DJ Ifo-Geschäftsklima fällt im April stärker als erwartet
Von Andreas Plecko
DOW JONES--Die Stimmung in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im April im Zuge des Iran-Kriegs stärker eingetrübt als erwartet. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank auf 84,4 (Vormonat revidiert: 86,3) Punkte, wie das Münchner Ifo Institut nach seiner monatlichen Umfrage unter rund 9.000 Managern mitteilte. Das ist der niedrigste Stand seit Mai 2020. Vorläufig war für März ein Wert von 86,4 ausgewiesen worden. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten nur einen Rückgang auf 85,5 Punkte erwartet.
"Die Irankrise trifft die deutsche Wirtschaft hart", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. "Die Unternehmen blicken erheblich pessimistischer auf die kommenden Monate. Sie bewerteten auch ihre aktuelle Lage schlechter." Der Ifo-Index ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer und gilt als zuverlässiger Indikator für die Entwicklung der nächsten sechs Monate.
Der Index zur Beurteilung der aktuellen Lage der befragten Unternehmen fiel im April auf 85,4 (86,7) Punkte. Die Prognose der Ökonomen hatte auf einen Rückgang auf 85,6 gelautet. Der Index für die Geschäftserwartungen fiel auf 83,3 (revidiert 85,9; vorläufig 86,0) Zähler. Die befragten Volkswirte hatten nur einen Rückgang auf 85,3 Punkte erwartet.
Im verarbeitenden Gewerbe hat sich das Geschäftsklima verschlechtert. Dies war auf deutlich pessimistischere Erwartungen zurückzuführen, insbesondere in der chemischen Industrie. Ihre aktuelle Lage bewerteten die Unternehmen hingegen etwas besser. Sie berichteten allerdings zunehmend von Lieferengpässen bei Vorprodukten.
Im Dienstleistungssektor ist der Index deutlich gesunken. Der Einbruch der Erwartungen hat sich fortgesetzt. Auch die Urteile zur aktuellen Lage fielen weniger gut aus. Speziell die Logistik steht unter Druck, dort sind die Aussichten düster. Im Handel hat das Geschäftsklima stark nachgegeben. Die Unternehmen korrigierten ihre Urteile sowohl bei der aktuellen Lage als auch bei den Erwartungen spürbar nach unten. Die Einzelhändler sorgen sich insbesondere, dass sich die Konsumenten aufgrund der Inflation stärker zurückhalten.
Im Bauhauptgewerbe ist das Geschäftsklima eingebrochen. Die Erwartungen gaben fast um 10 Punkte nach. Die Unternehmen waren mit den laufenden Geschäften deutlich weniger zufrieden. Die Hoffnungen auf einen Aufschwung sind vorerst dahin.
Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com
DJG/apo/hab
(END) Dow Jones Newswires
April 24, 2026 04:12 ET (08:12 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
