DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
NIM: Iran-Krieg drückt deutsches Konsumklima
Die Stimmung der deutschen Verbraucher hat sich spürbar verschlechtert. Der vom Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) ermittelte Indikator zum Konsumklima prognostiziert für Mai im Vergleich zum Vormonat einen Rückgang um 5,2 Zähler auf minus 33,3 Punkte. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten nur einen Rückgang auf minus 29,3 Punkte erwartet. "Die Verbraucherstimmung gibt nochmals deutlicher stärker nach als im Vormonat. Dies ist der niedrigste Wert seit Februar 2023", erklärte Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim NIM.
Ifo-Exporterwartungen steigen im April leicht
Die Ifo-Exporterwartungen sind im April auf plus 0,1 Punkte nach minus 0,7 im März leicht gestiegen. Positive und negative Erwartungen halten sich damit die Waage, erläuterte das Institut. "Für die Exportwirtschaft geht es gegenwärtig weder vor noch zurück", sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. "Die hohe geopolitische Unsicherheit belastet die Planungen."
Ölpreise dürften EZB weiter in Alarmbereitschaft halten
Die Europäische Zentralbank dürfte die erhöhten Ölpreise im Vorfeld der geldpolitischen Sitzung der EZB in dieser Woche weiterhin aufmerksam beobachten, schreibt Rainer Guntermann von der Commerzbank in einer Research Note. Da die USA ihre Verhandlungsbemühungen mit dem Iran ausgesetzt hätten und die Lage in der Meerenge festgefahren bleibe, sei eine kurzfristige Entspannung bei den Ölpreisen unwahrscheinlich, meint der Zinsstratege. "Dies dürfte die Europäische Zentralbank in Alarmbereitschaft halten, aber eine Zinserhöhung bereits in dieser Woche wäre verfrüht", so Guntermann. Die Geldmärkte preisen laut LSEG zwei Zinserhöhungen der EZB im zweiten Halbjahr vollständig ein.
Senator Tillis zieht Einspruch gegen Warshs Fed-Nominierung zurück
Der US-Senator Thon Tillis hat am Sonntag angekündigt, die Bestätigung von Kevin Warsh als Chairman der US-Notenbank Federal Reserve zu unterstützen. Damit ist das letzte nennenswerte Hindernis für die Einsetzung des Wunschkandidaten von US-Präsident Donald Trumps als Nachfolger von Jerome Powell aus dem Weg geräumt. Der republikanische Senator Tillis aus North Carolina hatte seine Stimme monatelang zurückgehalten und erklärt, er werde keinen Kandidaten für den Fed-Vorsitz unterstützen, solange die strafrechtliche Untersuchung des Justizministeriums gegen Powell noch offen sei.
Fed dürfte diese Woche stillhalten - Zinssenkung später 2026 möglich
Die Federal Reserve wird auf ihrer Sitzung in dieser Woche die Zielspanne für die Fed Funds angesichts der erhöhten Inflation voraussichtlich unverändert lassen. Eine Zinssenkung in diesem Jahr sei aber weiterhin wahrscheinlich, schreiben die Analysten von Barclays in einer Research Note. "Die Fed sei so aufgestellt, dass sie angesichts der erhöhten Unsicherheit stillhalten werde, da eine robuste Nachfrage und eine nach wie vor hohe Inflation für Geduld sprächen, wobei die Währungshüter kurzfristig weniger Zuversicht in weitere Zinssenkungen signalisierten", schreiben sie.
Chinas Industriegewinne steigen trotz angespannter Energiemärkte
Chinas Industriegewinne sind im März trotz der durch den Nahost-Konflikt bedingten Spannungen auf den globalen Energiemärkten gestiegen. Obwohl befürchtet wurde, dass höhere Ölpreise und Probleme in der Lieferkette chinesischen Unternehmen schaden könnten, stiegen die Industriegewinne im März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15,8 Prozent. Dies sei vor allem auf die Stärke des Maschinenbau- und Hightech-Sektors zurückzuführen, teilte das Nationale Statistikamt mit.
Iran bietet USA Deal zur Öffnung der Straße von Hormus an
Der Iran bietet laut einem Bericht des Nachrichtenportals Axios einen Deal zur Öffnung der Straße von Hormus an. Wie Axios unter Berufung auf zwei namentlich nicht genannte Quellen schreibt, beinhaltet der Vorschlag, die Verhandlung über die nuklearen Kapazitäten des Iran auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Dem Axios-Bericht zufolge gibt es in der iranischen Führung keine einheitliche Meinung über das Vorgehen in dieser Sache. Ein solcher Deal würde diese Schwierigkeit umgehen.
Ölpreis über 100 Dollar signalisiert Angebotsstress
Ein Preis für Rohöl der Sorte Brent von über 100 US-Dollar je Barrel signalisiert Angebotsstress, schreibt Priyanka Sachdeva von Phillip Nova in einer Research Note. Das geopolitische Umfeld sei nach wie vor alles andere als stabil und sorge für anhaltende "Kriegsprämien", da die Ölflüsse durch die Straße von Hormus weiterhin eingeschränkt blieben, so die Analystin. Die mangelnden Fortschritte bei den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran hätten die Befürchtungen verstärkt, dass die Lieferunterbrechungen im Nahen Osten länger andauern könnten als erwartet, schreibt Sachdeva. "Das Ausbleiben diplomatischer Fortschritte hat dazu geführt, dass sich die Märkte eher an geopolitischen Schlagzeilen als an traditionellen Fundamentaldaten von Angebot und Nachfrage orientieren", fügt Sachdeva hinzu.
Irans Außenminister trifft sich mit Putin
Der iranische Außenminister Abbas Araghchi wird sich am Montag in Moskau mit Präsident Wladimir Putin treffen. Dies berichten die iranische Nachrichtenagentur Tasnim und die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA Novosti. Das Treffen in Russland bildet den Abschluss von Araghchis diplomatischer Reise, die Stationen in Pakistan und im Oman umfasste, um mit Regierungsvertretern über den Krieg zu sprechen. Während seines Aufenthalts in Pakistan teilte Araghchi auf X "einen praktikablen Rahmenplan, um den Krieg gegen den Iran dauerhaft zu beenden". Der iranische Botschafter im Oman betonte auf X die freundschaftlichen Beziehungen der beiden Länder. Sowohl Pakistan als auch der Oman haben in der Vergangenheit Gespräche mit den USA vermittelt.
Israel greift Hisbollah während Waffenruhe mit Libanon an
Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben vom Sonntag trotz eines vorübergehenden Waffenstillstands zwischen Israel und dem Libanon Infrastruktur der Hisbollah angegriffen. Das Militär erklärte, es habe einen Raketenwerfer, ein Waffenlager sowie militärische Anlagen getroffen und zudem einige Mitglieder der Hisbollah, der vom Iran unterstützten militanten Gruppe, angegriffen. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte zuvor das Militär seines Landes angewiesen, massive Angriffe gegen Hisbollah-Ziele im Libanon durchzuführen. US-Präsident Donald Trump hatte in der vergangenen Woche eine dreiwöchige Verlängerung des in Washington ausgehandelten Waffenstillstands zwischen Israel und dem Libanon angekündigt.
Trump: Friedensgespräche können übers Telefon stattfinden
Die Verhandlungen mit dem Iran könnten nach Aussage von US-Präsident Donald Trump übers Telefon stattfinden. "Wenn sie wollen, können wir reden, aber wir schicken keine Leute auf eine 18-stündige Reise, um sich zu treffen", sagte er am Sonntag bei Fox News. "Und ich habe gesagt: 'Wir machen das nicht mehr.' Wir haben alle Trümpfe in der Hand. Wenn sie reden wollen, können sie zu uns kommen, oder sie können uns anrufen", sagte er. Pakistan werde weiterhin in die Vermittlung von Verhandlungen eingebunden bleiben, "aber wir werden es per Telefon machen". Trump sagte, die Iraner "wissen, was in dem Abkommen stehen muss. Ganz einfach. Sie dürfen keine Atomwaffe haben, andernfalls gibt es keinen Grund für ein Treffen."
DJG/DJN/apo
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April 27, 2026 03:01 ET (07:01 GMT)
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