DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
IAB-Arbeitsmarktbarometer: Schwächster Ausblick außerhalb der Pandemie
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer hat im April eine Stagnation verzeichnet. Der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) lag wie bereits im Vormonat bei 99,4 Punkten und signalisierte damit einen eher pessimistischen Ausblick auf die Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes. "Die Dauerkrise in der Industrie und der Ölpreisschock drücken auf die Beschäftigung", erklärte Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs. Die Komponente zur Vorhersage der Beschäftigung in Deutschland sank im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Punkte auf die neutrale Marke von 100,0 Punkten. Damit erreicht sie den schwächsten Stand außerhalb der Covid-19-Pandemie.
EZB: Inflationserwartungen der Konsumenten steigen im März
Die Inflationserwartungen von Konsumenten im Euroraum sind im März unter dem Eindruck des Iran-Kriegs gestiegen, die kurzfristigen sogar sehr deutlich. Wie aus der jüngsten Konsumentenumfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) hervorgeht, erwarteten die Konsumenten, dass die Verbraucherpreise in den nächsten zwölf Monaten um 4,0 (Februar-Umfrage: 2,5) Prozent steigen werden. Die Erwartungen auf Sicht von drei Jahren stiegen auf 3,0 (2,5) Prozent, während die auf Sicht von fünf Jahren auf 2,4 (2,3) Prozent anzogen.
EZB: Banken straffen Firmenkreditstandards im 1Q stärker als erwartet
Die Banken des Euroraums haben ihre Standards für Unternehmenskredite im ersten Quartal deutlicher als erwartet gestrafft und prognostizieren für das zweite Quartal noch deutlich strengere Standards. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrem Quartalsbericht zur Kreditvergabe mitteilte, gab es 10 Prozent mehr Banken, die ihre Kreditstandards strafften als solche, die sie lockerten. Die Banken selbst hatten im Februar für das erste Quartal etwas strengere Standards (6 Prozent) prognostiziert. Für das zweite Jahresviertel wird eine Straffung um 19 Prozent erwartet.
EZB-Umfragen deuten auf mehr Stagflationsdruck hin
Die Ergebnisse der jüngsten EZB-Umfragen unter Banken und Konsumenten deuten nach Aussage von ING-Europa-Chefvolkswirt Carsten Brzeski auf eine sich verstärkende Mischung aus Inflation und Wachstumsabschwächung (Stagflation) hin. Der Quartalsbericht zur Kreditvergabe hatte eine Verschärfung der Kreditrichtlinien sowohl für Konsumkredite als auch für Unternehmenskredite sowie eine schwächere Nachfrage nach neuen Krediten gezeigt. Gleichzeitig belegte die Konsumentenumfrage einen Anstieg der Inflationserwartungen.
Bank of England könnte kurzfristige Wachstums- und Inflationsprognose anheben
Die Bank of England könnte die kurzfristigen Wachstums- und Inflationsprognosen für Großbritannien anheben, schreibt Peter Goves von MFS Investment Management in einer Research Note. Die Daten des britischen Einkaufsmanagerindex für April haben eine solide Aktivität im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor gezeigt. Es wird erwartet, dass die Bank of England auf ihrer geldpolitischen Sitzung am Donnerstag die Zinsen bei 3,75 Prozent unverändert lassen wird.
BoJ-Gouverneur Ueda stellt weitere Zinserhöhungen in Aussicht
Der Gouverneur der Bank of Japan (BoJ), Kazuo Ueda, hat sein Bestreben nach weiteren Zinserhöhungen bekräftigt. Dies geschah trotz der durch den Nahostkonflikt erhöhten Unsicherheit über die wirtschaftlichen Aussichten. "In einer Situation, in der sich Aufwärtsrisiken für die Inflation deutlich materialisiert haben oder weiter wachsen, und vorausgesetzt, das Risiko eines wirtschaftlichen Abschwungs oder einer schweren Rezession bleibt begrenzt, wäre eine Zinserhöhung eine Möglichkeit", sagte Ueda bei einer Pressekonferenz.
Uneinheitliches Votum der BOJ signalisiert Wende zu strafferer Geldpolitik
Das Votum der Bank of Japan von 6 zu 3 Stimmen, die Zinsen unverändert zu lassen, signalisiert eine mögliche Wende hin zu einer strafferen Geldpolitik, meint die Ökonomin Harumi Taguchi von S&P Global Market Intelligence. Das Research-Unternehmen prognostiziere derzeit zwar eine Anhebung auf 1 Prozent im Juli, doch könne die BOJ bereits im Juni einen Schritt machen, wenn sich die Lage im Nahen Osten stabilisiere, so Taguchi.
Iran bereit zum Teilen von Verteidigungskapazitäten
Der iranische Vize-Verteidigungsminister hat erklärt, der Iran sei bereit, seine Verteidigungskapazitäten mit anderen Ländern zu teilen, insbesondere mit den Mitgliedern der Shanghai Cooperation Organization (SCO). "Wir sind bereit, unsere Erfahrungen, die zur Niederlage der Vereinigten Staaten geführt haben, mit anderen Mitgliedern dieser Organisation zu teilen", sagte Reza Talaei-Nik laut staatlichen Medien und bezog sich dabei auf die Gruppe, zu der unter anderem der Iran, China, Russland und Indien gehören. "Die Vereinigten Staaten sind nicht mehr in der Lage, unabhängigen Ländern ihre Politik aufzuzwingen, und dies ist der ganzen Welt durch die Widerstandsfähigkeit des iranischen Volkes und seiner Streitkräfte deutlich geworden", sagte Talaei-Nik laut IRNA,
DJG/DJN/apo
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April 28, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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