MÜLHEIM (dpa-AFX) - Bei insgesamt 76 Veranstaltungen mit vielen prominenten Rednern wollen die Gewerkschaften in Nordrhein-Westfalen am 1. Mai ihre Forderungen für gute Arbeitsbedingungen und mehr Verteilungsgerechtigkeit untermauern. Zu den Kundgebungen, Festen und Empfängen am Tag der Arbeit erwartet der Deutsche Gewerkschaftsbund landesweit Zehntausende Teilnehmer.
2025 hatten sich nach Angaben des DGB in NRW rund 89.000 Menschen beteiligt. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten, in denen jeden Monat Tausende Industriearbeitsplätze abgebaut würden und Arbeitnehmerrechte wie der Acht-Stunden-Tag unter Druck gerieten, rechne er mit einem ähnlichen Zulauf, sagte Thorben Albrecht, Landesvorsitzender des DGB vorab.
"Die Menschen sind nicht faul"
Arbeitgeber und Teile der Politik versuchten, den Beschäftigten die Schuld für die aktuelle Krise in die Schuhe zu schieben, beklagt der Gewerkschafter. "Das ist eine Unverschämtheit - und gegen die wehren wir uns auch entschieden", unterstrich er. "Die Menschen sind nicht faul, sie erleben im Gegenteil, dass sie um ihre Arbeitsplätze bangen müssen, dass alles immer teurer wird und politisch zu wenig getan wird, um gegenzusteuern."
Bundesweit stehen die Gewerkschafts-Proteste zum Tag der Arbeit unter dem Motto "Erst unsere Jobs, dann eure Profite". Hohe Dividenden auszuschütten, während gleichzeitig Standorte geschlossen und Jobs abgebaut würden sei ein No-Go, so Albrecht.
Wer kommt wohin?
An vielen Standorten können die Menschen am kommenden Freitag ihre Forderungen direkt an hochrangige politische Vertreter, Abgeordnete aus Landes- und Kommunalpolitik adressieren. Auf der zentralen 1. Mai-Kundgebung des DGB in Mülheim wird Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) eine Rede halten und sich anschließend der Diskussion stellen.
Als Vertreter der Bundesregierung haben sich Vize-Kanzler und Finanzminister Lars Klingbeil in Bergkamen sowie Arbeitsministerin Bärbel Bas (beide SPD) in Duisburg angekündigt. In Dortmund spricht der Bundesvorsitzende der Grünen Felix Banaszak, in Hagen der Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels Dennis Radtke./fld/DP/jha
