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MÄRKTE USA/Wall Street von Ölpreisen belastet - Techniksektor schwach

DJ MÄRKTE USA/Wall Street von Ölpreisen belastet - Techniksektor schwach

DOW JONES--Auch wenn der Iran-Krieg im Bewusstsein der Anleger an Bedeutung verliert, können die US-Börsen ihn nicht gänzlich abstreifen. Investoren fürchten, dass eine Fortsetzung der Rekordjagd am US-Aktienmarkt schwierig sein wird, falls es bei den Friedensgesprächen keine weiteren Fortschritte gibt. Und die deuten sich aktuell nicht an: Die wechselseitigen Angriffe Israels und der libanesischen Hisbollah-Miliz dauern an, und US-Präsident Donald Trump zeigt sich über die jüngsten Vorschläge aus dem Iran zur Beendigung des Krieges skeptisch. Händler sprechen daher im Iran-Krieg von Stillstand. Die Seestraße von Hormus bleibt damit praktisch geschlossen - die Ölpreise klettern auf die höchsten Stände des Monats.

Im frühen Geschäft gewinnt der Dow-Jones-Index dank deutlicher Aufschläge von Coca-Cola 0,4 Prozent auf 49.351 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite verlieren dagegen 0,4 bzw. 0,9 Prozent. "Heute sind es zwei Monate seit Beginn der Angriffe auf den Iran, und damit erreichen wir eine unruhige Nachrichtenflaute. Es ist klar, dass Investoren eine gewisse Wahrscheinlichkeit für einen andauernden stagflationären Schock einpreisen (...). Die Märkte klammern sich an jedes Anzeichen von Friedensgesprächen, und das Ausbleiben solcher Signale schürt die Angst, dass sie nicht stattfinden werden", erläutert Marktstratege Jim Reid von der Deutschen Bank.

Anleger halten sich auch angesichts der jüngsten Rekorde bei Nasdaq und S&P-500 etwas zurück. Denn mit dem Ergebnis der US-Notenbanksitzung am Mittwoch und anstehenden Geschäftsausweisen großer Technologiekonzerne im Wochenverlauf stehen wichtige Impulsgeber noch aus. Bis dahin halten sich Anleger eher bedeckt. In welchem Umfang die hohen Benzinkosten in den USA auf das Verbrauchervertrauen drücken, dürften die Daten im frühen Handel offenbaren.

Im zuletzt sehr gut gelaufenen Technologiesektor gibt es Misstöne. Laut einem Bericht verfehlte die KI-Ikone OpenAI zuletzt die selbstgesteckten Nutzer- und damit auch die Umsatzziele. Damit stünden Investitionen in Datenzentren auf dem Prüfstand. Finanzchefin Sarah Friar habe intern gesagt, dass sie besorgt sei, das Unternehmen könne künftige Computing-Verträge möglicherweise nicht bezahlen, wenn der Umsatz nicht schnell genug steige. In der Folge fallen die Aktien mit Bezug zum ChatGPT-Entwickler - so Oracle und CoreWeave um 4,2 bzw. 6 Prozent. Im Technologiesektor sinken AMD um 3,8 Prozent, Nvidia um 2,4 Prozent und Intel um 2,7 Prozent.

Die auf die höchsten April-Stände gekletterten Ölpreise schüren Inflationssorgen und lassen baldige Zinssenkungen unwahrscheinlicher erscheinen. Daher steigen am Anleihemarkt die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen um 3 Basispunkte auf 4,36 Prozent. Der Gouverneur der Bank of Japan (BoJ), Kazuo Ueda, hat sein Bestreben nach weiteren Zinserhöhungen indes bekräftigt. Die Spekulation auf weiter hohe Zinsen stützen die US-Währung - der Dollar-Index zieht um 0,3 Prozent an.

Die Erdölpreise legen um rund 3 Prozent zu. Mitten in die Sorgen über ein verknapptes Angebot wegen der gesperrten Straße von Hormus platzt die Schlagzeile, dass die Förderung Angolas im März trotz eines Anstiegs der weltweiten Ölpreise gesunken ist. Die veraltete Infrastruktur habe dem zweitgrößten Produzenten des Kontinents die Chance genommen, von den Folgen des andauernden Iran-Konflikts zu profitieren, merken die Analysten von Oxford Economics Africa an.

Der feste Dollar und steigende Marktzinsen belasten unterdessen den Goldpreis - die Feinunze verbilligt sich um 2,2 Prozent. "Die anhaltende Störung der Lieferströme von Öl, Gas und raffinierten Produkten durch die Straße von Hormus hat die weltweiten Inflationssorgen verschärft und damit die Erwartung erhöht, dass wichtige Zentralbanken, einschließlich der Fed und der EZB, die Zinssätze länger hoch halten könnten", urteilt MUFG-Analystin Soojin Kim.

Unter den Aktien sinken Meta Platforms um 0,3 Prozent. Die Facebook-Mutter bereitet sich auf eine Rückabwicklung der Übernahme des auf Künstliche Intelligenz spezialisierten Startups Manus vor, nachdem China das Geschäft aus Gründen der nationalen Sicherheit untersagt hat, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen mitteilen.

United Parcel Service hat im ersten Quartal einen geringeren Gewinn und Umsatz verzeichnet. Der Kurs des Paketdienstleisters ermäßigt sich um 4,4 Prozent. GM büßen nach Geschäftsausweis 0,9 Prozent ein. Der Automobilhersteller hebt die bereinigte Gewinnprognose wegen geringerer Zollkosten an. Pro Aktie sank der Gewinn allerdings in der Periode. Höhere Gewinne hieven den Kurs von Coca-Cola um 5,8 Prozent an. Auch Sherwin-Williams (-0,6%) hat im ersten Quartal mehr verdient als gedacht. Der Hersteller von Wandfarben teilte jedoch mit, dass die Nachfrage von Heimwerkern schwach geblieben sei.

Bed Bath & Beyond haussieren um über 10 Prozent. Der Heimausstatter grenzte den Verlust ein und übertraf die Markterwartungen. Erstmals seit 19 Quartalen verbuchte der Einzelhändler einen deutlichen Umsatzanstieg. Auch LendingClub überzeugt in der ersten Periode - der Kurs gewinnt 5,2 Prozent.

=== 
INDEX      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
DJIA      49.351,29  +0,4  +183,50    49.167,79 
S&P-500     7.144,55  -0,4   -29,36    7.173,91 
NASDAQ Comp  24.656,89  -0,9  -230,21    24.887,10 
NASDAQ 100   27.036,66  -1,0  -269,02    27.305,68 
 
US-Treasuries  Rendite  +/- Tageshoch    Tagestief 
2 Jahre       3,84 +0,04    3,85      3,79 
5 Jahre       3,99 +0,03    4,00      3,94 
10 Jahre      4,36 +0,03    4,38      4,33 
 
DEVISEN     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Mo, 19:56 
EUR/USD      1,1701  -0,2  -0,0019     1,1720   1,1723 
EUR/JPY      186,63  -0,1  -0,1900     186,82  186,8600 
EUR/CHF      0,9244  +0,4   0,0038     0,9206   0,9209 
EUR/GBP      0,867  +0,1   0,0011     0,8659   0,8657 
USD/JPY      159,5  +0,1   0,0800     159,42  159,3600 
GBP/USD      1,3496  -0,3  -0,0034      1,353   1,3538 
USD/CNY      6,8378  +0,2   0,0150     6,8228   6,8228 
USD/CNH      6,8377  +0,2   0,0125     6,8252   6,8261 
AUS/USD      0,717  -0,2  -0,0014     0,7184   0,7189 
Bitcoin/USD  76.274,22  -0,9  -699,31    76.973,53 76.767,74 
 
ROHÖL      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex     99,58  +3,3    3,21      96,37 
Brent/ICE     111,08  +2,6    2,85     108,23 
 
Metalle     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold      4.577,05  -2,2  -104,80    4.681,85 
Silber       72,69  -3,7   -2,81      75,50 
Platin     1.950,88  -1,6   -31,57    1.982,45 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf/ros

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April 28, 2026 10:01 ET (14:01 GMT)

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Die Märkte feiern neue Rekorde – doch im Hintergrund braut sich eine Entwicklung zusammen, die alles verändern könnte. Die anhaltende Sperrung der Straße von Hormus sorgt laut IEA für eine der größten Energiekrisen aller Zeiten. Gleichzeitig schießen die Preise für Düngemittel und Agrarrohstoffe bereits nach oben.

Damit droht ein perfekter Sturm: steigende Energiepreise, explodierende Produktionskosten und ein möglicher Super-El-Nino, der weltweit Ernten gefährdet. Erste Auswirkungen sind längst sichtbar – Weizen, Soja und Kakao verteuern sich deutlich, während Lebensmittelpreise vor dem nächsten Sprung stehen könnten.

Für Anleger bedeutet das nicht nur Risiken, sondern enorme Chancen. Denn während klassische Märkte unter Druck geraten könnten, entsteht auf den Feldern und Plantagen der nächste große Rohstoffzyklus. Wer sich jetzt richtig positioniert, kann von einer Entwicklung profitieren, die weit über Öl und Metalle hinausgeht.

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