
Schon vor dem ersten Spatenstich sollte Ihr Haus auf dem Papier stehen und bezahlbar sein. Im Finanzierungsplan muss klar sein, wie die Finanzierung funktioniert, denn aus eigenen Mitteln geht das meist nicht.
Ihr Plan sollte daher alle zentralen Geldfragen beantworten: wie viel Eigenkapital vorhanden ist, welche Förderungen infrage kommen und wie hoch die Monatsrate sein darf.
Bevor Sie einen Fachberater oder Hausplaner hinzuziehen, sollten Sie außerdem Ihr Finanzierungslimit kennen und die wichtigsten Schritte verstanden haben.
Die großen Drei: Eigenkapital, Monatsrate, Preisgrenze
Beim Hausbau fängt alles mit einem Traum an. Ernst wird es erst mit der konkreten Hausplanung. Spätestens hier zeigt sich, dass ein solides Hausfundament aus sicherer Finanzierung besteht. Die wichtigste Frage bei Hausprojekten lautet daher: Was kann ich mir leisten? Eine realistische Antwort können Sie anhand folgender Fragen finden.
Wie viel Eigenkapital können Sie aufbringen?
Eine Hausfinanzierung mit Darlehen erfordert Eigenkapital. Dabei ist es unerheblich, ob Sie neu bauen oder eine Bestandsimmobilie kaufen. Experten empfehlen eine Eigenkapitalquote von 20 bis 30 Prozent, um niedrige Zinsen und Monatsraten sicherzustellen. Als Minimum sollten Sie mindestens 10 bis 15 Prozent der Kaufnebenkosten für Grunderwerbsteuer, Notar und Makler selbst tragen.
Je weniger Eigenkapitalanteil Sie einbringen, desto höher ist das Risiko für die Bank - und desto schlechter sind die Konditionen. Mehr Eigenkapital verkürzt zudem die Tilgungsdauer und reduziert den Kreditbedarf. Auch Eigenleistungen, Wertpapiere und Bausparverträge lassen sich anrechnen.
Welche monatliche Rate können Sie sich leisten?
Die monatliche Rate ist der Betrag, mit dem Sie Ihre Kreditschuld an die Bank zurückzahlen. Sie nennt sich auch Annuität und ist, wie der Name verrät, eine Zahlung, die Sie gleichbleibend und regelmäßig leisten. Beeinflusst wird ihre Höhe vom Zinssatz sowie von der Tilgungshöhe. Die Rate bleibt im Verlauf der Tilgung gleich. In der Regel ist der Zinsanteil jedoch zunächst höher, während der Tilgungsanteil mit Abnahme der Restschuld steigt. Empfohlen wird ein Tilgungssatz von zwei bis vier Prozent der Tilgungssumme.
Zur Veranschaulichung eine Beispielrechnung: Bei einer Kreditsumme von 320.000 Euro, einem Zinssatz von vier Prozent und einer Zinsbindung von 15 Jahren liegt die Monatsrate bei 1.600 Euro.
Übrigens: Wenn Sie auf eine schnellere Tilgung hoffen, dann legen Sie im Vertrag kostenlose Sondertilgungen fest, die Sie zusätzlich leisten können, um Ihre Restschuld zu senken.
Wo liegt ihre finanzielle Belastungsgrenze?
Bei einer Hausfinanzierung sollten Sie realistisch festlegen, welche monatliche Rate Sie tragen können. Diese bestimmt Ihre Preisgrenze. Als Richtwert gelten 30 bis 40 Prozent des Nettohaushaltseinkommens - aber Nebenkosten nicht vergessen.
Entscheidend ist Ihre aktuelle finanzielle Lage, nicht künftige Einnahmen, Erbschaften oder Gehaltserhöhungen. Stellen Sie alle Einnahmen und Ausgaben dem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen gegenüber und planen Sie Puffer für Unvorhergesehenes, mögliche Mehrkosten (etwa durch Familienzuwachs) sowie Rücklagen von bis zu sechs Monatsgehältern.
Hauptkostenpunkte bei der Hausplanung
Unabhängig von der Bauart hängen Ihre Hauskosten vor allem von drei Faktoren ab:
- 30 bis 50 Prozent: Grundstück (inkl. Grunderwerbssteuer, Notar, Grundbucheintrag).
- 40 bis 60 Prozent: Baukosten (inkl. Roh-/Innenausbau). Fertighauskosten sind besser planbar, während Massivhäuser teils günstiger ausfallen.
- 15 bis 20 Prozent: Baunebenkosten (inkl. Bodengutachten, Vermessung, Baugenehmigung, Bauplanung).
Weitere Kosten umfassen Bodenerschließung und Hausanschlüsse (bis 30.000 Euro), Außenanlagen (bis 80.000 Euro), Versicherungen und Extras wie Wärmepumpen oder Photovoltaik. Nicht zu vergessen: Berufsunfähigkeitsversicherungen, Risikolebensversicherungen sowie Bauherrenhaftpflicht- und Bauleistungsversicherungen bieten zusätzliche Absicherung.
Durchschnittliche Gesamtsumme: Der reine Hausbau kostet laut dem Verband Privater Bauherren zwischen 300.000 bis 450.000 Euro. Durch Nebenkosten kann der Gesamtpreis bei bis zu 700.000 Euro liegen. Ein strukturierter Budgetrechner für das Hausprojekt schafft hier Klarheit und kann Ihre finanzielle Belastungsgrenze präzise zu ermitteln.
Eine Frage der Zeit: Welche Zinsbindung passt zu Ihnen?
Neben der Höhe von Kreditsumme und Zinsen hat auch die Zinsbindung starken Einfluss auf die Hausfinanzierung. Die Zinsbindung sichert Ihnen für einen vereinbarten Zeitraum feste Konditionen wie den Sollzinssatz und Monatsraten. Übliche Zeiträume liegen zwischen 10, 15 und 20 Jahren und bieten solide Planungssicherheit ohne Überraschungen. Je nach Dauer unterscheiden sich Zinsbindungen wie folgt:
- 5 Jahre: Niedrige Zinsen, aber Risiko schlechter Anschlusskonditionen.
- 10 oder 15 Jahre: Gute Balance aus Zinssicherheit und stabilen Raten.
- 20 Jahre: Hohe Planungs- und Zinssicherheit, dafür höhere Zinsen.
- 30 Jahre: Maximale Sicherheit, aber hohe Zinsen und wenig Flexibilität.
Gut zu wissen: Zehn Jahre nach Vollauszahlung können Sie die Zinsbindung gemäß § 489 BGB mit sechs Monaten Frist kostenfrei kündigen, um sich bessere Zinssätze zu sichern.
Wer Zinsbindung sagt, muss auch Anschlussfinanzierung sagen
Bei kurzen Zinsbindungen sollten Sie sich frühzeitig um die Anschlussfinanzierung kümmern - im Idealfall drei bis fünf Jahre vor Zinsbindungsende. So vermeiden Sie, dass Ihr Darlehen zu schlechteren Konditionen verlängert wird oder mit variablen Zinsen weiterläuft. Zu möglichen Optionen für eine Anschlussfinanzierung zählen:
- Umschuldung: Wechsel zu Anbieter mit besseren Konditionen.
- Prolongation: Verlängerung bei gleichem Anbieter (oft zu schlechteren Bedingungen)
- Forward-Darlehen: Sicherung guter Zinssätze bis zu 5,5 Jahre vor Ende der Zinsbindung.
Bereitstellungsfreie Zeit bei Darlehensauszahlung beachten
Beim Hausbau ist es üblich und sinnvoll, das Darlehen nach Baufortschritt auszahlen zu lassen - Zinsen fallen somit nur auf ausgezahlte Teilbeträge an. Banken gewähren meist einen bereitstellungszinsfreien Zeitraum von bis zu zwölf Monaten. Liegt die Bauzeit darunter, fallen keine Zusatzkosten an. Verzögert sich der Bau, können auf noch nicht abgerufene Beträge Bereitstellungszinsen zwischen 0,25 und 0,5 anfallen. Auch das sollten Sie bei der Planung bedenken.
Mit staatlichen Förderungen finanziell etwas aufatmen
Mit staatlicher Unterstützung und Förderung können Sie sich um mehrere Zehntausend Euro entlasten, etwa durch zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse. Wichtige Programme umfassen:
- KfW-Förderungen für klimafreundlichen Neubau (297, 298), für Familien (300) oder für selbstgenutztes Wohneigentum (124)
- KfW-Zuschüsse für energieeffizientes Bauen und Sanieren (keine Rückzahlung)
- BEG-Förderung mit Zuschüssen und günstigen Krediten für effiziente Gebäude
- Regionale Förderungen der Bundesländer
Planmäßig zum Eigenheim - mit realistischem Blick auf sichere Finanzen
Der Weg zum Eigenheim führt über Finanzhürden, die Sie mit einer klaren und realistischen Finanzierungsstrategie bewältigen können. Wichtig ist jedoch ein nüchterner Blick auf die eigene Zahlungsfähigkeit sowie eine strukturierte Kosten- und Risikoplanung samt finanziellen Unwägbarkeiten. Im Zweifel empfiehlt sich eine kostenlose Bau- und Finanzierungsberatung.
Enthaltene Werte: DE0009653386
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