DJ MÄRKTE EUROPA/Etwas leichter - Starke Unternehmenszahlen stützen
DOW JONES--Die europäischen Börsen sind entgegen der vorbörslichen Indikation nur mit leichten Abgaben in den Handel am Donnerstag gestartet. Unterstützung liefern starke Unternehmenszahlen. Übergeordnet verlässt die Anleger zunehmend die Hoffnung, dass es eine rasche Lösung im Irankrieg geben wird. US-Präsident Donald Trump hat zwar den Waffenstillstand auf unbegrenzte Zeit verlängert. Die Straße von Hormus bleibt aber weiter geschlossen. Zugleich sind die Bemühungen für eine diplomatischen Lösung des Konflikts ins Stocken geraten, eine baldige Lösung zeichnet sich nicht ab und damit steigen die Risiken für die Weltwirtschaft.
Der DAX verliert 0,4 Prozent auf 24.098 Punkte und bleibt damit knapp über der 200-Tagelinie. Der Euro-Stoxx-50 gibt um 0,6 Prozent auf 5.872 nach. Der Preis der Ölsorte Brent zieht am Morgen um weitere 1,4 Prozent auf 103,34 Dollar das Fass an. Der Euro wird wenig verändert bei 1,1702 Dollar gehandelt, an den Anleihemärkten geht es mit den Renditen leicht nach oben.
Die Spuren des Irankriegs machen sich zunehmend in den Wirtschaftsdaten bemerkbar, das sollten auch die am Vortag anstehenden europäischen Einkaufsmanagerindizes zeigen. Die bereits veröffentlichten Sammelindizes aus Frankreich und Deutschland haben sich im April weiter abgeschwächt und liegen nun beide deutlich unter der Expansionsschwelle von 50.
Dank starker Sektorvorgaben gewinnen Infineon im frühen Handel 6,6 Prozent und stellen damit die DAX-Spitze. Stützend wirken starke Geschäftszahlen aus der Branche. So deuteten Auftragseingänge, Umsatz und Margenentwicklung von STMicroelectronics auf eine beginnende Erholung hin, so die Citigroup. In Asien hatte SK Hynix Rekordzahlen vorgelegt. Für STMicroelectronics geht es um 8,5 Prozent nach oben.
Nachbörslich werden die Geschäftszahlen von SAP (-3,2%) veröffentlicht. Diese könnten weit über den Technologiesektor hinaus Akzente setzen. Aus Sorge vor KI-Disruptionen hat die Aktie seit Jahresbeginn fast 30 Prozent an Wert verloren, was als Index-Schwergewicht auch eine Belastung für den DAX darstellt.
Trotz insgesamt solider Geschäftszahlen geben Sartorius um 2,2 Prozent nach. Wie Bernstein anmerkt, ist die EBITDA-Marge mit 29,7 Prozent leicht unter der Konsensschätzung von 30,1 Prozent geblieben. Baader spricht mit Blick auf die Erstquartalszahlen von Vossloh (+1,3%) von soliden Ergebnissen. Die Zahlen bewegten sich im Rahmen der Erwartungen, der Auftragseingang habe sich etwas besser als vom Markt veranschlagt entwickelt.
Nestle (+6,6%) hat starke Erstquartalszahlen vorgelegt. Das organische Umsatzwachstum hat mit 3,5 Prozent laut RBC die Konsensschätzung von 2,4 Prozent klar geschlagen. Herausragend habe sich das Kaffeegeschäft mit einem zweistelligen organischen Umsatzwachstum entwickelt, so die Analysten.
Für L'Oreal geht es um 8,6 Prozent nach oben. Das organische Umsatzwachstum hat laut RBC mit 7,6 Prozent die Konsensschätzung klar geschlagen. "L'Oreal ist zu alter Form zurückgekehrt und liefert ein solides zugrundeliegendes Wachstum (...) - eine deutliche Beschleunigung gegenüber den Trends des vierten Quartals," so die Analysten.
Renault gewinnen nach Erstquartalszahlen 2,7 Prozent. "Der Umsatz lag über dem Konsens, und der Auftragseingang ist gut - insbesondere bei der Sparte Dacia", so Bernstein. Der Umsatz im Bereich Automobile belief sich auf 10,81 Milliarden Euro und lag damit über der Konsensschätzung von Visible Alpha von 9,78 Milliarden Euro.
Stifel spricht von einer Wachstumsnormalisierung von Essilorluxottica (-4,3%) im ersten Quartal nach dem außerordentlichen Vorquartal. Bei einem Umsatzplus von 10,8 Prozent sprechen die Analysten von einer soliden Entwicklung, auch wenn die Erwartung damit nicht ganz erreicht worden sei. Treiber des Wachstums war die Nachfrage nach den mit künstlicher Intelligenz (KI) ausgestatteten Brillen, von denen sich das Unternehmen in den kommenden Jahren Wachstumsimpulse erhofft.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 5.871,78 -0,6 -34,44 5.906,22 1,4 Stoxx-50 5.050,28 -0,2 -9,72 5.060,00 2,7 DAX 24.097,93 -0,4 -96,97 24.194,90 -1,6 MDAX 30.764,99 -1,3 -411,65 27.039,42 0,5 TecDAX 3.664,30 -0,2 -6,47 3.091,28 1,1 SDAX 17.955,80 -0,5 -85,93 13.062,07 4,5 CAC 8.188,71 +0,4 32,28 8.156,43 0,5 SMI 13.194,85 +1,0 127,22 13.067,63 -0,5 ATX 5.790,88 -0,3 -18,73 5.809,61 8,7 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 18:22 EUR/USD 1,1701 -0,0 -0,0002 1,1703 1,1711 EUR/JPY 186,82 +0,1 0,2000 186,62 186,8000 EUR/CHF 0,9179 -0,0 -0,0004 0,9183 0,9175 EUR/GBP 0,8675 +0,1 0,0007 0,8668 0,8674 USD/JPY 159,65 +0,1 0,1700 159,48 159,5000 GBP/USD 1,3486 -0,1 -0,0015 1,3501 1,3497 USD/CNY 6,8333 +0,1 0,0058 6,8275 6,8275 USD/CNH 6,8361 +0,1 0,0043 6,8318 6,8312 AUS/USD 0,7154 -0,1 -0,0004 0,7158 0,7156 Bitcoin/USD 78.096,38 -0,5 -357,03 78.453,41 79.167,01 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 94,04 +1,2 1,08 92,96 Brent/ICE 103,34 +1,4 1,43 101,91 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.720,60 -0,4 -17,18 4.737,78 Silber 76,10 -2,1 -1,60 77,70 Platin 2.033,92 -2,0 -40,52 2.074,44 ===
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