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Nach einem zunächst starken Jahresauftakt verschärft sich der Abwärtstrend des Turbinenherstellers MTU Aero Engines. Ohne Käufer gehen hier bald die Lichter aus.
MTU Aero Engines: Turbinenhersteller mit Strömungsabriss
Anlegerinnen und Anleger des deutschen Flugzeugturbinenbauers MTU Aero Engines haben gegenwärtig nichts zu lachen. Obwohl das Papier vielversprechend in das neue Börsenjahr gestartet war, ist die Bilanz mit einem Minus von 18,6 Prozent inzwischen mager. Im deutschen Leitindex DAX belegt die Aktie damit einen der hinteren Plätze.
Besonders hart trifft es die Münchner vor dem Wochenende. Am Freitagmittag büßt die Aktie weitere 4,7 Prozent ein, nachdem UBS-Analyst Ian Douglas-Pennant seinen Daumen gesenkt und MTU Aero Engines zum Verkauf abgestuft hat.

UBS mit Downgrade, Aktie verliert fast 5 Prozent
Er sieht das Unternehmen am schwächsten aufgestellt, sollte es angesichts des Kerosinmangels zu einer Flaute im Ersatzteil- und Servicegeschäft kommen. Sein Kursziel hat er von 350 auf 275 Euro gesenkt. Das liegt deutlich unter dem durchschnittlichen Analystenziel von 403,60 US-Dollar.
Douglas-Pennant gilt laut dem Vergleichsportal für Wall-Street-Expertinnen und -Experten TipRanks als herausragend zuverlässiger Experte mit sehr starkem Track-Record. Das verleiht dem Downgrade zusätzliches Gewicht.

Neues 52-Wochen-Tief jetzt nur noch eine Frage der Zeit?
Aus charttechnischer Perspektive sind die jüngsten Kursverluste eine Katastrophe. Zwar konnte sich MTU Aero Engines im Zuge der jüngsten Erholungsrallye am Gesamtmarkt ebenfalls kräftig erholen. Der Anstieg scheiterte jedoch genau an der 50-Tage-Linie und damit bereits am ersten wichtigen Widerstand.
Die Abgaben der vergangenen Tage sowie die Fortsetzung der Verluste am Freitag sorgen nun dafür, dass die Aktie unter die vorerst letzten verbliebenen Unterstützungen bei 300 und 294 Euro auf den tiefsten Stand seit fast einem Jahr fallen. Das lässt eine Fortsetzung der Korrektur bis zum 52-Wochen-Tief bei 273,90 Euro befürchten.
Ausgeprägte technische Schwäche spricht für weitere Verluste
Für anhaltende Kursverluste spricht neben dem Death Cross der Durchschnittslinien die Tatsache, dass die technischen Indikatoren den Abwärtstrend der Aktie begleiten. Dabei verpasste der Trendstärkeindikator MACD zuletzt sogar den Vorzeichenwechsel und zeigte trotz des Erholungsversuchs einen fortgesetzten Abwärtstrend an, der nun bereits wieder an Fahrt gewinnt.
Gleichzeitig ist ein Rebound der Aktie längst noch nicht zwingend, da der Relative-Stärke-Index (RSI) von klar überverkauften Zuständen noch ein gutes Stück entfernt ist. Sollte das 52-Wochen-Tief dem Verkaufsdruck nicht standhalten, wären angesichts des neuen Verkaufssignals noch höhere Verluste zu befürchten.
Zur Oberseite lägen erste prozyklische Kaufsignal erst oberhalb von 340 Euro wieder vor. Jenseits von 360 Euro beziehungsweise oberhalb der 200-Tage-Linie wäre die Trendwende geglückt. Hierfür ist eine nachhaltige Bodenbildung allerdings eine zwingende Voraussetzung.
Fazit: Fundamental könnte bald eine Einstiegschance vorliegen
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung zeigt sich ein freundlicheres Bild. Für 2026 ist MTU Aero Engines mit dem 17,4-Fachen der erwarteten Gewinne bewertet, für 2027 steht ein KGVe von 15,6 zu Buche. Beide Werte liegen deutlich unter dem 10-Jahres-Mittel.
Die Aktien von Mitbewerbern wie Rolls-Royce und RTX (mit Triebwerkstochter Pratt & Whitney) handeln zu deutlich höheren Vielfachen. Außerdem zeigten die in dieser Woche vorgelegten Quartalszahlen von RTX und Safran bislang keine Schwäche, sondern im Gegenteil eine sehr hohe Nachfrage nach Flugzeugturbinen. Das spricht für einen Einstieg, sobald die Aktie einen Boden gefunden hat.
Gastautor: Max Gross

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