DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
TAGESTHEMA
Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben vom Sonntag trotz eines vorübergehenden Waffenstillstands zwischen Israel und dem Libanon Infrastruktur der Hisbollah angegriffen. Das Militär erklärte, es habe einen Raketenwerfer, ein Waffenlager sowie militärische Anlagen getroffen und zudem einige Mitglieder der Hisbollah, der vom Iran unterstützten militanten Gruppe, angegriffen. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte zuvor das Militär seines Landes angewiesen, massive Angriffe gegen Hisbollah-Ziele im Libanon durchzuführen. US-Präsident Donald Trump hatte in der vergangenen Woche eine dreiwöchige Verlängerung des in Washington ausgehandelten Waffenstillstands zwischen Israel und dem Libanon angekündigt.
AUSBLICK UNTERNEHMEN
10:00 DE/Henkel AG & Co KGaA, HV
12:00 US/Verizon Communications Inc, Ergebnis 1Q
19:00 DE/Deutsche Börse AG, Ergebnis 1Q
DIVIDENDENABSCHLAG
(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)
Unternehmen Dividende Bayer 0,11 EUR Grenke 0,42 EUR Merck 2,20 EUR Multitude 0,55 EUR Schwälbchen Molkerei 0,50 EUR
AUSBLICK KONJUNKTUR
- DE
08:00 NIM-Konsumklimaindikator (ehemals: GfK) Mai
PROGNOSE: -29,3
zuvor: -28,0
ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES
Index zuletzt +/- %
DAX Futures 24.314,00 +0,2
E-Mini-Future S&P-500 7.192,00 -0,0
E-Mini-Future Nasdaq-100 27.459,50 +0,1
Topix (Tokio) 3.740,37 +0,6
Hang-Seng (Hongk.) 25.946,70 -0,1
Shanghai-Comp. 4.086,08 +0,2
Freitag:
zuletzt +/- %
DAX 24.128,98 -0,1
DAX-Future 24.372,00 +0,2
XDAX 24.239,24 +0,5
MDAX 30.249,93 -2,0
TecDAX 3.664,30 +0,4
SDAX 17.727,33 -0,9
Euro-Stoxx-50 5.883,48 -0,2
Stoxx-50 5.056,62 -0,3
Dow-Jones 49.230,71 -0,2
S&P-500 7.165,08 +0,8
Nasdaq Composite 24.836,60 +1,6
FINANZMÄRKTE
EUROPA
Ausblick: Zum Start in den Montagshandel zeichnen sich kleine Kursgewinne an den europäischen Börsen ab. Leicht stützend wirkt die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der diplomatischen Bemühungen um eine Lösung im Irankrieg. Zwar hat US-Präsident Donald Trump eine Reise der US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner nach Pakistan zu Gesprächen mit dem Iran abgesagt. Er fügte aber hinzu, dass die Iraner zehn Minuten, nachdem er die Reise abgesagt hatte, ein viel besseres Angebot geschickt hätten, das vorsehe, dass der Iran im Rahmen eines Abkommens keine Atomwaffen besitze. Positive Wirtschaftsnachrichten kommen aus China. Dort sind die Industriegewinne im März trotz der durch den Nahost-Konflikt bedingten Spannungen auf den globalen Energiemärkten gestiegen.
Rückblick: Knapp behauptet - Die unverändert angespannte Lage im Iran-Krieg und die weiter gesperrte Straße von Hormus mit in der Folge weiter hohen Ölpreisen sorgten für Zurückhaltung. Ein schwach ausgefallener Ifo-Index war nicht dazu angetan, die Stimmung zu verbessern. Der wichtige deutsche Geschäftsklimaindex sank vor dem Hintergrund des Krieges im Iran im April stärker als erwartet - auf den niedrigsten Stand seit Mai 2020. Weiter aufwärts ging es für Halbleiteraktien. Infineon legten um 1,5 Prozent, ASML um 2,3 und ASM International um 1,9 Prozent zu. Im Halbleitersektor reiht sich derzeit eine positive Unternehmensmeldung an die nächste. Die jüngste kam von Intel. Im Bausektor legten Vinci und Holcim Zahlen vor. Vinci bestätigte ihre Prognosen für das Jahr nach einem leichten Umsatzrückgang im ersten Quartal. Für die Aktie ging es um 2,6 Prozent nach unten. Holcim stiegen dagegen um 1,3 Prozent, der Kurs der US-Tochter Amrize machte 1,1 Prozent gut. Holcim startete auf organischer Basis mit einem profitablen Wachstum ins neue Jahr. Eni gaben um 1,4 Prozent nach. Das Energieunternehmen hatte mit seinen Zahlen die Erwartungen verfehlt, erhöhte aber den Ausblick und will mehr eigene Aktien zurückkaufen. Bei Sanofi fielen Umsatz und Ergebnis über dem Konsens aus. Allerdings bestätigten die Franzosen den Ausblick nur. Die Aktie gab um 2,3 Prozent nach. Auf der Verliererseite fanden sich europaweit einmal mehr die offenbar zu weit gelaufenen Rüstungsaktien.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Behauptet - Die Quartalszahlen von SAP sorgten für Erleichterung. Sie fielen besser als erwartet aus. Nachdem die SAP-Aktie am Vortag noch um gut 6 Prozent abgerutscht war im Zuge einer neuerlichen breiten Schwäche bei Aktien aus dem Bereich Unternehmenssoftware, ging es mit dem Kurs um 4,7 Prozent nach oben. Neben SAP wartete Atoss Software mit guten Geschäftszahlen und einem erhöhten Ausblick für die operative Gewinnmarge auf. Die Aktie verteuerte sich um 3,9 Prozent. Siemens Energy legten um 2,6 Prozent zu. Der Energieanbieter verzeichnete in seinem zweiten Quartal eine starke Nachfrage insbesondere im Bereich Netztechnik und erzielte ein kräftiges Wachstum beim Auftragseingang. Dazu hob Siemens Energy die Jahresprognosen an. Die zuletzt auffallend schwachen MTU Aero waren weiter auf Talfahrt. Sie büßten 3,7 Prozent ein, diesmal gedrückt von einer Verkaufsempfehlung der UBS. Jungheinrich wurde nach schwachen Ertragszahlen mit einem Minus von 14,8 Prozent abgestraft. Im Sog ging es für das Papier des Wettbewerbers Kion um 6,4 Prozent nach unten.
XETRA-NACHBÖRSE
Mangels neuer Unternehmensnachrichten waren keine Auffälligkeiten bei Einzelwerten zu beobachten.
USA - AKTIEN
Freundlich - Im Spannungsfeld der weitgehend unveränderten Lage im Nahen Osten und der Straße von Hormus sowie begeistert aufgenommener Geschäftszahlen von Intel ging es nach oben. Der S&P-500 und die Nasdaq-Indizes markierten Rekordhochs. Die weiter hohen Ölpreise gerieten zumindest vorübergehend in den Hintergrund. Klar favorisiert wurden Technologieaktien, nachdem der Chiphersteller Intel starke Zahlen präsentiert hatte und zudem überraschend für das laufende Quartal einen Gewinn erwartet. Der Markt feierte das mit einem Kursfeuerwerk um 23,6 Prozent. Im Fahrwasser von Intel legten auch andere Chipaktien zu. AMD machten einen Satz um fast 14 Prozent, Arm gewannen knapp 15 Prozent, Nividia kamen um 4,3 Prozent voran. Texas Instruments, die am Vortag nach eigenen starken Zahlen bereits kräftig zugelegt hatten, büßten 1,8 Prozent ein. Neben Intel sorgten auch gute Zahlen von SAP für Zuversicht oder zumindest eine Stabilisierung bei zuletzt gebeutelten Aktien aus dem Segment Unternehmenssoftware. Zuletzt gaben hier am Vortag die Kurse sehr stark nach, nach kritisch beäugten Geschäftszahlen von ServiceNow. Im Sog von SAP konnten sich ServiceNow um 6,4 Prozent erholen, Salesforce um 2,8 und Workday um 4,4 Prozent. Amazon gewannen 3,5 Prozent. Treiber war die Nachricht, dass Amazon seine Graviton-Prozessoren an die Facebook-Mutter Meta liefern wird. Procter & Gamble legten um 2,5 Prozent zu. Der Anbieter von Haushaltsgütern schnitt im abgelaufenen Quartal besser als gedacht ab.
US-ANLEIHEN
Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 3,78 -0,05 3,85 3,77 5 Jahre 3,92 -0,03 3,98 3,91 10 Jahre 4,31 -0,02 4,36 4,30
Die unverändert hohen Ölpreise hielten Inflationssorgen am Leben. Entsprechend verharrten die Renditen der US-Anleihen auf dem zuletzt erhöhten Niveau. Die Zehnjahresrendite lag knapp 2 Ticks niedriger bei 4,31 Prozent.
DEVISEN
DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 18:01 EUR/USD 1,1725 +0,0 0,0005 1,1720 1,1718 EUR/JPY 186,78 +0,0 0,0600 186,7000 186,7200 EUR/CHF 0,92 +0,0 0,0003 0,9195 0,9193 EUR/GBP 0,866 +0,0 0,0002 0,8658 0,8667 USD/JPY 159,27 -0,1 -0,1000 159,3700 159,3200 GBP/USD 1,3536 +0,0 0,0005 1,3531 1,3513 USD/CNY 6,8283 -0,1 -0,0076 6,8359 6,8359 USD/CNH 6,8286 -0,1 -0,0043 6,8329 6,8327 AUS/USD 0,7167 +0,3 0,0019 0,7148 0,7152 Bitcoin/USD 77.957,82 -0,4 -279,03 78.236,85 78.042,78
Am Devisenmarkt tat sich wenig. Der Dollar kam nach seinem jüngsten Anstieg leicht zurück, der Euro kostete 1,1718 Dollar.
++++ ROHSTOFFE +++++
METALLE
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.718,33 +0,2 9,64 4.708,69 Silber 76,06 +0,5 0,38 75,67 Platin 2.021,12 +0,5 10,01 2.011,11
Der Goldpreis zeigte sich wenig verändert, die Feinunze verteuerte sich 0,3 Prozent auf 4.707 Dollar.
ÖL
ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 95,93 +1,6 1,53 94,4 Brent/ICE 107,26 +1,8 1,93 105,33
Vor dem Hintergrund der weiter gesperrten Straße von Hormus blieben die Ölpreise auf den zuletzt erhöhten Niveaus. Brent-Öl kostete im späten US-Handel 105,70 Dollar, im Tageshoch waren es 107,50 gewesen.
MELDUNGEN SEIT FREITAG 17.30 UHR
FED
Der US-Senator Thon Tillis hat am Sonntag angekündigt, die Bestätigung von Kevin Warsh als Chairman der US-Notenbank Federal Reserve zu unterstützen. Damit ist das letzte nennenswerte Hindernis für die Einsetzung des Wunschkandidaten von US-Präsident Donald Trumps als Nachfolger von Jerome Powell aus dem Weg geräumt.
INDUSTRIEGEWINNE CHINA
Obwohl befürchtet wurde, dass höhere Ölpreise und Probleme in der Lieferkette chinesischen Unternehmen schaden könnten, stiegen die Industriegewinne im März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15,8 Prozent. Dies sei vor allem auf die Stärke des Maschinenbau- und Hightech-Sektors zurückzuführen, teilte das Nationale Statistikamt mit.
BELGIEN - Rating
Die Ratingagentur S&P Global hat die Bonitätsnote Belgiens von AA auf AA- gesenkt. Der Ausblick ist stabil. Die Herabstufung spiegele andauernde Ungleichgewichte in den öffentlichen Finanzen Belgiens wider.
DEUTSCHLAND - Rating
Die Ratingagentur S&P Global hat das Spitzenrating AAA für Deutschland bestätigt. Der Ausblick bleibt stabil. Der stabile Ausblick spiegele die Einschätzung wider, dass Deutschlands starke Außenposition, die diversifizierte und wohlhabende Wirtschaft sowie die institutionelle Effektivität weiterhin die Kreditwürdigkeit des Landes untermauern werden, so die Bontätswächter in ihrer Begründung.
EU/USA - Kritische Mineralien
Die EU und die USA haben eine Partnerschaft zu kritischen Mineralien ins Leben gerufen. Im Rahmen der Partnerschaft wollen beide Seiten in Bereichen kooperieren, die von der Exploration und dem Abbau von Mineralien bis hin zum Recycling reichen.
LITAUEN / LETTLAND
Die Ratingagentur Fitch hat ihre Bonitätsnote für Litauen angehoben. Sie erhöhte ihr langfristiges Emittentenausfallrating in Fremdwährung für das baltische Land von A auf A+, der Ausblick für das Rating ist stabil. Die Erhöhung spiegele Litauens stärkere Wachstumsdynamik und die günstigen mittelfristigen Aussichten sowie die andauernde Widerstandsfähigkeit gegenüber wiederholte externe Schocks wider. Die Ratingagentur bestätigte zudem ihr langfristiges Emittentenausfallrating in Fremdwährung für Lettland mit A- und stabilem Ausblick.
SLOWAKEI - Rating
Die Ratingagentur S&P Global hat die Bonitätsnote der Slowakei von A+ auf A gesenkt. Der Ausblick ist stabil. Schwächeres Wirtschaftswachstum, hohe Ausgaben für Sozialtransfers und Verteidigung sowie die bevorstehenden Parlamentswahlen machten die Haushaltskonsolidierung schwieriger als bisher angenommen. Dies sei der Hauptgrund für die schlechtere Bonität.
ALLIANZ GLOBAL INVESTORS
hat für seinen auf Infrastruktur im asiatisch-pazifischen Raum spezialisierten Private-Credit-Fonds beim ersten Closing 270 Millionen US-Dollar eingeworben. Der Fonds soll dabei helfen, Finanzierungslücken in der Region schließen. Wie der deutsche Vermögensverwalter am Montag mitteilte, umfasst der Betrag Ankerzusagen der International Finance Corp. (IFC) und der Indonesia Investment Authority (INA).
UNICREDIT/COMMERZBANK
Die Bafin hat der Unicredit die Veröffentlichung von unsachlichen Werbeanzeigen in Bezug auf die Commerzbank untersagt. Die Unicredit habe am 21. April drei Werbeanzeigen in von Meta Platforms betriebenen sozialen Netzwerken veröffentlicht, die geeignet gewesen seien, die Entscheidung der Aktionäre der Commerzbank AG im Zusammenhang mit dem am 16. März 2026 angekündigten Übernahmeangebot zu beeinflussen, so die Begründung.
NORDEX
hat im ersten Quartal bei deutlichem Wachstum erheblich mehr verdient als im Vorjahr und die Prognose bestätigt. Der Auftragseingang blieb wie bekannt hinter den Vorjahreswerten zurück. Die Gesamtleistung inklusive der Bestandsveränderungen bewegte sich auf Vorjahresniveau.
Die Zahlen zum ersten Quartal im Detail (in Millionen Euro, Ergebnis je Aktie in Euro, Marge in Prozent, nach IFRS):
. BERICHTET PROG PROG PROG 1. QUARTAL 1Q26 ggVj 1Q26 ggVj Zahl 1Q25 Umsatz 1.588 +11% 1.526 +6% 7 1.435 EBITDA 131 +64% 113 +42% 6 80 EBITDA-Marge 8,2 -- 7,4 -- -- 5,5 Konzernergebnis 54 +578% 43 +444% 6 7,9 Ergebnis je Aktie 0,23 +667% 0,18 +500% 5 0,03
THALES
wird im Rahmen eines Vertrags im Volumen von 750 Millionen australischen Dollar (457 Millionen Euro) mit der australischen Regierung gepanzerte Fahrzeuge an die australischen Streitkräfte liefern. Wie das französische Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungsunternehmen mitteilte, hat sich die australische Regierung zu der Investition für die Lieferung von 268 zusätzlichen geschützten Mobilitätsfahrzeugen des Typs Bushmaster verpflichtet.
HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/gos/cln
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April 27, 2026 01:34 ET (05:34 GMT)
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