DJ MÄRKTE USA/Wall Street von schwachem Tech-Sektor belastet
DOW JONES--Abgaben im Technologie-Sektor drücken am Dienstagmittag (Ortszeit) die Wall Street mehrheitlich ins Minus. Laut einem Bericht verfehlte die KI-Ikone OpenAI zuletzt die selbstgesteckten Nutzer- und damit auch die Umsatzziele. Damit stünden Investitionen in Datenzentren auf dem Prüfstand. Finanzchefin Sarah Friar habe intern gesagt, dass sie besorgt sei, das Unternehmen könne künftige Computing-Verträge möglicherweise nicht bezahlen, wenn der Umsatz nicht schnell genug steige. In der Folge fallen Aktien mit Bezug zum ChatGPT-Entwickler - so Oracle und CoreWeave um 4,0 bzw. 6,0 Prozent. Im Technologiesektor sinken AMD um 4,1 Prozent, Nvidia um 3,2 Prozent und Intel um 3,0 Prozent.
Zudem deutet sich im Iran-Krieg weiterhin keine diplomatische Lösung an. Die wechselseitigen Angriffe Israels und der libanesischen Hisbollah-Miliz dauern an, und US-Präsident Donald Trump zeigt sich über die jüngsten Vorschläge aus dem Iran zur Beendigung des Krieges skeptisch. Händler sprechen daher im Iran-Krieg von Stillstand. Die Seestraße von Hormus bleibt damit praktisch geschlossen - die Ölpreise klettern auf die höchsten Stände des Monats.
Der Dow-Jones-Index gewinnt 0,2 Prozent auf 49.263 Punkte, gestützt vom deutlichen Aufschlag der Aktie von Coca-Cola. Dagegen geht es für den S&P-500 um 0,7 Prozent nach unten und der Nasdaq-Composite büßt 1,3 Prozent ein. Zudem stehen mit dem Ergebnis der US-Notenbanksitzung am Mittwoch und anstehenden Geschäftsausweisen großer Tech-Konzerne im Wochenverlauf wichtige Impulsgeber noch aus. Bis dahin halten sich Anleger eher bedeckt. Die Stimmung unter den US-Verbrauchern hat sich im April dagegen etwas aufgehellt. "Das Verbrauchervertrauen stieg im April leicht an, blieb aber insgesamt nahezu unverändert, trotz der erheblichen Besorgnis über steigende Benzinpreise, da der Krieg im Nahen Osten zu einem sprunghaften Anstieg der Preise für Brent-Rohöl führte", erklärte Dana M. Peterson, Chefökonomin bei The Conference Board.
Die auf die höchsten April-Stände gekletterten Ölpreise schüren Inflationssorgen und lassen baldige Zinssenkungen unwahrscheinlicher erscheinen. Daher steigen am Anleihemarkt die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen um 2 Basispunkte auf 4,36 Prozent. Die Spekulation auf weiter hohe Zinsen stützt die US-Währung - der Dollar-Index zieht um 0,1 Prozent an, gibt aber einen Teil seiner Gewinne wieder ab.
Für die Ölpreise geht es weiter nach oben. Ein Barrel der Sorte Brent verteuert sich um 2,7 Prozent auf 111,20 Dollar. Gleichwohl zeigt sich der Ölpreis weitgehend unbeeindruckt vom Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) aus der Opec. Und das, obgleich die Nachricht laut CMC wie eine "Bombe an den Finanzmärkten" eingeschlagen sei. Wie sich das mittelfristig auf die Ölpreise auswirken werde, sei bislang zwar nicht abschätzbar, in jedem Falle stelle es eine Erosion des Erdölkartells dar, heißt es.
Der feste Dollar und steigende Marktzinsen belasten den Goldpreis - die Feinunze verbilligt sich um 2,1 Prozent auf 4.584 Dollar. "Die anhaltende Störung der Lieferströme von Öl, Gas und raffinierten Produkten durch die Straße von Hormus hat die weltweiten Inflationssorgen verschärft und damit die Erwartung erhöht, dass wichtige Zentralbanken, einschließlich der Fed und der EZB, die Zinssätze länger hoch halten könnten", so MUFG-Analystin Soojin Kim.
Bei den Einzelwerten fallen Meta Platforms um 1,6 Prozent. Die Facebook-Mutter bereitet sich auf eine Rückabwicklung der Übernahme des auf Künstliche Intelligenz spezialisierten Startups Manus vor, nachdem China das Geschäft aus Gründen der nationalen Sicherheit untersagt hat, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen mitteilen.
United Parcel Service (-4,8%) hat im ersten Quartal einen geringeren Gewinn und Umsatz verzeichnet. GM büßen nach Geschäftsausweis 2,1 Prozent ein. Der Automobilhersteller hebt die bereinigte Gewinnprognose wegen geringerer Zollkosten an. Pro Aktie sank der Gewinn allerdings in der Periode. Höhere Gewinne hieven den Kurs von Coca-Cola um 6,4 Prozent an. Auch Sherwin-Williams (-1,7%) hat im ersten Quartal mehr verdient als gedacht. Der Hersteller von Wandfarben teilte aber mit, dass die Nachfrage von Heimwerkern schwach geblieben sei. Bed Bath & Beyond haussieren um über 10 Prozent. Der Heimausstatter grenzte den Verlust ein und übertraf die Markterwartungen. Erstmals seit 19 Quartalen verbuchte der Einzelhändler einen deutlichen Umsatzanstieg.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 49.263,08 +0,2 +95,29 49.167,79 S&P-500 7.126,25 -0,7 -47,66 7.173,91 NASDAQ Comp 24.572,69 -1,3 -314,42 24.887,10 NASDAQ 100 26.943,17 -1,3 -362,51 27.305,68 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 3,84 +0,04 3,85 3,79 5 Jahre 3,99 +0,03 4,00 3,94 10 Jahre 4,36 +0,02 4,38 4,33 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 19:56 EUR/USD 1,1715 -0,0 -0,0005 1,1720 1,1723 EUR/JPY 186,86 +0,0 0,0400 186,82 186,8600 EUR/CHF 0,924 +0,4 0,0034 0,9206 0,9209 EUR/GBP 0,8669 +0,1 0,0010 0,8659 0,8657 USD/JPY 159,52 +0,1 0,1000 159,42 159,3600 GBP/USD 1,3511 -0,1 -0,0019 1,353 1,3538 USD/CNY 6,8374 +0,2 0,0146 6,8228 6,8228 USD/CNH 6,837 +0,2 0,0118 6,8252 6,8261 AUS/USD 0,7181 -0,0 -0,0003 0,7184 0,7189 Bitcoin/USD 76.064,94 -1,2 -908,59 76.973,53 76.767,74 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 99,85 +3,6 3,48 96,37 Brent/ICE 111,2 +2,7 2,97 108,23 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.583,91 -2,1 -97,94 4.681,85 Silber 73,06 -3,2 -2,44 75,50 Platin 1.951,92 -1,5 -30,53 1.982,45 ===
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