DJ PTA-News: Wacker Chemie AG: WACKER steigert Ergebnis im 1. Quartal aufgrund von Kosteneinsparungen und vorgezogenen Kundenbestellungen - München, 29. April 2026
Unternehmensmitteilung für den Kapitalmarkt
Wacker Chemie AG: WACKER steigert Ergebnis im 1. Quartal aufgrund von Kosteneinsparungen und vorgezogenen Kundenbestellungen
München, 29. April 2026
München (pta000/29.04.2026/07:00 UTC+2)
• Konzernumsatz liegt im 1. Quartal mit 1,41 Mrd. EUR 5 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres,gleichzeitig 12 Prozent über Vorquartal • EBITDA liegt mit 173 Mio. EUR über Vorjahr und Vorquartal; Gründe sind vor allem Kosteneinsparungen sowievorgezogene Kundenbestellungen aufgrund des Konflikts im Nahen Osten • Periodenergebnis im 1. Quartal beträgt 15 Mio. EUR • WACKER CEO Christian Hartel: "In Anbetracht des weiterhin schwachen Marktumfelds sind wir gut ins Jahrgestartet. Unser Ergebnis konnten wir vor allem aufgrund von Kosteneinsparungen und vorgezogenen Kundenbestellungensteigern." • Jahresprognose: EBITDA unverändert, Umsatz angehoben
München - Die Wacker Chemie AG erzielte im 1. Quartal 2026 einen Umsatz von 1,41 Mrd. EUR (Q1 2025: 1,48 Mrd. EUR), der damit 5 Prozent unter dem Vorjahreswert lag. Im Vergleich zum Vorquartal stieg der Umsatz dagegen um 12 Prozent (Q4 2025: 1,25 Mrd. EUR). Dabei verzeichneten die Chemiebereiche sowie der Geschäftsbereich Polysilicon Umsatzeinbußen im Jahresvergleich; der Geschäftsbereich Biosolutions konnte die Umsätze im Vergleich zum 1. Quartal 2025 steigern. Grund für den Umsatzrückgang waren vor allem negative Wechselkurseffekte. Im Vergleich zum Vorquartal verzeichneten hingegen alle Geschäftsbereiche eine Umsatzsteigerung.
Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich auf 173 Mio. EUR (Q1 2025: 119 Mio. EUR).[1] Das ist eine Steigerung um 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Vergleich zum Vorquartal hat sich das Ergebnis mehr als verdoppelt (Q4 2025: 81 Mio. EUR). Für die drei Monate Januar bis März 2026 ergibt sich damit eine EBITDA-Marge von 12,3 Prozent (Q1 2025: 8,1 Prozent). Im Vorquartal hatte sie bei 6,5 Prozent gelegen. Grund für den Ergebnisanstieg im Vergleich zum Vorjahresquartal waren vor allem Kosteneinsparungen, die sich positiv auf das Ergebnis ausgewirkt haben. Daneben haben vorgezogene Kundenbestellungen aufgrund des Konflikts im Nahen Osten, die vor allem im März getätigt wurden, das Ergebnis gestützt. Aufgrund der Entwicklungen in der Region herrscht große Verunsicherung hinsichtlich der Robustheit der globalen Lieferketten. Umsatz und Ergebnis im 1. Quartal liegen damit über den aktuellen Markterwartungen, die sich für den Konzernumsatz im Schnitt auf 1,38 Mrd. EUR und für das EBITDA auf 155 Mio. EUR belaufen (Quelle: Vara Research, 21. April 2026).
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ist aufgrund der oben beschriebenen Effekte im 1. Quartal deutlich höher ausgefallen als im Vorjahr. Es lag bei 52 Mio. EUR (Q1 2025: - 7 Mio. EUR).1 Das entspricht einer EBIT-Marge von 3,7 Prozent (Q1 2025: -0,5 Prozent). Das Periodenergebnis des Berichtsquartals beträgt 15 Mio. EUR (Q1 2025: -3 Mio. EUR). Das Ergebnis je Aktie beläuft sich damit auf 0,21 EUR (Q1 2025: -0,16 EUR).
Guter Start ins Geschäftsjahr 2026
"In Anbetracht des weiterhin schwachen Marktumfelds sind wir gut ins Jahr gestartet. Im Vergleich zum schwachen Vorquartal konnten alle Geschäftsbereiche ihren Umsatz erhöhen. Unser Ergebnis konnten wir im Vergleich zum Vorjahr vor allem aufgrund von Kosteneinsparungen und vorgezogenen Kundenbestellungen wegen des Konfliktes im Nahen Osten steigern", kommentierte Christian Hartel, Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie AG.
WACKER hat im Oktober 2025 ein Kostensenkungs- und Strukturprogramm gestartet, das mittlerweile erste Resultate zeigt. "Mit unserem Kosten- und Effizienzprogramm PACE stärken wir die Wettbewerbsfähigkeit von WACKER nachhaltig", so Hartel. Ziel des Programms ist es, über 300 Millionen EUR jährlich einzusparen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden über 1.500 Stellen weltweit wegfallen, der Großteil davon in Deutschland. Derzeit laufen die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern zum Stellenabbau in Deutschland. "Bereits im laufenden Geschäftsjahr werden signifikante Einsparungen aus dem Programm wirksam werden", kündigte Hartel an. "Mit PACE schaffen wir die wirtschaftliche Basis für unser künftiges Wachstum. Gleichzeitig arbeiten wir an unseren Strukturen und Prozessen und schärfen unser Geschäftsmodell", so Hartel weiter. "In unseren Chemiebereichen fokussieren wir uns auf Spezialitäten, im Polysilicium-Geschäft auf den Halbleitermarkt und in unserer Life-Science-Sparte Biosolutions auf innovative Biotech-Anwendungen. Damit schaffen wir die Grundlage für unser künftiges Wachstum."
Mit Blick auf den weiteren Jahresverlauf sei bislang keine Trendwende abzusehen, erläuterte Hartel. "Die Nachfrage in vielen unserer Abnehmerbranchen ist weiterhin schwach. Dazu kommen die Effekte aus dem Konflikt im Nahen Osten. Die Verwerfungen auf den Energie- und Rohstoffmärkten haben zu deutlich erhöhten Kosten für Energie, Rohstoffe und Logistik geführt", so Hartel. Angesichts der weiterhin bestehenden Unsicherheiten und des volatilen Auftragseingangs bleibt die EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr unverändert in der Spanne von 550 bis 700 Mio. EUR. "Beim Umsatz rechnen wir dagegen nun für das Gesamtjahr mit einem Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich. Grund hierfür ist, dass wir gestiegene Rohstoff- und Energiepreise konsequent an unsere Kunden weitergeben." Aufgrund der hohen Volatilität in den Märkten sei die Jahresprognose derzeit insgesamt mit großer Unsicherheit behaftet, betonte der Vorstandschef.
Regionen
Im 1. Quartal 2026 erwirtschaftete WACKER rund 82 Prozent seines Umsatzes im Ausland und 18 Prozent in Deutschland. In Amerika verringerte sich der Umsatz im Berichtsquartal gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent auf 247 Mio. EUR (Q1 2025: 280 Mio. EUR). In Europa beliefen sich die Erlöse auf 602 Mio. EUR (Q1 2025: 600 Mio. EUR) und lagen damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. In Asien war die Entwicklung im Vergleich zum 1. Quartal 2025 ebenfalls rückläufig. Hier summierten sich die Erlöse auf 482 Mio. EUR und lagen somit um 6 Prozent unter dem Wert des Vorjahres (Q1 2025: 510 Mio. EUR).
Investitionen und Netto-Cashflow
Die Investitionen beliefen sich im 1. Quartal 2026 auf 61 Mio. EUR und lagen damit unter dem Vorjahreswert (Q1 2025: 93 Mio. EUR). Investiert wurde in die Optimierung und Instandhaltung bestehender Anlagen. Ein Großteil der Investitionen entfiel auf den Geschäftsbereich Silicones. In Karlsbad, Tschechien, entsteht hier ein neuer Standort für Spezialsilicone. Der Netto-Cashflow des 1. Quartals 2026 belief sich auf -32 Mio. EUR. Gründe für die Verbesserung gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Q1 2025: -165 Mio. EUR) waren vor allem eine deutliche Reduzierung des Working Capital und geringere Auszahlungen für Investitionen.
Mitarbeitende
Die Zahl der bei WACKER weltweit Beschäftigten ist im Berichtsquartal gesunken. Zum Stichtag 31. März 2026 waren im Konzern 16.196 (31.12.2025: 16.467) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. An den WACKER Standorten in Deutschland arbeiteten 10.612 (31.12.2025: 10.749) Beschäftigte, an den internationalen Standorten waren es 5.584 (31.12.2025: 5.718).
Geschäftsbereiche
Der Geschäftsbereich Silicones lag beim Umsatz im 1. Quartal unter dem Vorjahreswert, während das EBITDA höher ausfiel. Der Umsatz blieb mit 708 Mio. EUR um 5 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres (Q1 2025: 745 Mio. EUR). Das EBITDA belief sich auf 117 Mio. EUR (Q1 2025: 103 Mio. EUR) und lag damit um 13 Prozent über dem Vorjahreswert. Gründe für den Anstieg waren in erster Linie Einsparungen bei den Betriebskosten, insbesondere durch das Kosten- und Effizienzprogramm PACE sowie vorgezogene Kundenbestellungen.
Der Umsatz im Bereich Polymers blieb im 1. Quartal ebenfalls unter dem Vorjahreswert. Er sank um 8 Prozent und belief sich auf 333 Mio. EUR (Q1 2025: 360 Mio. EUR). Maßgeblich war hier die weiterhin schwache Baukonjunktur, vor allem in China und Europa. Das EBITDA lag hingegen trotz rückläufiger Umsätze mit 50 Mio. EUR (Q1 2025: 37 Mio. EUR) um 33 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Gründe für den Anstieg im Jahresvergleich waren auch hier niedrigere Betriebskosten sowie vorgezogene Kundenbestellungen.
Der Geschäftsbereich Biosolutions erzielte im Berichtszeitraum einen höheren Umsatz als im 1. Quartal 2025. Er stieg um 9 Prozent auf 100 Mio. EUR (Q1 2025: 91 Mio. EUR). Insbesondere das Geschäft mit Biopharmazeutika und Cyclodextrinen hat sich positiv entwickelt. Auch das EBITDA lag mit 13 Mio. EUR deutlich über dem Niveau des Vorjahres (Q1 2025: 5 Mio. EUR). Neben den beschriebenen Effekten wurde es von Projektabrechnungen positiv beeinflusst.
Im Bereich Polysilicon waren dagegen sowohl Umsatz als auch EBITDA im 1. Quartal im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Der Umsatz sank um 8 Prozent und belief sich auf 226 Mio. EUR (Q1 2025: 245 Mio. EUR). Grund war hier vor allem das rückläufige Geschäft mit Solarpolysilicium. Das EBITDA lag mit 23 Mio. EUR annähernd auf Vorjahresniveau (Q1 2025: 24 Mio. EUR). Eine unverändert positive Entwicklung des Geschäfts mit Polysilicium für Halbleiteranwendungen sowie Einsparungen bei den Betriebskosten konnten die höheren Energiekosten fast vollständig ausgleichen.
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