
© Foto: Richard Bell auf Unsplash (Symbolbild)
DocMorris ist zurück. Nach einem langen Kursverfall erholt sich die Aktie der Schweizer Online-Apotheke seit Ende März spürbar, und die jüngsten Quartalszahlen liefern handfeste Gründe dafür. Das Rezeptgeschäft in Deutschland wächst rasant, die Verluste schmelzen schneller als erwartet, und das Management peilt den operativen Break-even noch in diesem Jahr an. Dazu kommen renommierte Analysehäuser, die deutlich höhere Kursziele ausgeben. Kurz gesagt: Hier tut sich etwas. Wer die Aktie auf dem Radar hat, sollte jetzt genauer hinschauen, denn das Zeitfenster für einen günstigen Einstieg könnte kleiner werden.
Operative Wende mit Rückenwind
Die Zahlen zum ersten Quartal 2026 sind beeindruckend. Der Außenumsatz stieg um 7,3 Prozent auf 318,1 Millionen Schweizer Franken. Besonders stark zeigte sich das Segment mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, ein Plus von 30,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch das Nicht-Rezept-Geschäft legte um 6,5 Prozent zu. Die digitalen Dienste, darunter die Tochtergesellschaft TeleClinic, wuchsen sogar um 63 Prozent. Noch wichtiger: Das operative Minus schrumpfte von 16,1 auf 6,3 Millionen Franken. Die Kundenbasis wuchs auf 12,6 Millionen aktive Nutzer. Das automatisierte Logistikzentrum in Heerlen drückt dabei die Kosten pro Paket weiter nach unten. DocMorris ist kein reiner Versender mehr, das Unternehmen entwickelt sich zur integrierten Gesundheitsplattform. Und TeleClinic wird von Analysten auf rund 200 Millionen Franken taxiert. Ein möglicher Teilverkauf könnte frisches Kapital bringen.

Charttechnik
Der Kurs hat Anfang des Jahres bei knapp unter 4 Franken seinen Tiefpunkt gefunden. Seitdem läuft eine bemerkenswerte Erholung. Ende März setzte ein neuer Aufwärtstrend ein, der sich seither beschleunigt. Die Aktie notiert aktuell bei rund 7,00 bis 7,50 Franken und hat zuletzt sogar ein neues 52-Wochen-Hoch markiert. Das Momentum zeigt klar nach oben. Charttechnisch ist das Bild durchaus brauchbar und konstruktiv. Die nächste relevante Zielzone liegt zwischen 8 und 10 Franken. Barclays hat das Kursziel jüngst von 6 auf 8 Franken angehoben, Jefferies sieht sogar 12 Franken als realistisch. Kurzfristig ist eine Konsolidierung gut möglich, und wäre durchaus gesund. Wer noch nicht investiert ist, könnte genau das als Einstiegsgelegenheit im Blick behalten.
Was tun?
DocMorris befindet sich in einer regelrechten Aufholjagd. Die Quartalszahlen zeigen, dass das Unternehmen die Kurve kriegt. Es gibt Wachstum im Kerngeschäft, deutlich verbesserte Profitabilität, ein erreichbares Breakeven-Ziel für 2026 und positiver freier Cashflow ab 2027. Die Analysehäuser Jefferies und Barclays bestätigen die positive Richtung. Einzig UBS und Deutsche Bank bleiben noch zurückhaltend. Wer langfristig denkt, findet hier eine spannende Kombination aus Turnaround-Story und operativem Wachstumstitel. Die Aktie hat Luft nach oben, Kurse zwischen 8 und 10 Franken sind durchaus drin. Dennoch ist es wichtig, das Risiko im Griff zu haben. Vor einem unbedachten Einstieg lohnt es sich eventuell, auf eine Konsolidierung zu warten. Die gibt es beim aktuellen Momentum fast immer. Wer sie nutzt, kauft günstiger, und mit besserem Risiko-Rendite-Verhältnis.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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