DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Japans Notenbank hält Leitzins stabil - Inflationsprognose angehoben
Die Bank of Japan (BoJ) hat ihre Geldpolitik erneut unverändert belassen. Sie hob jedoch ihre Inflationsprognosen an und senkte die Wachstumsaussichten. Dabei warnte sie vor den Auswirkungen eines Anstiegs der Energiepreise. Wie weithin erwartet, beließ die japanische Zentralbank ihren Leitzins am Ende ihrer zweitägigen Sitzung am Dienstag bei 0,75 Prozent. Die Entscheidung wurde mit sechs zu drei Stimmen getroffen - drei Mitglieder des Rats stimmten für eine Zinserhöhung. Die Notenbank hielt an ihrer Haltung fest, weitere Zinserhöhungen anzustreben, sofern sich die Wirtschaft im Einklang mit ihren Prognosen entwickelt. Die Bank erklärte, sie werde den Zeitpunkt und das Tempo von geldpolitischen Änderungen bestimmen.
BOJ-Falken scharen sich zusammen - Zinserhöhung im Juni wahrscheinlich
Die Bank of Japan habe die Zinsen zwar unverändert gelassen, ihr Ausblick sei aber hawkish, meint Marcel Thieliant, Leiter des Bereichs Asien-Wirtschaft bei Capital Economics. Thieliant halte an seiner Prognose fest, dass die BOJ die Zinsen im Juni anheben werde. Drei Board-Mitglieder hätten für eine Zinserhöhung gestimmt, was die weitreichendste abweichende Meinung seit der Einführung von Negativzinsen im Jahr 2016 darstelle, fügt er hinzu. Es sei zwar keine Überraschung gewesen, dass die Erzfalken Hajime Takata und Naoki Tamura dagegen gestimmt hätten, aber Junko Nakagawa habe sich ihnen zum ersten Mal angeschlossen, fügt Thieliant hinzu.
BoJ-Zinsentscheid dient wohl ebenso Yen-Verteidigung wie Inflationskontrolle
Die Entscheidung der Bank of Japan, die Zinsen stabil zu halten, bei der drei von neun Mitgliedern des Boards abweichend für eine Zinserhöhung votierten, diene wahrscheinlich ebenso der Verteidigung des Yen wie der Inflationskontrolle, meint Masahiko Loo von State Street Investment Management. Das Festhalten an der bisherigen Politik signalisiere die wachsende Intoleranz der BoJ gegenüber einer weiteren Yen-Schwäche, da sich die Binneninflation und das Wachstum als widerstandsfähig erwiesen, so der leitende Anleihestratege. Die höheren Inflationsprognosen untermauerten das Basisszenario von State Street, wonach Japan in eine günstige Phase eintrete, die von Robotik und der nächsten Welle KI-geführter Produktivität sowie fiskalischer Expansion angetrieben werde, schreibt Loo in einer E-Mail.
Uneinigkeit im BOJ-Direktorium - Normalisierung dürfte weitergehen
Die knappe Entscheidung der Bank of Japan, die Zinsen bei drei Gegenstimmen unverändert zu lassen, sei eine große Überraschung gewesen, meint Krishna Bhimavarapu von State Street Investment Management. Auch die höheren Inflationsprognosen hätten für Aufsehen gesorgt. Die hawkishen Gegenstimmen bestärkten die Ansicht des Ökonomen, dass der Weg der BOJ zu einer Normalisierung der Zinsen weitergehen werde, wobei mindestens eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr wahrscheinlich sei. "Dennoch spielen die weltweiten Zinsentscheidungen anderer Zentralbanken weiterhin eine entscheidende Rolle", sagt er.
Trump skeptisch gegenüber iranischem Angebot
US-Präsident Donald Trump und sein nationales Sicherheitsteam stehen einem vom Iran angebotenen Abkommen laut US-Regierungsvertretern skeptisch gegenüber, das die Öffnung der Straße von Hormus und die Rückstellung der Diskussionen über das iranische Atomprogramm vorsehen würde. Obwohl Trump das Angebot nicht rundweg ablehnte, habe er Bedenken geäußert, dass der Iran nicht aufrichtig verhandele oder bereit sei, seine Hauptforderung zu erfüllen: die nukleare Anreicherung zu beenden und zu versichern, niemals eine Atomwaffe herzustellen. Die USA werden weiterhin mit dem Iran verhandeln, sagten die Beamten. Es wird erwartet, dass das Weiße Haus in den kommenden Tagen seine Antwort und Gegenvorschläge vorlegen wird.
Nahostkonflikt wird Weltwirtschaft nachhaltig beeinflussen
Der Nahostkonflikt wird die Weltwirtschaft nachhaltig beeinflussen, unabhängig davon, was in den kommenden Tagen und Wochen geschieht, schreiben die Analysten von BNP Paribas in einem Kommentar. Die Bank sehe nun ein geringeres BIP-Wachstum, eine höhere Inflation und hawkishere Zentralbanken als zu Beginn des Jahres prognostiziert. Allerdings dürften eine starke Wachstumsdynamik vor dem Konflikt und strukturelle Treiber wie KI und Verteidigungsausgaben stützend wirken, so die Analysten. BNP erwartet, dass das US-BIP im Jahr 2026 um 2,4 Prozent wachsen wird, während das der Eurozone voraussichtlich um 1 Prozent steigen wird.
+++ Konjunkturdaten +++
Japan/Arbeitslosenquote März 2,7% (PROG: 2,6%)
DJG/DJN/apo
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April 28, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
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