NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Der Preis für Rohöl ist am Donnerstag mit der Sorge über ein Wiederaufflammen des Iran-Kriegs gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni wurde bei 102,60 US-Dollar gehandelt und damit etwa ein halbes Prozent über dem Niveau vom Vortag. Zeitweise war der Preis bis auf 106 Dollar gestiegen, denn die Waffenruhe im Iran-Krieg steht zunehmend auf der Kippe.
Das Ringen um eine Wiederaufnahme von Verhandlungen für ein Ende des Iran-Kriegs geht weiter, während die Blockade der Straße von Hormus die Rohstoffmärkte unter Druck setzt. US-Präsident Donald Trump ist laut Medienberichten bereit, die Waffenruhe um drei bis fünf Tage zu verlängern, damit der Iran einen Vorschlag zur Beendigung des Krieges macht.
Der US-Präsident hatte eine Öffnung der von Teheran weitgehend blockierten Straße von Hormus zur Bedingung für die Waffenruhe gemacht. Zugleich hält er an der US-Seeblockade fest, die Schiffe betrifft, die aus iranischen Häfen kommen oder diese ansteuern.
Das Ausbleiben von Verhandlungen für ein Ende des Iran-Kriegs verunsichert die Anleger an den Rohstoffmärkten. Seit Beginn der Woche hat sich Rohöl aus der Nordsee um etwa sechs Dollar und US-Öl um fast vier Dollar je Barrel verteuert. Zudem bewegt sich Nordseeöl wieder in Richtung des Hochs seit Beginn des Krieges, das im März bei etwa 120 Dollar je Barrel erreicht worden war.
Experte Dennis Kissler vom Finanzdienstleister BOK Financial Securities geht davon aus, dass der Preisanstieg so lange weitergehen dürfte, bis eine der beiden Kriegsparteien nachgibt. Seiner Einschätzung nach sind die Verhandlungen über ein Abkommen festgefahren. "Je länger kein Öl durch die Straße von Hormus fließt, desto weiter werden die Preise steigen", sagte Kissler./jkr/la/jha/
