TEL AVIV/GAZA (dpa-AFX) - Mehr als ein halbes Jahr nach Beginn einer Waffenruhe im Krieg zwischen Israel und der Hamas gibt es im Gazastreifen weiterhin Gewalt. Bei israelischen Drohnenangriffen hat es im Laufe des Tages palästinensischen Angaben zufolge drei Tote und mehrere Verletzte gegeben. Aus medizinischen Kreisen vor Ort hieß es, im Süden des Gebiets sei dabei ein neun Jahre alter Junge ums Leben gekommen.
Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Zivilschutzes gab es zwei weitere Tote in der Stadt Gaza im Norden des Küstenstreifens. Augenzeugen zufolge feuerte eine israelische Drohne eine Rakete auf ein Fahrzeug, das dadurch in Brand geraten sei.
Bericht: Unbeteiligte Person wurde von Israels Armee getroffen
Israels Armee äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Berichten. Die "Times of Israel" zitierte das Militär im Fall des getöteten Kindes mit den Worten, dass Soldaten einen Verdächtigen angegriffen hätten, der sich ihnen in einem von Israel kontrollierten Gebiet genähert und eine Bedrohung für sie dargestellt habe. Nach ersten Erkenntnissen sei während des Angriffs eine unbeteiligte Person zugegen gewesen und getroffen worden, hieß es in dem Bericht weiter. Der Vorfall wird demnach untersucht.
Seit Oktober vergangenen Jahres herrscht offiziell eine Waffenruhe im Gaza-Krieg. Die Lage bleibt aber angespannt. Immer wieder gibt es tödliche Zwischenfälle und Angriffe. Seit Beginn der Feuerpause sind nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde mehr als 800 Palästinenser im Gazastreifen getötet worden. Auch mehrere israelische Soldaten sind ums Leben gekommen.
Israels Armee kontrolliert weiter die Hälfte des Gebiets am Mittelmeer, in dem Rest konnte die Hamas ihre Kontrolle wieder festigen./cir/DP/he
