NEW YORK (dpa-AFX) - Der Euro hat sich am Freitag nach seinen Kursverlusten im Verlauf der Handelswoche ein Stück weit erholt. In New York wurde die Gemeinschaftswährung zuletzt bei 1,1718 US-Dollar gehandelt. Der Kurs kehrte damit über die Marke von 1,17 Dollar zurück, die am Vortag erstmals seit fast zwei Wochen wieder unterschritten wurde.
Zuvor war der Euro drei Handelstage in Folge gefallen und hat in dieser Zeit etwa einen Cent verloren. Die Verunsicherung von Anlegern über mögliche wirtschaftliche Folgen der Sperrung der Straße von Hormus trübt aktuell die Stimmung an den Finanzmärkten, was auch den Euro unter Druck setzte. Der US-Dollar diente den Anlegern zuletzt als "sicherer Hafen".
Es besteht aber weiterhin Hoffnung, dass es nochmals Gespräche über eine Lösung des Iran-Krieges gibt. Im Ringen um eine Beendigung sollen der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, am Samstag zu Verhandlungen mit Vertretern Teherans nach Pakistan reisen.
Konjunkturdaten bewegten am Freitag eher wenig. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im April wegen des Iran-Kriegs weiter deutlich verschlechtert und den tiefsten Stand seit der Corona-Krise erreicht, wie das Münchner Forschungsinstitut Ifo mitteilte. In den USA ist das von der Universität Michigan erhobene Konsumklima im April auf ein Rekordtief gefallen.
"Der Iran-Krieg macht die deutsche Konjunktur langsam aber sicher kaputt", schrieb Ulrich Kater, Chefvolkswirt Dekabank. Je länger er anhalte, umso mehr machten sich Preisüberwälzungen in andere Sektoren als Heizöl und Benzin bemerkbar. Die Konsumenten sind Kater zufolge stark verunsichert. Bei den Unternehmen gebe es teilweise bereits wieder Vorzieheffekte beim Einkauf von Vorprodukten, um gegen weitere Preissteigerungen gewappnet zu sein./tih/he
