DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires.
Euroraum-Wirtschaftsstimmung im April schwächer als erwartet
Die Wirtschaftsstimmung im Euroraum hat sich im April deutlicher als erwartet eingetrübt, wobei die Preiserwartungen erneut deutlich anzogen. Der von der EU-Kommission erhobene Index der Wirtschaftsstimmung (Esi) sank auf 93,0 (März: 96,2) Punkte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten lediglich einen Rückgang auf 95,0 prognostiziert. Deutschlands Esi sank auf 88,5 (92,4) Punkte, Frankreichs auf 91,4 (94,4) Punkte, Italiens auf 97,7 (100,5) Punkte und Spaniens auf 102,6 (103,5) Punkte. Der Index des Industrievertrauen ging auf minus 7,7 (minus 7,0) Punkte zurück, erwartet worden waren minus 7,0 Punkte. Der Index des Verbrauchervertrauens fiel auf minus 20,6 (minus 16,4) Punkte, was wie erwartet dem Ergebnis der Vorabschätzung entsprach. Die Stimmung unter den Dienstleistern fiel auf 0,9 (4,1) Punkte.
Statistische Landesämter melden etwas geringeren Preisanstieg
Der Inflationsdruck in Deutschland könnte im April etwas weniger stark als erwartet zugenommen haben. Die Statistischen Ämter von sechs Bundesländern melden einen monatlichen Anstieg der Verbraucherpreise um 0,4 bis 0,6 Prozent und eine Veränderung der Jahresteuerungsrate zwischen minus 0,1 und plus 0,1 Prozentpunkt. Für Gesamtdeutschland erwarten Volkswirte bisher, dass die Verbraucherpreise um 0,6 Prozent auf Monats- und 2,9 (2,7) Prozent auf Jahressicht gestiegen sind.
Spaniens HVPI-Teuerung steigt im April auf 3,5 Prozent
Der Inflationsdruck in Spanien hat im April wie erwartet leicht zugenommen. Wie die Statistikbehörde INE mitteilte, stieg der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) mit einer Jahresrate von 3,5 (März: 3,4) Prozent. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten eine Teuerungsrate von 3,5 Prozent prognostiziert.
Belgiens Statistikbehörde erzielt keinen Konsens zu April-Inflation
Die belgische Statistikbehörde wird vorerst keine nationalen Inflationsdaten für April veröffentlichen. "In der Sitzung des Index-Ausschusses für diesen Monat konnte kein Konsens erzielt werden", teilte Statbel mit. Die Behörde erklärte, sie werde das Ergebnis an den belgischen Wirtschaftsminister David Clarinval weiterleiten. "Es liegt nun am Minister, die Indexzahl für April zu genehmigen", teilte Statbel mit. Zugleich veröffentlichte die Behörde allerdings eine Schätzung für den Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI). Dieser stieg im April mit einer Jahresrate von 4,3 (März: 2,2) Prozent.
EU-Kommission konkretisiert Regeln für Beihilfen wg Energiepreisen
Die EU-Kommission hat angekündigt, befristete Maßnahmen zu verabschieden, um Unternehmen vor den Auswirkungen der stark steigenden Energiepreise zu schützen, die durch den Konflikt im Nahen Osten getrieben werden. Die EU-Exekutive erklärte, dass Mitgliedstaaten Unternehmen in den Sektoren Landwirtschaft, Fischerei oder Transport bis zu 70 Prozent der Mehrkosten erstatten können, die durch krisenbedingte Preissteigerungen bei Kraftstoffen oder Düngemitteln entstanden sind. Energieintensive Unternehmen, die für eine vorübergehende Preisentlastung infrage kommen, könnten zudem Beihilfen von bis zu 70 Prozent der Stromkosten erhalten, fügte die Kommission hinzu. Der Rahmen, bekannt als "Befristeter Rahmen für staatliche Beihilfen zur Bewältigung der Krise im Nahen Osten" (Metsaf), soll bis zum 31. Dezember in Kraft bleiben.
Nachfrage nach Dollar-Liquidität bei EZB-Tender auf Jahreshoch
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bei ihrem Dollar-Tender mit einer Laufzeit von sieben Tagen drei Banken 205 Millionen US-Dollar zugeteilt. Das war der höchste bisher in diesem Jahr zugeteilte Betrag. Beim vorherigen Geschäft hatten zwei Banken eine Summe von 15 Millionen nachgefragt und erhalten. Der Tender hat einen Festzinssatz von 3,89 (zuvor: 3,89) Prozent. 2020 hatte die US-Notenbank mit fünf weiteren Zentralbanken, darunter die EZB, im Zuge der Pandemie-Krise vereinbart, die weltweite Versorgung mit Dollar-Liquidität zu verbessern.
DIW: Krieg im Nahen Osten dämpft fragile Erholung
Der Krieg im nahmen Osten dämpft nach Aussage des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) die fragile Erholung der deutschen Konjunktur. Das DIW-Konjunkturbarometer stieg im April leicht auf 97,9 Punkte. "Nach dem Vier-Jahres-Hoch im Februar, gefolgt von einem deutlichen Rückgang im März, verharrt der Barometerwert damit weiter unterhalb der neutralen 100-Punkte-Marke, die ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft anzeigt", teilte das Institut mit.
BA-X-Stellenindex sinkt im April leicht
Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA-X), ein saisonbereinigter Indikator für die Arbeitskräftenachfrage in Deutschland, ist im April auf 102 (März: 103) Punkte gesunken. Wie die BA mitteilte, lag er damit um 4 Punkte unter seinem Vorjahreswert. Schwankungen in der Entwicklung des BA-X werden laut BA-Mitteilung seit einigen Monaten mit dadurch verursacht, dass einzelne Arbeitgeber ihren Personalbedarf der Bundesagentur für Arbeit als Großaufträge melden. "Insgesamt zeigt sich die Arbeitskräftenachfrage auf einem niedrigen Niveau stabil", heißt es in der Mitteilung.
Belgien BIP 1Q +0,2% gg Vq; +0,8% gg Vj
Schweden Apr Verbrauchervertrauen 91,5 (März: 95,2)
Schweden Apr Verbrauchervertrauen PROGNOSE: 94,3
Thailands Zentralbank lässt Leitzins unverändert bei 1,00%
US/MBA Market Index Woche per 24. Apr -1,6% auf 298,5 (Vorwoche: 303,3)
US/MBA Purchase Index Woche per 24. Apr +1,2% auf 177,7 (Vorwoche: 175,6)
US/MBA Refinance Index Woche per 24. Apr -4,4% auf 977,9 (Vorwoche: 1.023,1)
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April 29, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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