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MÄRKTE USA/Gespannte Zurückhaltung - Rüstungsaktien sehr schwach

DJ MÄRKTE USA/Gespannte Zurückhaltung - Rüstungsaktien sehr schwach

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--Der Optimismus über ein baldiges Kriegsende im Iran dominiert am Dienstag weiter, obgleich das Ende der vereinbarten Frist für den Waffenstillstand am Mittwoch immer näher rückt und es bislang nichts Neues zur Fortsetzung der Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran gibt. Weiter ist nicht klar, ob überhaupt beide Seiten an den Verhandlungstisch zurückkehren. Der Iran weigert sich, eine öffentliche Zusage für die Teilnahme zu geben, bevor nicht die USA ihre Blockade iranischer Häfen aufheben.

"Die Arbeitshypothese der meisten Marktteilnehmer ist, dass wir eine Verlängerung der aktuellen Waffenruhe sehen werden", erläutert Marktstratege Michael Brown von Pepperstone die Stimmungslage. Es liege im Interesse beider Seiten, den Krieg zu beenden, daher seien "die markige Rhetorik und die Schlagzeilen, die wir weiterhin hören, größtenteils darauf ausgerichtet, Verhandlungsspielraum zu gewinnen, statt den Konflikt erneut zu eskalieren".

Zur Mittagszeit in New York liegt der Dow-Jones-Index 0,3 Prozent im Minus bei 49.302 Punkten. Der breitere S&P-500-Index und die Nasdaq-Indizes bewegen sich ebenfalls leicht nach unten, um bis zu 0,4 Prozent.

Neben dem Nahostkonflikt sorgt die US-Geldpolitik für Gesprächsstoff. Der von US-Präsident Trump auserkorene Nachfolger von Notenbankchef Jerome Powell, Kevin Warsh, steht am Berichtstag Rede und Antwort vor dem Bankenausschuss des Senats. Beobachter sprechen von einem Drahtseilakt des Kandidaten, die Finanzmärkte zu überzeugen, ohne den immer wieder Zinssenkungen fordernden und die Unabhängigkeit der Notenbank in Frage stellenden Trump zu verärgern.

Warsh habe es im Allgemeinen vermieden, explizite Aussagen darüber zu machen, was die Fed mit den Zinssätzen und ihrer Bilanz tun sollte, obwohl er sich gelegentlich etwas restriktiv geäußert und auf die durch hohe Inflation verursachten Probleme hingewiesen habe. Er habe außerdem gesagt, Trump nicht versprochen zu haben, die Zinsen zu senken.

Konjunkturseitig sind die US-Einzelhandelsumsätze im März etwas höher ausgefallen als erwartet. Dazu trugen aber auch höhere Benzinpreise bei.

Die Renditen von US-Staatsanleihen steigen deutlich, im Zehnjahresbereich um 5 Basispunkte auf 4,30 Prozent. Der Dollar zieht an, der Euro geht mit 1,1743 Dollar um.

Die Ölpreise ziehen wieder an mit der Unsicherheit über den Fortgang von Friedensgesprächen. Brent verteuert sich um 3,0 Prozent auf über 98 Dollar. Der Goldpreis fällt mit den steigenden Renditen und dem festeren Dollar deutlich um 2,1 Prozent auf 4.720 Dollar.

Thema Nummer eins am Aktienmarkt ist der Führungswechsel bei Apple. Tim Cook, der das Amt seit 2011 extrem erfolgreich innehatte, wird zum 1. September als CEO zurücktreten und in den Verwaltungsrat wechseln. Sein Nachfolger wird der langjährige Hardware-Entwicklungschef John Ternus. Ternus werde mit seinem Hintergrund entscheidend für Fortschritte bei Künstlicher Intelligenz sein, urteilt XTB-Analystin Kathleen Brooks. Unter der Führung von Cook sei Apple beim Thema KI bisher hinter großen Technologiekonkurrenten zurückgeblieben. Die Apple-Aktie gibt um 2,7 Prozent nach.

Amazon will als Teil einer vertieften Partnerschaft weitere 5 Milliarden Dollar in die KI-Gesellschaft Anthropic investieren. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich damit auf bis zu 25 Milliarden Dollar, sofern bestimmte kommerzielle Meilensteine erreicht werden. Der Kurs des Online-Riesen klettert um 1,6 Prozent.

Unitedhealth hat mit den Erstquartalszahlen die Markterwartungen deutlich übertroffen. Die Krankenversicherung hob zudem die Jahresprognose an. Die Aktie macht einen Satz um 8,2 Prozent nach oben. Aktien von Chipherstellern mit Verbindungen zu Amazon legen mit der Ankündigung zu. Marvell Technology um 2,8 und Astera Labs um 8,6 Prozent.

Im Rüstungssektor fallen die Kurse trotz starker Zahlen. GE Aerospace fallen um 5,7 Prozent zurück, obwohl das Luftfahrtunternehmen besser als erwartete Gewinne berichtete. RTX fallen um 3,6 Prozent. Auch hier helfen starke Zahlen nicht. Der Rüstungskonzern verzeichnete im ersten Quartal einen höheren Gewinn und Umsatz und hob die Prognose an. Northrop Grumman sacken um über 6 Prozent ab, trotz eines Gewinnsprungs und höheren Umsätzen. Boeing kommen um 2 Prozent zurück.

D.R. Horton gewinnen 7,1 Prozent, nachdem der Hausbauer Gewinne für das zweite Quartal berichtetet und sich auf Kurs sieht, 2026 Ergebnisse im Rahmen der ursprünglichen Prognose zu liefern. Uber tendieren behauptet mit der Nachricht, den Anteil am Elektroautohersteller Lucid erhöht zu haben. Ziel ist es, die Anzahl der Lucid Robo-Taxis im Uber-Netzwerk zu erhöhen. Lucid schnellen um 7,6 Prozent in die Höhe.

Alaska Air sinken um 2,5 Prozent nach einer kassierten Jahresprognose der Fluggesellschaft - unter anderem mit Verweis auf höhere Treibstoffkosten. Axt geben um 3,6 Prozent nach. Der Hersteller von Halbleiter-Wafer-Substraten erhöht das Kapital durch Ausgabe neuer Aktien. Die Aktie war im vergangenen Jahr um 5.867 Prozent gestiegen, angetrieben durch den Boom beim Bau von Rechenzentren.

INDEX      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
DJIA      49.302,08  -0,3  -140,48    49.442,56 
S&P-500     7.079,80  -0,4   -29,34    7.109,14 
NASDAQ Comp  24.312,21  -0,4   -92,18    24.404,39 
NASDAQ 100   26.518,16  -0,3   -72,18    26.590,34 
 
 
US-Treasuries  Rendite  +/- Tageshoch    Tagestief 
2 Jahre       3,78 +0,07    3,79      3,72 
5 Jahre       3,91 +0,06    3,92      3,85 
10 Jahre      4,30 +0,05    4,31      4,24 
 
 
DEVISEN     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Mo, 18:17 
EUR/USD      1,1741  -0,4  -0,0046     1,1787   1,1786 
EUR/JPY      187,23  +0,0   0,0600     187,17  186,9900 
EUR/CHF      0,9167  -0,0  -0,0004     0,9171   0,9169 
EUR/GBP      0,8697  -0,1  -0,0010     0,8707   0,8702 
USD/JPY      159,45  +0,4   0,6600     158,79  158,6500 
GBP/USD      1,3497  -0,3  -0,0035     1,3532   1,3542 
USD/CNY      6,8208  +0,1   0,0036     6,8172   6,8172 
USD/CNH      6,8272  +0,2   0,0114     6,8158   6,8153 
AUS/USD      0,715  -0,4  -0,0027     0,7177   0,7173 
Bitcoin/USD  75.854,92  -0,6  -456,63    76.311,55 75.386,28 
 
 
ROHOEL      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex     94,20  +5,1    4,59      89,61 
Brent/ICE     98,61  +3,3    3,13      95,48 
 
 
Metalle     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold      4.710,29  -2,3  -109,35    4.819,64 
Silber       76,28  -4,5   -3,63      79,91 
Platin     2.028,08  -2,9   -60,93    2.089,01 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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April 21, 2026 13:07 ET (17:07 GMT)

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Energiepreisschock - Diese 3 Werte könnten langfristig abräumen!
Die Eskalation im Iran-Konflikt hat die Energiepreise mit voller Wucht nach oben getrieben. Was zunächst nach einer kurzfristigen Reaktion aussah, entwickelt sich zunehmend zu einem strukturellen Problem: Die Straße von Hormus ist blockiert, wichtige LNG- und Ölanlagen stehen still oder werden gezielt angegriffen. Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht – im Gegenteil, die Lage spitzt sich weiter zu.

Für die Weltwirtschaft bedeutet dies wachsende Risiken. Steigende Energiepreise erhöhen den Inflationsdruck, gefährden Zinssenkungen und bringen die ohnehin hoch bewerteten Aktienmärkte ins Wanken. Doch wo Risiken entstehen, ergeben sich auch Chancen.

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