NEW YORK (dpa-AFX) - Mit bangen Blicken der Anleger in den Iran hat der Euro am Mittwoch an seine Vortagesverluste angeknüpft. In New York wurde die Gemeinschaftswährung zu 1,1710 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1733 (Dienstag: 1,1767) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8523 (0,8498) Euro.
Im Iran-USA-Konflikt ist keine Entspannung in Sicht, weil beide Seiten weiter mit gegenseitigen Vorwürfen auffallen. Donald Trump will der iranischen Führung Medienberichten zufolge nochmals wenige Tage Zeit geben, um sich auf einen "geeinten Vorschlag" zur Beilegung des Krieges zu verständigen. Der US-Präsident sagte der New York Post, dass eine zweite Gesprächsrunde möglicherweise am Freitag stattfinden könnte.
Am Vorabend hatte Trump eine Verlängerung der Waffenruhe angekündigt. Vizepräsident JD Vance hatte eine Reise nach Pakistan zu Verhandlungen abgesagt, nachdem der Iran eine Teilnahme an den Gesprächen abgelehnt hatte. "Die Lage bleibt somit festgefahren", kommentierten Analysten der Dekabank. Am Mittwoch verunsicherte außerdem die Meldung iranischer Streitkräfte, dass drei Frachtschiffe vor ihrer Küste angegriffen wurden.
Aktuelle Konjunkturdaten trugen ebenfalls zu dem trüben Bild bei. Die Stimmung der Verbraucher in der Eurozone hat sich im April deutlich stärker verschlechtert als befürchtet. Ein Grund dürfte der Iran-Krieg sein, der zu höheren Ölpreisen und steigenden Inflationsgefahren führt.
Bereits im März war der Indikator für das Konsumklima abgesackt. "Die Haushalte sind in den letzten Wochen noch besorgter über ihre wirtschaftliche Lage geworden - und das trotz einer Erholung an den Aktienmärkten und eines Rückgangs der Erdgaspreise", schrieb Andrew Kenningham, Chef-Volkswirt für Europa bei Capital Economics./la/tih/he
