Frankfurt (ots) -
Die deutsche Industriewirtschaft steht im kommenden Jahrzehnt vor einer möglichen Schwankung der Wirtschaftsleistung von 586 Mrd. Euro, abhängig davon, ob es gelingt, den Zustrom an MINT-Fachkräften aufrechtzuerhalten, die fast ein Fünftel der gesamten Bruttowertschöpfung tragen.
Der STEM Skills Outlook 2026 von SThree zeigt das wirtschaftliche Gewicht des MINT-Fachkräftemangels für Deutschland: Mit einem MINT-Anteil von 17,5 Prozent an der gesamten Bruttowertschöpfung (BWS) zählt Deutschland zu den MINT-stärksten Volkswirtschaften Europas und weltweit zu den fünf Ländern mit der höchsten gefährdeten Wertschöpfung. Sollte sich die Qualifikationspipeline bis 2035 verschlechtern, sind kumuliert rund 288 Mrd. Euro an MINT-Wertschöpfung gefährdet. Umgekehrt könnten 298 Mrd. Euro zusätzlicher Wertschöpfung entstehen, wenn sich die Pipeline verbessert. Insgesamt stehen damit rund 586 Mrd. Euro auf dem Spiel.
Die vom Centre for Economics and Business Research (Cebr) durchgeführte Studie untersucht 42 Volkswirtschaften und bewertet ihre Abhängigkeit von der lokalen MINT-Wertschöpfung sowie die Risiken, die sich aus einer nachlassenden Versorgung mit qualifizierten Fachkräften ergeben können. Im internationalen Durchschnitt macht der MINT-Sektor 14,7 Prozent der gesamten BWS aus.
"Deutschland ist eine der am stärksten MINT-abhängigen Volkswirtschaften Europas - und genau das macht den Fachkräftemangel hier zu einer wirtschaftspolitischen Grundsatzfrage. 586 Mrd. Euro trennen das beste vom schlechtesten Szenario für das kommende Jahrzehnt. Das ist kein abstrakter Wert, sondern der messbare Preis dafür, die MINT-Pipeline zu vernachlässigen, statt zu stärken", sagt Cliff Sidhu, Managing Director DACH von SThree. "Für ein Land, dessen industrielle Identität auf Ingenieurswesen und Technologie beruht, gibt es keinen wichtigeren Hebel als die Qualifikationsbasis der nächsten Generation."
MINT-Wertschöpfung in Deutschland
Für Deutschland hebt der Report zwei zentrale Erkenntnisse hervor: Einerseits eine hohe Abhängigkeit von MINT-Branchen, andererseits eine Qualifikationspipeline, die sich zwar in die richtige Richtung entwickelt, aber von einer dünnen Basis aus startet.
Auf Grundlage der bisherigen Absolvent*innenentwicklung prognostiziert die Studie für Deutschland bis 2035 ein jährliches Wachstum der MINT-BWS von 2,4 Prozent. Entwickelt sich die Zahl der Absolvent*innen weniger günstig, beträgt der kumulierte gefährdete Output im Zeitraum 2025 bis 2035 rund 288 Mrd. Euro (408 Mrd. USD, PPP). Im Falle einer positiven Entwicklung könnten hingegen zusätzliche 298 Mrd. Euro (422 Mrd. USD, PPP) realisiert werden.
Die Anzahl der Absolvent*innen wächst mit 2,8 Prozent jährlich - ein positiver Trend. Gleichzeitig liegt Deutschland mit 7,6 Abschlüssen pro 1.000 Personen im erwerbsfähigen Alter unter dem internationalen Paneldurchschnitt. Die Pipeline bewegt sich also in die richtige Richtung, aber von einem Ausgangspunkt, der wenig Spielraum für demografischen Druck, veränderte Studienentscheidungen oder Einschränkungen bei der internationalen Talentmobilität lässt.
Ingenieurwesen und Technologie: Stärke und Verwundbarkeit zugleich
Innerhalb des MINT-Sektors dominieren Ingenieurwesen und Technologie, getragen von Deutschlands starker industrieller Basis in Maschinenbau, Ausrüstung, Metallverarbeitung und einem rasant wachsenden IT- und Softwaresektor. Diese Sektoren sind tief in globale Lieferketten eingebettet und hochsensibel gegenüber dem Angebot qualifizierter Fachkräfte.
Eine nachlassende Pipeline gefährdet nicht nur die inländische Wertschöpfung, sondern Deutschlands Stellung als Herzstück der europäischen Industrieproduktion. Die Konsequenzen würden über Grenzen hinausgehen: Zulieferer, Partner und Branchen, die auf deutsche Ingenieurs- und Technologieleistung angewiesen sind, wären gleichermaßen betroffen - und das Risikopotenzial steigt entsprechend.
DACH-Vergleich: Wirtschaftsleistung und Exponierung
Im DACH-Vergleich ist der gefährdete Output in Deutschland am höchsten. Der kumulierte gefährdete Output liegt bei rund 80 Mrd. Euro (67 Mrd. USD, PPP) für die Schweiz und 30 Mrd. Euro (42 Mrd. USD, PPP) für Österreich. Während der Anteil der MINT-Wertschöpfung an der gesamten Wirtschaftsleistung Österreich mit 15,1 Prozent etwas geringer als in Deutschland (17,5 Prozent) ist, gehört die Schweiz mit 21,3 Prozent zu den Ländern mit der höchsten MINT-Abhängigkeit.
Der Index des STEM Skills Outlook 2026 wird anhand von drei Faktoren berechnet: der Abhängigkeit einer Volkswirtschaft von ihrer MINT-Wertschöpfung, der Entwicklung der BSc- oder gleichwertigen Absolvent*innenzahlen sowie dem Output, der bei einer Verschlechterung der MINT-Pipeline gefährdet wäre. Im finalen Indexranking erreicht Deutschland 46,1 Punkte (Rang 24 von 42), Österreich und die Schweiz liegen gleichauf bei jeweils 45,1 Punkten - alle drei im mittleren Risikobereich der 42 untersuchten Volkswirtschaften.
Zum vollständigen Report
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Sabine Klopffleisch
s.klopffleisch@sthree.com
Ciara Steurer
sthreegermany@grayling.com
+43 (0) 664 60508838
Original-Content von: SThree, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/182427/6261157
Die deutsche Industriewirtschaft steht im kommenden Jahrzehnt vor einer möglichen Schwankung der Wirtschaftsleistung von 586 Mrd. Euro, abhängig davon, ob es gelingt, den Zustrom an MINT-Fachkräften aufrechtzuerhalten, die fast ein Fünftel der gesamten Bruttowertschöpfung tragen.
Der STEM Skills Outlook 2026 von SThree zeigt das wirtschaftliche Gewicht des MINT-Fachkräftemangels für Deutschland: Mit einem MINT-Anteil von 17,5 Prozent an der gesamten Bruttowertschöpfung (BWS) zählt Deutschland zu den MINT-stärksten Volkswirtschaften Europas und weltweit zu den fünf Ländern mit der höchsten gefährdeten Wertschöpfung. Sollte sich die Qualifikationspipeline bis 2035 verschlechtern, sind kumuliert rund 288 Mrd. Euro an MINT-Wertschöpfung gefährdet. Umgekehrt könnten 298 Mrd. Euro zusätzlicher Wertschöpfung entstehen, wenn sich die Pipeline verbessert. Insgesamt stehen damit rund 586 Mrd. Euro auf dem Spiel.
Die vom Centre for Economics and Business Research (Cebr) durchgeführte Studie untersucht 42 Volkswirtschaften und bewertet ihre Abhängigkeit von der lokalen MINT-Wertschöpfung sowie die Risiken, die sich aus einer nachlassenden Versorgung mit qualifizierten Fachkräften ergeben können. Im internationalen Durchschnitt macht der MINT-Sektor 14,7 Prozent der gesamten BWS aus.
"Deutschland ist eine der am stärksten MINT-abhängigen Volkswirtschaften Europas - und genau das macht den Fachkräftemangel hier zu einer wirtschaftspolitischen Grundsatzfrage. 586 Mrd. Euro trennen das beste vom schlechtesten Szenario für das kommende Jahrzehnt. Das ist kein abstrakter Wert, sondern der messbare Preis dafür, die MINT-Pipeline zu vernachlässigen, statt zu stärken", sagt Cliff Sidhu, Managing Director DACH von SThree. "Für ein Land, dessen industrielle Identität auf Ingenieurswesen und Technologie beruht, gibt es keinen wichtigeren Hebel als die Qualifikationsbasis der nächsten Generation."
MINT-Wertschöpfung in Deutschland
Für Deutschland hebt der Report zwei zentrale Erkenntnisse hervor: Einerseits eine hohe Abhängigkeit von MINT-Branchen, andererseits eine Qualifikationspipeline, die sich zwar in die richtige Richtung entwickelt, aber von einer dünnen Basis aus startet.
Auf Grundlage der bisherigen Absolvent*innenentwicklung prognostiziert die Studie für Deutschland bis 2035 ein jährliches Wachstum der MINT-BWS von 2,4 Prozent. Entwickelt sich die Zahl der Absolvent*innen weniger günstig, beträgt der kumulierte gefährdete Output im Zeitraum 2025 bis 2035 rund 288 Mrd. Euro (408 Mrd. USD, PPP). Im Falle einer positiven Entwicklung könnten hingegen zusätzliche 298 Mrd. Euro (422 Mrd. USD, PPP) realisiert werden.
Die Anzahl der Absolvent*innen wächst mit 2,8 Prozent jährlich - ein positiver Trend. Gleichzeitig liegt Deutschland mit 7,6 Abschlüssen pro 1.000 Personen im erwerbsfähigen Alter unter dem internationalen Paneldurchschnitt. Die Pipeline bewegt sich also in die richtige Richtung, aber von einem Ausgangspunkt, der wenig Spielraum für demografischen Druck, veränderte Studienentscheidungen oder Einschränkungen bei der internationalen Talentmobilität lässt.
Ingenieurwesen und Technologie: Stärke und Verwundbarkeit zugleich
Innerhalb des MINT-Sektors dominieren Ingenieurwesen und Technologie, getragen von Deutschlands starker industrieller Basis in Maschinenbau, Ausrüstung, Metallverarbeitung und einem rasant wachsenden IT- und Softwaresektor. Diese Sektoren sind tief in globale Lieferketten eingebettet und hochsensibel gegenüber dem Angebot qualifizierter Fachkräfte.
Eine nachlassende Pipeline gefährdet nicht nur die inländische Wertschöpfung, sondern Deutschlands Stellung als Herzstück der europäischen Industrieproduktion. Die Konsequenzen würden über Grenzen hinausgehen: Zulieferer, Partner und Branchen, die auf deutsche Ingenieurs- und Technologieleistung angewiesen sind, wären gleichermaßen betroffen - und das Risikopotenzial steigt entsprechend.
DACH-Vergleich: Wirtschaftsleistung und Exponierung
Im DACH-Vergleich ist der gefährdete Output in Deutschland am höchsten. Der kumulierte gefährdete Output liegt bei rund 80 Mrd. Euro (67 Mrd. USD, PPP) für die Schweiz und 30 Mrd. Euro (42 Mrd. USD, PPP) für Österreich. Während der Anteil der MINT-Wertschöpfung an der gesamten Wirtschaftsleistung Österreich mit 15,1 Prozent etwas geringer als in Deutschland (17,5 Prozent) ist, gehört die Schweiz mit 21,3 Prozent zu den Ländern mit der höchsten MINT-Abhängigkeit.
Der Index des STEM Skills Outlook 2026 wird anhand von drei Faktoren berechnet: der Abhängigkeit einer Volkswirtschaft von ihrer MINT-Wertschöpfung, der Entwicklung der BSc- oder gleichwertigen Absolvent*innenzahlen sowie dem Output, der bei einer Verschlechterung der MINT-Pipeline gefährdet wäre. Im finalen Indexranking erreicht Deutschland 46,1 Punkte (Rang 24 von 42), Österreich und die Schweiz liegen gleichauf bei jeweils 45,1 Punkten - alle drei im mittleren Risikobereich der 42 untersuchten Volkswirtschaften.
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