DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Bundesbank: Deutsche Wirtschaft wächst im 1Q leicht
Deutschlands Wirtschaft ist nach Einschätzung der Bundesbank im ersten Quartal leicht gewachsen und könnte im zweiten Jahresviertel "allenfalls leicht" zulegen. "Trotz fortbestehender Belastungsfaktoren und zusätzlichem Gegenwind durch den Krieg im Nahen Osten dürfte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2026 saisonbereinigt leicht zugelegt haben", heißt es im aktuellen Monatsbericht der Bundesbank. Mit Blick auf das zweite Quartal zeichne sich aus heutiger Sicht allenfalls eine weitere, leichte Expansion ab.
EZB/Lane sieht "machbare" Vorschläge für Safe Asset
Das Angebot an sicheren, in Euro denominierten Vermögenswerten (Safe Asset) lässt sich nach Aussage von Philip Lane, Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), bei aktueller Rechtslage auf verschiedenen Wegen erhöhen. Bei einer Konferenz zu diesem Thema verwies Lane auf eine denkbare gemeinsamen Schuldenaufnahme für europäische Zwecke wie etwa Verteidigung sowie die von Philipp Hildebrand, Helene Rey, Moritz Schularick und von Olivier Blanchard und Angel Ubide (Blue/Red Bonds) gemachten Vorschläge für ein Safe Asset. Als weitere Möglichkeit nannte er die Verbriefung von Staatsanleihen (Sovereign bond-backed securities - SBBS).
Warshs Bestätigungsanhörung als beruhigendes Signal gewertet
Die Bestätigungsanhörung von Fed-Chairman Kevin Warsh ist als beruhigendes Signal interpretiert worden, insbesondere im Hinblick auf die Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Zentralbank und der geldpolitischen Kontinuität, schreibt Laura Cooper von Nuveen in einer Research Note. Warsh habe es vermieden, sich auf einen bestimmten Zinspfad festzulegen, und einen maßvollen Ansatz zum Abbau der Bilanzsumme betont, sagt sie. Seine Präferenz für die getrimmte Durchschnittsinflation als Richtschnur für die Politik sei aufgefallen, meint die globale Anlagestrategin. Dieser Indikator eliminiere Extremrisiken, um die zugrunde liegenden Preistrends zu bewerten, und könne während des aktuellen Energieschocks "ein saubereres Signal liefern."
Britische Inflation könnte trotz Energiepreisen bald unter 3% fallen
Der Anstieg der Kraftstoffpreise hat den gesamten Anstieg der britischen Inflation auf 3,3 Prozent im März ausgemacht, aber es sei ein wesentlich weniger breit angelegter Schock als nach dem letzten Energiepreisschock, schreibt Andrew Wishart von Berenberg in einem Kommentar. Im Jahr 2022 hätten eine starke Nachfrage und Angebotsengpässe zu gleichen Teilen zu den steigenden Preisen beigetragen, meint er. Ausgehend von den aktuellen Marktschätzungen für Energiepreise dürfte die Inflation für den Rest des Jahres knapp unter 3 Prozent verharren, bevor sie im Frühjahr 2027 unter 2 Prozent falle, meint er.
Bank of England kann vorerst stillhalten - Weitere Daten abwarten
Zinserhöhungen der Bank of England seien vorerst vom Tisch, obwohl die britische Inflation in diesem Jahr aufgrund des Iran-Kriegs und der Erhöhungen der Energierechnungen für Haushalte ab Juli auf 4,0 Prozent zusteuere, schreibt James Smith von ING in einer Research Note. "Die BOE fliegt immer noch im Blindflug, da der Konflikt ungelöst ist", sagt er. Die Inflation ist im März auf 3,3 Prozent gestiegen, von zuvor 3,0 Prozent. Die bisher verfügbaren, begrenzten Umfragedaten gäben kaum Anlass zur Sorge bezüglich der Inflation.
Bank of Japan dürfte im April stillhalten - Unsicherheit steigt
Die Bank of Japan dürfte im April angesichts der zunehmenden Unsicherheit die Füße stillhalten, schreibt BofA Securities in einer Research Note und ändert damit ihre bisherige Prognose einer Zinserhöhung auf 1,0 Prozent. "Jüngste schwache Daten und anekdotische Rückmeldungen - beides eine Folge der zunehmenden Spannungen im Nahen Osten - dürften die Bank of Japan hinsichtlich der Abwärtsrisiken für die Unternehmensgewinne und die Binnenwirtschaft vorsichtiger gemacht haben", so das Brokerhaus. BofA verschiebt ihre Prognose für die nächste Zinserhöhung der Bank of Japan auf Juni.
Staatsschulden im Euroraum steigen 2025 auf 87,8 Prozent
Die Staatsschulden in der Eurozone sind im Jahr 2025 gestiegen. Der öffentliche Schuldenstand erhöhte sich gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf 87,8 von 87,0 Prozent im Vorjahr, wie die Statistikbehörde Eurostat meldete. In absoluten Zahlen stieg der Schuldenberg auf 13,911 von 13,264 Billionen Euro. In der EU-27 stieg die Staatsschuldenquote auf 81,7 von 80,7 Prozent entsprechend 15,374 nach 14,549 Billionen Euro.
Zweites Schiff in der Straße von Hormus angegriffen
In der Straße von Hormus wurde nach Angaben der UK Maritime Trade Operations (UKMTO) ein zweites Schiff angegriffen. Die beiden Vorfälle, die sich innerhalb weniger Stunden ereigneten, zeigen, dass zwar der Luftkrieg zwischen den USA und dem Iran derzeit pausiert, der Kampf um die Kontrolle über diese wichtige Seestraße jedoch weitergeht. Der Kapitän eines auslaufenden Frachtschiffs meldete, dass sein Schiff acht Seemeilen westlich der iranischen Küste beschossen wurde und nun auf See festsitzt, ohne dass das Schiff beschädigt wurde oder Besatzungsmitglieder verletzt wurden. Dies geht aus dem Bericht hervor, den das Schiff an die UKMTO, eine mit der Royal Navy verbundene Organisation, übermittelte.
+++ Konjunkturdaten +++
US/MBA Market Index Woche per 17. Apr +7,9% auf 303,3 (Vorwoche: 281)
US/MBA Purchase Index Woche per 17. Apr +10,1% auf 175,6 (Vorwoche: 159,5)
US/MBA Refinance Index Woche per 17. Apr +5,8% auf 1.023,1 (Vorwoche: 966,8)
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April 22, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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