ATLANTA (dpa-AFX) - Der Logistikkonzern UPS wähnt sich über dem Berg. Chefin Carol Tomé erwartet für das zweite Quartal eine Rückkehr zum Wachstum von Umsatz und operativem Gewinn, wie sie laut Mitteilung am Dienstag in Atlanta sagte. Das erste Quartal sei eine entscheidende Übergangsphase gewesen, indem mehrere strategische Maßnahmen umgesetzt werden mussten - "und das haben wir geschafft", so die Managerin weiter. Dabei übertraf UPS im ersten Quartal die Gewinnerwartungen und sieht sich selbst auf Kurs zu den gesteckten Zielen. Allerdings enttäuschte das Geschäft im US-Heimatmarkt die Anleger.
Die UPS-Aktie verlor kurz nach Handelsbeginn an der Wall Street mehr als sieben Prozent, bevor sich das Minus auf rund fünf Prozent verringerte. Der erste Eindruck sei negativ, schrieb JPMorgan-Analyst Brian Ossenbeck und verwies auf das unerwartet schwache Geschäft in den USA. Hier halbierte sich der operative Gewinn in den ersten drei Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahr nahezu - bei einem leicht rückläufigen Umsatz.
Konzernweit sank der bereinigte Gewinn je Aktie von 1,49 auf 1,07 Dollar je Aktie. Analysten hatten allerdings nur 1,03 Dollar erwartet. Unter dem Strich ging der Gewinn um über ein Viertel auf 864 Millionen Dollar zurück. Der Umsatz verringerte sich leicht auf 21,2 Milliarden Dollar (18,1 Mrd Euro).
An der Börse wurde außerdem moniert, dass das UPS-Management die Jahresziele angesichts des starken ersten Quartals nicht anhob. Anleger sahen darin eine anhaltende Unsicherheit bei dem Paketdienst, der sein Zustellnetz momentan umkrempelt.
Die UPS-Führung erwartet 2026 im Jahresvergleich einen Umsatzanstieg von 88,7 auf rund 89,7 Milliarden Dollar. Die bereinigte Gewinnmarge soll 9,6 Prozent betragen nach 9,8 Prozent im vergangenen Jahr.
Der DHL-Kokurrent hat turbulente Monate hinter sich, nachdem die chaotische US-Handels- und -Zollpolitik im vergangenen Jahr immer wieder für Unruhe in der Branche gesorgt hatte und die Nachfrage nach Transport- und Logistik-Dienstleistungen für UPS schwer zu berechnen war. Zudem erhielten Tarifbeschäftigte Abfindungsangebote, die ebenfalls zunächst einmal viel Geld kosteten.
Vor allem aber versucht der Versand-Riese bis zur Jahresmitte, die weniger profitablen Paketlieferungen zu verringern. Dies trifft besonders die Sendungsmengen des Online-Händlers Amazon . Dessen Pakete sind für UPS wenig rentabel und er reduzierte deshalb deren Volumen um etwa die Hälfte. Wegen des Rückgangs schloss der Konzern Dutzende Sortieranlagen oder legte sie zusammen. UPS teilte nun mit, in den ersten drei Monaten des Jahres 600 Millionen Dollar durch die Änderungen im Zustellnetz gespart zu haben./lew/stw/he




