DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
EZB: Unternehmen erwarten höhere Absatzpreise
Die Unternehmen im Euroraums rechnen nach Erkenntnissen der Europäischen Zentralbank (EZB) für die nächsten zwölf Monaten mit einem deutlichen Anstieg ihrer Kosten, die sie aber nicht vollständig an ihre Kunden weitergeben dürften. Wie die EZB mitteilte, gaben die Firmen in der jüngsten Umfrage zum Finanzierungszugang an, mit einem Anstieg von Energie- und sonstigen Kosten um 5,8 Prozent zu rechnen. Der Umfragezeitraum reichte vom 19. Februar bis 1. April. In der vorherigen Umfrage waren es 3,6 Prozent gewesen. Ihre Absatzpreise wollen die Unternehmen demnach um 3,5 (zuvor: 2,9) Prozent steigern. Zugleich sank die Prognose für den erwarteten Lohnanstieg auf 2,8 (3,1) Prozent.
EZB dürfte Wachsamkeit signalisieren
Pimco erwartet, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen auf ihrer April-Sitzung unverändert lassen und angesichts der außergewöhnlich hohen Unsicherheit eine wachsame Haltung beibehalten wird, schreibt Portfoliomanager Konstantin Veit in einer Research Note. "In dieser Phase erwarten wir weiterhin Wachsamkeit statt Maßnahmen", sagt er vor der geldpolitischen Entscheidung der EZB am Donnerstag. Sollte die EZB auf die Inflationsrisiken reagieren, erwartet Pimco, dass jeder Schritt eher maßvoll als aggressiv ausfallen würde. Mehr als zwei Zinserhöhungen seien unwahrscheinlich, meint Veit.
BoE könnte Zinsen 2026 unverändert lassen
Die Bank of England dürfte die Zinsen im Jahr 2026 bei 3,75 Prozent unverändert lassen, bevor sie in Zukunft die Zinssenkungen wieder aufnimmt, schreiben die Volkswirte von Berenberg in einer Research Note. Anleger preisen die Wahrscheinlichkeit von zwei Zinserhöhungen der BoE um einen Viertelprozentpunkt in diesem Jahr aufgrund der hohen globalen Energiepreise und Inflationssorgen vollständig ein, wie aus Daten von LSEG hervorgeht. Großbritannien sei mit einer schwachen Konjunktur und einem sich abschwächenden Arbeitsmarkt konfrontiert, Faktoren, die einen deutlichen Anstieg der Inflation verhindern könnten, meinen die Volkswirte.
Optimismus über Lösung im Iran-Krieg könnte schwinden - Verhandlungen stocken
Der Optimismus des Marktes über eine baldige Lösung des Iran-Krieges könnte bald schwinden, wenn die Pattsituation zwischen den USA und dem Iran andauert und die Straße von Hormus weitgehend geschlossen bleibt, meint Jonas Goltermann von Capital Economics. "Die Verhandlungen zur Beendigung des Krieges zwischen den USA und dem Iran und zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus scheinen erneut zu scheitern, was zu einem weiteren vorsichtigen Wochenauftakt an den Finanzmärkten führe", so der Analyst. "Die Zeit sei nicht auf der Seite der Optimisten: Jeder Tag, der vergeht, vergrößert die Störungen auf den Energiemärkten und damit den nachgelagerten Schaden für die Volkswirtschaften in der ganzen Welt."
Ökonomen: 12-Uhr-Tankregel lässt Gewinnmargen steigen
Die seit dem 1. April geltende Regel, wonach Tankstellen in Deutschland ihre Preise nur einmal am Tag, nämlich um 12.00 Uhr, ändern dürfen, hat nach Erkenntnissen des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE) zu einer zusätzlichen Belastung der Verbraucher geführt. "Das Maßnahmenpaket hat bisher nicht dazu geführt, das Preisniveau zu senken. Insbesondere bei Benzin stiegen die Gewinnmargen erheblich", sagte Leona Jung, Autorin der Studie vom DICE. Demnach sind die Gewinnmargen sowohl bei E5 als auch bei E10 um rund 6 Cent gestiegen.
DJG/DJN/apo
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April 27, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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