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MÄRKTE EUROPA/Haussierender Ölpreis sorgt vor Fed-Entscheid für miese Stimmung

DJ MÄRKTE EUROPA/Haussierender Ölpreis sorgt vor Fed-Entscheid für miese Stimmung

DOW JONES--Der europäische Aktienmarkt hat am Mittwoch mit Verlusten geschlossen. Der anhaltend rasante Anstieg des Ölpreises drückte auf das Sentiment. Brent zog bis Börsenschluss um 5,8 Prozent an auf 117,76 Dollar das Fass und lag damit nur noch knapp unter dem seit Ausbruch des Iran-Kriegs erreichten Hochs bei rund 120 Dollar. Marktteilnehmer sahen den Anstieg im Zusammenhang mit einem Hinweis von US-Präsident Donald Trump an Verbündete, dass man sich auf eine verlängerte Blockade Irans vorbereite. Der Präsident bevorzuge zwar entschiedene Siege, aber keine der verfügbaren Optionen biete ihm einen schnellen Ausstieg aus dem Konflikt.

Daneben warteten Anleger auf die anstehenden geldpolitischen Entscheidungen verschiedener Zentralbanken. Am Abend stand zunächst die Zinsentscheidung der US-Notenbank an, am Donnerstag folgen dann die Bank of England (BoE) sowie die EZB, wobei insgesamt im Umfeld gestiegener Inflationsdaten und sich abschwächendem Wirtschaftswachstum mit keinen Zinsänderungen gerechnet wurde. Getrieben durch hohe Energiepreise sind derweil die deutschen Verbraucherpreise im April auf Jahressicht um 2,9 Prozent gestiegen.

Der DAX verlor 0,3 Prozent auf 23.955 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,3 Prozent nach unten. An den Anleihemärkten zogen die Renditen kräftig an, während am Devisenmarkt der Euro auf 1,1692 Dollar zurückfiel.

Akzente setzte eine Flut an Quartalszahlen der Unternehmen. Im DAX ging es für Adidas um 8,4 Prozent nach oben. Der Sportartikelanbieter hat im ersten Quartal trotz eines herausfordernden Konsumumfelds zweistellige Prozentwachstumsraten bei Umsatz und Gewinn erreicht und dabei die viel beachtete Marge für den operativen Gewinn verbessert. Scout24 legten um 6,7 Prozent zu. Das Digitalunternehmen habe ein solides Ergebnis für das erste Quartal vorgelegt, meinten die Analysten von Metzler. Die Analysten hoben zudem das beschleunigte Aktienrückkaufprogramm als positiven Faktor hervor.

Airbus hat im ersten Quartal 2026 weniger verdient und umgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Der Konzern konnte wegen fehlender Triebwerke außerdem weniger Flugzeuge ausliefern, was aus Marktsicht allerdings keine große Überraschung darstellte. Dagegen lief es in der Rüstungssparte gut und Airbus bestätigte außerdem die Jahresprognose. Der Markt quittierte das mit einem Plus von 5,1 Prozent.

Als durchwachsen wurden die Geschäftszahlen von Mercedes-Benz gesehen. Das China-Geschäft laufe noch schlechter als erwartet. Überraschend hoch sei dagegen die Profitabilität. Mut mache auch der bestätigte Jahresausblick, hieß es im Handel. Der Kurs gab um 0,6 Prozent nach. Traton (+1,3%) sei schwach in das Jahr 2026 gestartet, urteilte MWB mit Blick auf das erste Quartal. Umsatz und Absatz seien von einem bereits niedrigen Niveau weiter zurückgegangen. Der Auftragseingang liefere den Hauptlichtblick.

Symrise zogen um 3,1 Prozent an. Der Aromenhersteller hat zum Auftakt des laufenden Geschäftsjahres nach teils hohen Vorjahreswerten wie erwartet Umsatz verloren, allerdings weniger deutlich als prognostiziert. Symrise bestätigte außerdem die Jahresprognose.

Deutsche Bank verloren 1,8 Prozent, und das trotz eines Gewinnanstiegs im Auftaktquartal. Die Bank übertraf trotz einer deutlich erhöhten Risikovorsorge die Erwartungen der Analysten. Die Analysten der UBS sprachen aber von einem schwachen Ergebnismix und bemängelten die Kernkapitalquote als schwach. Nach Zahlen der Vermögensverwaltungstochter der Deutschen Bank, DWS, ging es für das Papier um 2,1 Prozent nach oben.

Der Schmierstoffhersteller Fuchs ist auf der Ertragsseite überraschend stark ins Jahr gestartet. Das wurde mit einem Plus von 10,2 Prozent honoriert. Mit einem Kursplus von 9,9 Prozent reagierten Thyssenkrupp auf die Übernahme von TK Elevator durch den Aufzugs- und Fahrtreppenhersteller Kone. In der Transaktion wird TK Elevator mit 29,4 Milliarden Euro bewertet. Thyssenkrupp hält 16,5 Prozent an TK Elevator, der Verkauf spült also Geld in die Kasse der Düsseldorfer.

Pernod Ricard habe eine vernünftige Entscheidung getroffen, das Werben um eine Fusion mit dem Jack-Daniel's-Hersteller Brown Forman nicht fortzusetzen, urteilte Analyst Edward Mundy von Jefferies. Der französische Spirituosenhersteller, der hinter Absolut Wodka und Martell Cognac steht, habe mitgeteilt, dass die beiden Unternehmen vereinbart hätten, den Verhandlungstisch endgültig zu verlassen, und habe dabei auf Probleme im Zusammenhang mit der Struktur und der Wirtschaftlichkeit verwiesen. Pernod Ricard verloren in Paris 3,1 Prozent.

In London fielen Astrazeneca um 1,5 Prozent. Der Pharmariese meldete für das erste Quartal gestiegene Umsätze und Kerngewinne und bestätigte die kurz- und mittelfristigen Ziele. Doch der Fokus liegt nach Meinung der Analysten der Bank of America auf einer geschäftigen zweiten Jahreshälfte zur Medikamentenpipeline. Beim Konkurrenten GSK (-5,4%) stieg der Gewinn dank höherer Verkäufe von Spezialmedikamenten. Auch GSK bestätigte den Ausblick. Die Analysten von JP Morgan wiesen derweil auf einen möglichen ungünstigen Lagerbestandseffekt hin.

=== 
Index        Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     5.816       -0,3          0,77 
Stoxx-50       4.992       -0,7          2,20 
Stoxx-600        603       -0,6          2,43 
DAX         23.955       -0,3         -1,93 
FTSE-100 London   10.333       -1,2          4,04 
CAC-40 Paris     8.104       -0,4         -0,56 
AEX Amsterdam     1.001       -0,4          5,23 
ATHEX-20 Athen    5.586       -0,1          4,38 
BEL-20 Brüssel    5.335       -1,0          5,05 
BUX Budapest    132.856       -0,2         19,66 
OMXH-25 Helsinki   6.180        0,9          8,36 
OMXC-20 Kopenhagen  1.476       -1,8         -8,20 
PSI 20 Lissabon    9.265       -0,6         12,12 
IBEX-35 Madrid    17.775       -0,7          2,70 
FTSE-MIB Mailand   48.040       -0,5          6,89 
OBX Oslo       1.935        0,3         21,11 
PX Prag        2.598       -0,2         -3,27 
OMXS-30 Stockholm   3.056       -0,5          6,00 
WIG-20 Warschau   129.035        0,1          9,93 
ATX Wien       5.779        0,9          8,51 
SMI Zürich      13.148       -0,9         -0,90 
 
DEVISEN     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:30 
EUR/USD      1,1694  -0,2  -0,0017     1,1711   1,1710 
EUR/JPY      187,27  +0,2   0,3800     186,89  186,8600 
EUR/CHF      0,9238  -0,0  -0,0003     0,9241   0,9242 
EUR/GBP      0,8666  +0,0   0,0003     0,8663   0,8669 
USD/JPY      160,18  +0,4   0,5700     159,61  159,5900 
GBP/USD      1,3492  -0,2  -0,0024     1,3516   1,3505 
USD/CNY      6,8375  0,0   0,0001     6,8374   6,8374 
USD/CNH      6,8428  +0,1   0,0035     6,8393   6,8387 
AUS/USD      0,7133  -0,7  -0,0047      0,718   0,7173 
Bitcoin/USD  75.978,72  -0,6  -490,69    76.469,41 76.022,22 
 
ROHÖL      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex     106,35  +6,4    6,42      99,93 
Brent/ICE     118,79  +6,8    7,53     111,26 
 
Metalle     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold      4.563,42  -0,7   -31,09    4.594,51 
Silber       71,78  -1,8   -1,30      73,08 
Platin     1.891,38  -2,5   -48,70    1.940,08 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mpt/flf

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April 29, 2026 12:13 ET (16:13 GMT)

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