Berlin (ots) -
Umfrage der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unter 400 CFOs der größten deutschen Tochtergesellschaften internationaler Konzerne aus den wichtigsten Investorenländern
Aktueller KPMG-Standortindex zeigt: Mehr als die Hälfte der CFOs (52 %) bewertet die wirtschaftliche Lage ihrer deutschen Tochtergesellschaften aktuell als "schlecht" oder "sehr schlecht"; 23 % planen Verringerung ihrer Investitionen in Deutschland
- Standortindex[1] erreicht historischen Tiefstand: Index fällt auf +0,2 Punkte (2017: +3,1; 2023: +1,2); 14 von 24 Faktoren werden schlechter bewertet als 2023; bei elf liegt Deutschland unter EU-Durchschnitt.
- Energiekosten, Bürokratie und digitale Infrastruktur sind schwächste Standortfaktoren im EU-Vergleich: Rund 70 % der befragten Unternehmen sehen Deutschland in allen drei Bereichen unter den fünf schwächsten Standorten der EU. 43 % bewerten die deutschen Energiekosten als Schlusslicht. Der Faktor wurde erstmals separat erhoben und ist der schwächste.
- Investitionsabsichten verschlechtern sich: 23 % der Unternehmen planen Kürzungen (2023: 11 %), 46 % erwarten ein unverändertes Niveau.
Die CFOs internationaler Unternehmen in Deutschland bewerten die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands deutlich kritischer - in einer Phase, da Energiepreis-Eskalationen durch den Iran-Krieg, Zollkonflikte, der Import-Boom aus China und der starke Euro die globale Standortwahl weiter massiv verschärfen. Das zeigt der KPMG-Standortindex, eine Detailanalyse von 24 zentralen Standortfaktoren, der im EU-Vergleich auf einen historischen Tiefstand gefallen ist.
Zugleich beurteilen 52 % der CFOs die wirtschaftliche Lage ihrer deutschen Tochtergesellschaften als "schlecht" oder "sehr schlecht". Dies ist nahezu eine Verdreifachung gegenüber 2023.
Für die Studie "Business Destination Germany" befragte KPMG 400 CFOs der größten deutschen Tochtergesellschaften internationaler Konzerne aus den acht wichtigsten Investorenländern Deutschlands. Die Erhebung erscheint seit 2017 alle zwei Jahre.
"Unser fünfter Standortindex dokumentiert einen Kipp-Punkt: Deutschland steckt nicht in einer Konjunkturdelle, sondern in einem strukturellen Problem. Die Folgen: Immer mehr internationale Investoren überprüfen ihre Engagements hierzulande kritisch", sagt Andreas Glunz, Bereichsvorstand International Business bei der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. "Wenn Politik und Wirtschaft jetzt nicht gegensteuern und die versprochenen Reformen zeitnah umsetzen, verlagern internationale Konzerne Investitionen, Beschäftigung und Wertschöpfung in andere Länder. Dies hätte massive Folgen für Wachstum, Innovation und Steuereinnahmen."
Der Standortindex zeigt den kontinuierlichen Rückgang: Seit der Erstauflage der Studie 2017 ist der Wert von +3,1 Punkten über +2,6 (2019), +2,4 (2021) und +1,2 (2023) sukzessive auf +0,2 gefallen. Deutschland liegt damit nur noch knapp über dem EU-Durchschnitt.
"Der niedrige Wert ist das Ergebnis von acht Jahren schleichender Erosion des Standorts bei Energiekosten, Digitalisierung, Regulierung, Steuern, Infrastruktur und Fachkräften", fasst Andreas Glunz (KPMG) weiter zusammen. "Für immer mehr CFOs internationaler Konzerne wird Deutschland vom Ankerstandort zum Prüfstandort."
Wirtschaftslage und Investitionspläne verschlechtern sich
Die Stimmung internationaler Unternehmen in Deutschland hat sich deutlich verschlechtert. 2023 bewertete knapp jedes Fünfte (18 %) die Lage seiner deutschen Tochtergesellschaft als "schlecht" oder "sehr schlecht" (2021: nur 8 %). In der aktuellen Erhebung ist es mehr als jedes zweite Unternehmen (52 %). Nur noch 23 % bewerten ihre aktuelle Situation als "gut" oder "sehr gut". Das sind 28 Prozentpunkte weniger als 2023 sowie 43 Prozentpunkte weniger als 2021.
Die schwächeren Erwartungen spiegeln sich in den Investitionsplänen. Knapp jedes vierte Unternehmen (23 %) will in Deutschland weniger investieren. Das sind mehr als doppelt so viele wie vor zwei Jahren (11 %). Besonders ausgeprägt ist dieser Trend bei Unternehmen aus Südostasien: 71 % von ihnen wollen ihre Investitionen zurückfahren. Bei Investoren aus Mittel- und Osteuropa liegt der Anteil bei 47 %. Von den Unternehmen, die kürzen, planen 26 % Einschnitte von mehr als 30 %.
Zwar will knapp jedes dritte Unternehmen (31 %) in Deutschland mehr investieren, doch 42 % von ihnen peilen lediglich Zuwächse von weniger als 10 % an.
Bürokratie und Energiekosten belasten den Standort
Bürokratie ist der größte Standortnachteil. 70 % sehen Deutschland bei Regulierung unter den fünf schwächsten EU-Ländern, 29 % als Schlusslicht. Der Wert verzeichnet den stärksten Rückgang aller Faktoren. 32 % fordern daher Bürokratieabbau, aber nur 19 % erwarten Fortschritte in den nächsten fünf Jahren.
Noch kritischer fällt das Urteil beim Thema Energie aus. Die Sicherheit der Energieversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen wurde erstmals separat abgefragt und landet auf dem letzten Platz aller 24 Kriterien. 43 % sehen Deutschland als schwächsten Standort der EU, weitere 26 % unter den fünf schwächsten.
"Kurzfristige Entlastungen bei den Strompreisen greifen zu kurz: Nicht zuletzt der Iran-Krieg treibt Energiepreise und erhöht die Unsicherheit der Versorgung. Gleichzeitig steigt mit Automatisierung und Digitalisierung der Energiebedarf - und macht Energiekosten zu einem zentralen Faktor bei internationalen Standortentscheidungen. Das schwächt die Attraktivität des Standorts", erläutert KPMG-Experte Glunz.
Infrastruktur wird zunehmend schlecht bewertet
69 % sehen die digitale Infrastruktur unter den fünf schwächsten in Europa, 33 % als Schlusslicht. Bei der physischen Infrastruktur zählt Deutschland nur noch für 29 % zu den Top 5 (2017: 77 %, 2023: 44 %).
Steuern bleiben ein Nachteil. 47 % ordnen Deutschland den fünf Ländern mit den höchsten Steuern und der größten Komplexität zu (+12 Prozentpunkte gegenüber 2023), 19 % sehen das Land als Schlusslicht.
Auch die Einwanderungspolitik wird kritischer bewertet. Nur 24 % sehen Deutschland führend (2023: 44 %), 45 % unter den fünf schwächsten (2023: 17 %).
Wo Deutschland weiter punktet
60 % der internationalen Unternehmen nutzen Deutschland als Europazentrale. 63 % steuern von hier aus auch Aktivitäten außerhalb Europas.
Vor allem institutionelle Faktoren schneiden stark ab: 66 % der internationalen Finanzchefs zählen die öffentliche Sicherheit sowie 65 % die politische Stabilität Deutschlands zu den fünf besten in der EU. Dies sind die höchsten Bewertungen im gesamten Ranking.
Auch bei zentralen Markt- und Innovationsfaktoren bleibt Deutschland in der Spitzengruppe: 57 % nennen Größe und Kaufkraft des Marktes, 52 % die Forschungslandschaft und 54 % das innovationsfreundliche Umfeld und die Technologieoffenheit.
51 % sehen Deutschland bei Lebensqualität und Lebensstandard unter den Top 5 - deutlich weniger als 2023 (74 %).
"Deutschland bleibt für internationale Unternehmen ein Schlüsselstandort, aber die Geduld der Investoren ist begrenzt. Ob Reformen greifen oder sich die schleichende Deindustrialisierung fortsetzt, entscheidet sich jetzt", resümiert Andreas Glunz (KPMG).
Chancen für profitables Wachstum aus Sicht internationaler Investoren
Die Reformagenda der Bundesregierung beeinflusst die Investitionsentscheidungen internationaler Unternehmen stärker, als es die aktuelle Stimmung vermuten lässt. Für rund jedes fünfte internationale Unternehmen (19 %) gehört sie zu den drei wichtigsten Gründen, in den kommenden fünf Jahren in Deutschland zu investieren.
17 % sehen Chancen in den großen Transformationsaufgaben des Landes - insbesondere Energiewende, Klimaneutralität, Digitalisierung, Demografie und Stärkung der Verteidigungsfähigkeit. Weitere 17 % führen das neue Infrastruktur- und Verteidigungspaket als Investitionsanreiz an.
Über die Studie "Business Destination Germany 2026"
Zur Methodik:
Für die Studie hat das Meinungsforschungsinstitut Appinio im Auftrag der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Deutschland 400 CFOs und kaufmännische Leiter:innen der größten deutschen Töchter internationaler Konzerne vom 13. bis 25. November 2025 online befragt. Die Befragten repräsentieren die acht wichtigsten Investorenländer in Deutschland: die USA (105 Teilnehmende), Japan (32), China (33), das Vereinigte Königreich (32), Frankreich (34), die Niederlande (32), die Schweiz (34) und Österreich (33). Ergänzend wurden 65 Inbounds aus weiteren Ländern einbezogen.
Die Studie ist die fünfte Veröffentlichung einer zweijährlich erscheinenden Reihe und folgt auf die Ausgaben von 2018, 2020, 2022 und 2024. Die Teilnehmenden bewerten die Chancen und Herausforderungen des Standorts Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern der Europäischen Union und geben Einblicke in ihre Investitionspläne, Standortpräferenzen und Erwartungen an politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
[1] Auf einer Skala von +10 als Spitzenreiter im EU-Vergleich bis -10 als Schlusslicht im EU-Vergleich. Ein Wert von Null steht für einen Rang als EU-Durchschnitt der 27 EU-Länder.
Pressekontakt:
KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Clemens Reisbeck
+49 89 9282 1722
creisbeck@kpmg.com
www.kpmg.com/de
Original-Content von: KPMG AG, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/33170/6260109
Umfrage der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unter 400 CFOs der größten deutschen Tochtergesellschaften internationaler Konzerne aus den wichtigsten Investorenländern
Aktueller KPMG-Standortindex zeigt: Mehr als die Hälfte der CFOs (52 %) bewertet die wirtschaftliche Lage ihrer deutschen Tochtergesellschaften aktuell als "schlecht" oder "sehr schlecht"; 23 % planen Verringerung ihrer Investitionen in Deutschland
- Standortindex[1] erreicht historischen Tiefstand: Index fällt auf +0,2 Punkte (2017: +3,1; 2023: +1,2); 14 von 24 Faktoren werden schlechter bewertet als 2023; bei elf liegt Deutschland unter EU-Durchschnitt.
- Energiekosten, Bürokratie und digitale Infrastruktur sind schwächste Standortfaktoren im EU-Vergleich: Rund 70 % der befragten Unternehmen sehen Deutschland in allen drei Bereichen unter den fünf schwächsten Standorten der EU. 43 % bewerten die deutschen Energiekosten als Schlusslicht. Der Faktor wurde erstmals separat erhoben und ist der schwächste.
- Investitionsabsichten verschlechtern sich: 23 % der Unternehmen planen Kürzungen (2023: 11 %), 46 % erwarten ein unverändertes Niveau.
Die CFOs internationaler Unternehmen in Deutschland bewerten die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands deutlich kritischer - in einer Phase, da Energiepreis-Eskalationen durch den Iran-Krieg, Zollkonflikte, der Import-Boom aus China und der starke Euro die globale Standortwahl weiter massiv verschärfen. Das zeigt der KPMG-Standortindex, eine Detailanalyse von 24 zentralen Standortfaktoren, der im EU-Vergleich auf einen historischen Tiefstand gefallen ist.
Zugleich beurteilen 52 % der CFOs die wirtschaftliche Lage ihrer deutschen Tochtergesellschaften als "schlecht" oder "sehr schlecht". Dies ist nahezu eine Verdreifachung gegenüber 2023.
Für die Studie "Business Destination Germany" befragte KPMG 400 CFOs der größten deutschen Tochtergesellschaften internationaler Konzerne aus den acht wichtigsten Investorenländern Deutschlands. Die Erhebung erscheint seit 2017 alle zwei Jahre.
"Unser fünfter Standortindex dokumentiert einen Kipp-Punkt: Deutschland steckt nicht in einer Konjunkturdelle, sondern in einem strukturellen Problem. Die Folgen: Immer mehr internationale Investoren überprüfen ihre Engagements hierzulande kritisch", sagt Andreas Glunz, Bereichsvorstand International Business bei der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. "Wenn Politik und Wirtschaft jetzt nicht gegensteuern und die versprochenen Reformen zeitnah umsetzen, verlagern internationale Konzerne Investitionen, Beschäftigung und Wertschöpfung in andere Länder. Dies hätte massive Folgen für Wachstum, Innovation und Steuereinnahmen."
Der Standortindex zeigt den kontinuierlichen Rückgang: Seit der Erstauflage der Studie 2017 ist der Wert von +3,1 Punkten über +2,6 (2019), +2,4 (2021) und +1,2 (2023) sukzessive auf +0,2 gefallen. Deutschland liegt damit nur noch knapp über dem EU-Durchschnitt.
"Der niedrige Wert ist das Ergebnis von acht Jahren schleichender Erosion des Standorts bei Energiekosten, Digitalisierung, Regulierung, Steuern, Infrastruktur und Fachkräften", fasst Andreas Glunz (KPMG) weiter zusammen. "Für immer mehr CFOs internationaler Konzerne wird Deutschland vom Ankerstandort zum Prüfstandort."
Wirtschaftslage und Investitionspläne verschlechtern sich
Die Stimmung internationaler Unternehmen in Deutschland hat sich deutlich verschlechtert. 2023 bewertete knapp jedes Fünfte (18 %) die Lage seiner deutschen Tochtergesellschaft als "schlecht" oder "sehr schlecht" (2021: nur 8 %). In der aktuellen Erhebung ist es mehr als jedes zweite Unternehmen (52 %). Nur noch 23 % bewerten ihre aktuelle Situation als "gut" oder "sehr gut". Das sind 28 Prozentpunkte weniger als 2023 sowie 43 Prozentpunkte weniger als 2021.
Die schwächeren Erwartungen spiegeln sich in den Investitionsplänen. Knapp jedes vierte Unternehmen (23 %) will in Deutschland weniger investieren. Das sind mehr als doppelt so viele wie vor zwei Jahren (11 %). Besonders ausgeprägt ist dieser Trend bei Unternehmen aus Südostasien: 71 % von ihnen wollen ihre Investitionen zurückfahren. Bei Investoren aus Mittel- und Osteuropa liegt der Anteil bei 47 %. Von den Unternehmen, die kürzen, planen 26 % Einschnitte von mehr als 30 %.
Zwar will knapp jedes dritte Unternehmen (31 %) in Deutschland mehr investieren, doch 42 % von ihnen peilen lediglich Zuwächse von weniger als 10 % an.
Bürokratie und Energiekosten belasten den Standort
Bürokratie ist der größte Standortnachteil. 70 % sehen Deutschland bei Regulierung unter den fünf schwächsten EU-Ländern, 29 % als Schlusslicht. Der Wert verzeichnet den stärksten Rückgang aller Faktoren. 32 % fordern daher Bürokratieabbau, aber nur 19 % erwarten Fortschritte in den nächsten fünf Jahren.
Noch kritischer fällt das Urteil beim Thema Energie aus. Die Sicherheit der Energieversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen wurde erstmals separat abgefragt und landet auf dem letzten Platz aller 24 Kriterien. 43 % sehen Deutschland als schwächsten Standort der EU, weitere 26 % unter den fünf schwächsten.
"Kurzfristige Entlastungen bei den Strompreisen greifen zu kurz: Nicht zuletzt der Iran-Krieg treibt Energiepreise und erhöht die Unsicherheit der Versorgung. Gleichzeitig steigt mit Automatisierung und Digitalisierung der Energiebedarf - und macht Energiekosten zu einem zentralen Faktor bei internationalen Standortentscheidungen. Das schwächt die Attraktivität des Standorts", erläutert KPMG-Experte Glunz.
Infrastruktur wird zunehmend schlecht bewertet
69 % sehen die digitale Infrastruktur unter den fünf schwächsten in Europa, 33 % als Schlusslicht. Bei der physischen Infrastruktur zählt Deutschland nur noch für 29 % zu den Top 5 (2017: 77 %, 2023: 44 %).
Steuern bleiben ein Nachteil. 47 % ordnen Deutschland den fünf Ländern mit den höchsten Steuern und der größten Komplexität zu (+12 Prozentpunkte gegenüber 2023), 19 % sehen das Land als Schlusslicht.
Auch die Einwanderungspolitik wird kritischer bewertet. Nur 24 % sehen Deutschland führend (2023: 44 %), 45 % unter den fünf schwächsten (2023: 17 %).
Wo Deutschland weiter punktet
60 % der internationalen Unternehmen nutzen Deutschland als Europazentrale. 63 % steuern von hier aus auch Aktivitäten außerhalb Europas.
Vor allem institutionelle Faktoren schneiden stark ab: 66 % der internationalen Finanzchefs zählen die öffentliche Sicherheit sowie 65 % die politische Stabilität Deutschlands zu den fünf besten in der EU. Dies sind die höchsten Bewertungen im gesamten Ranking.
Auch bei zentralen Markt- und Innovationsfaktoren bleibt Deutschland in der Spitzengruppe: 57 % nennen Größe und Kaufkraft des Marktes, 52 % die Forschungslandschaft und 54 % das innovationsfreundliche Umfeld und die Technologieoffenheit.
51 % sehen Deutschland bei Lebensqualität und Lebensstandard unter den Top 5 - deutlich weniger als 2023 (74 %).
"Deutschland bleibt für internationale Unternehmen ein Schlüsselstandort, aber die Geduld der Investoren ist begrenzt. Ob Reformen greifen oder sich die schleichende Deindustrialisierung fortsetzt, entscheidet sich jetzt", resümiert Andreas Glunz (KPMG).
Chancen für profitables Wachstum aus Sicht internationaler Investoren
Die Reformagenda der Bundesregierung beeinflusst die Investitionsentscheidungen internationaler Unternehmen stärker, als es die aktuelle Stimmung vermuten lässt. Für rund jedes fünfte internationale Unternehmen (19 %) gehört sie zu den drei wichtigsten Gründen, in den kommenden fünf Jahren in Deutschland zu investieren.
17 % sehen Chancen in den großen Transformationsaufgaben des Landes - insbesondere Energiewende, Klimaneutralität, Digitalisierung, Demografie und Stärkung der Verteidigungsfähigkeit. Weitere 17 % führen das neue Infrastruktur- und Verteidigungspaket als Investitionsanreiz an.
Über die Studie "Business Destination Germany 2026"
Zur Methodik:
Für die Studie hat das Meinungsforschungsinstitut Appinio im Auftrag der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Deutschland 400 CFOs und kaufmännische Leiter:innen der größten deutschen Töchter internationaler Konzerne vom 13. bis 25. November 2025 online befragt. Die Befragten repräsentieren die acht wichtigsten Investorenländer in Deutschland: die USA (105 Teilnehmende), Japan (32), China (33), das Vereinigte Königreich (32), Frankreich (34), die Niederlande (32), die Schweiz (34) und Österreich (33). Ergänzend wurden 65 Inbounds aus weiteren Ländern einbezogen.
Die Studie ist die fünfte Veröffentlichung einer zweijährlich erscheinenden Reihe und folgt auf die Ausgaben von 2018, 2020, 2022 und 2024. Die Teilnehmenden bewerten die Chancen und Herausforderungen des Standorts Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern der Europäischen Union und geben Einblicke in ihre Investitionspläne, Standortpräferenzen und Erwartungen an politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
[1] Auf einer Skala von +10 als Spitzenreiter im EU-Vergleich bis -10 als Schlusslicht im EU-Vergleich. Ein Wert von Null steht für einen Rang als EU-Durchschnitt der 27 EU-Länder.
Pressekontakt:
KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Clemens Reisbeck
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