUR/USD 1,1766 -0,2 -0,0021 1,1787 1,1786 EUR/JPY 187,27 +0,1 0,1000 187,17 186,9900 EUR/CHF 0,917 -0,0 -0,0001 0,9171 0,9169 EUR/GBP 0,8702 -0,1 -0,0005 0,8707 0,8702 USD/JPY 159,15 +0,2 0,3600 158,79 158,6500 GBP/USD 1,3518 -0,1 -0,0014 1,3532 1,3542 USD/CNY 6,8156 -0,0 -0,0016 6,8172 6,8172 USD/CNH 6,8154 -0,0 -0,0004 6,8158 6,8153 AUS/USD 0,7163 -0,2 -0,0014 0,7177 0,7173 Bitcoin/USD 76.680,73 +0,5 369,18 76.311,55 75.386,28 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 89,29 -0,4 -0,32 89,61 Brent/ICE 95,05 -0,5 -0,43 95,48 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.786,49 -0,7 -33,15 4.819,64 Silber 78,84 -1,3 -1,07 79,91 Platin 2.063,20 -1,2 -25,81 2.089,01 ===
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April 21, 2026 07:33 ET (11:33 GMT)
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