DJ FEIERTAGSÜBERBLICK/Freitag, 1. Mai 2026
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
ISM-Index Industrie im April unverändert - Inflationsdruck steigt
Die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe der USA ist im April etwas niedriger gewesen als erwartet, während der Inflationsdruck stark zunahm. Wie das Institute for Supply Management (ISM) mitteilte, stagnierte der in diesem Sektor erhobene Einkaufsmanagerindex auf dem Vormonatsniveau von 52,7 Punkten. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Anstieg auf 53,0 prognostiziert. Der Subindex der Auftragseingänge erhöhte sich auf 54,1 (März: 53,5), während der für die Beschäftigung auf Punkte 46,4 (48,7) sank und der für die Preise auf 84,6 (78,3) Punkte stieg.
S&P Global: Aktivität in US-Industrie zeigt im April Belebung
Das Wachstum der Aktivität in der US-Industrie hat sich laut einer Umfrage von S&P Global im April gegenüber dem Vormonat verstärkt. Der von S&P Global in diesem Sektor erhobene Einkaufsmanagerindex stieg auf 54,5 von 52,3 Punkten. Volkswirte hatten einen Stand von 53,9 erwartet. In erster Veröffentlichung war ein Wert von 54,0 ermittelt worden. Oberhalb von 50 Punkten signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, unterhalb von 50 eine schrumpfende Wirtschaft.
Japan hat wahrscheinlich kräftig am Devisenmarkt interveniert
Den Daten der Bank of Japan (BoJ) zufolge hat Japan am Donnerstag wahrscheinlich massiv an den Devisenmärkten interveniert, um den Yen zu stützen. In ihrer am Freitag veröffentlichten täglichen Prognose teilte die BoJ mit, dass die Einlagen der Geschäftsbanken bei der Zentralbank am nächsten Geschäftstag aufgrund fiskalischer Faktoren voraussichtlich um 9,48 Billionen Yen sinken würden (entspricht etwa 60,59 Milliarden Dollar). Im Vergleich dazu hatten Geldmarktmakler lediglich einen Rückgang von etwa 4 Billionen Yen prognostiziert.
Inflation im Großraum Tokio sinkt im April unerwartet
Der Inflationsdruck im Großraum Tokio hat im April entgegen den Erwartungen nicht zugenommen. Die Verbraucherpreise ohne frische Lebensmittel stiegen um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, verglichen mit einem Anstieg von 1,7 Prozent im März, wie Regierungsdaten am Freitag zeigten. Dieser Wert lag unter dem von Ökonomen in einer Umfrage des Datenanbieters Quick erwarteten Wachstum von 1,8 Prozent.
Nagel: EZB sollte bei unverändertem Ausblick Zins im Juni anheben
Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihren Leitzins nach Aussage von EZB-Ratsmitglied Joachim Nagel im Juni anheben müssen, sofern sich der Ausblick nicht deutlich ändert. "Aus heutiger Sicht entwickelt sich die Situation weniger günstig als im früheren Basisszenario", erklärte er laut Bloomberg-Bericht in per E-Mail übermittelten Kommentaren am Freitag. "Dies macht es umso angemessener, dass der EZB-Rat im Juni reagiert, falls sich der Ausblick nicht spürbar verbessert."
Hammack erklärt FOMC-Gegenstimme mit breit angelegtem Inflationsdruck
Die anhaltende Inflation in den USA, verschärft durch steigende Ölpreise, müsste nach Aussage von Cleveland-Fed-Präsidentin Beth Hammack dazu führen, dass die Fed nicht länger eine Zinssenkung als wahrscheinlichsten nächsten Schritt signalisiert. In einer kurzen, am Freitag veröffentlichten Stellungnahme erläuterte Hammack ihre Einwände gegen die geldpolitische Erklärung der Fed, die nach der April-Sitzung in dieser Woche veröffentlicht wurde. Sie gehörte zu den FOMC-Mitgliedern, die einen Widerspruch einlegten, der sich nicht gegen die eigentliche Zinsentscheidung, sondern gegen die Wortwahl der Erklärung richtete.
Fed/Risiken durch Iran-Krieg beeinflussten Kashkaris Gegenstimme
Die erhöhten Inflationsrisiken durch den Iran-Krieg haben den Präsidenten der Minneapolis Fed, Neel Kashkari, dazu veranlasst, Einspruch gegen die geldpolitische Erklärung der Fed nach der Sitzung in dieser Woche zu erheben. Der Grund dafür war, wie er jetzt mitteilte, dass die FOMC-Erklärung implizierte, dass der nächste Schritt der Fed wahrscheinlich eine Zinssenkung sein würde.
Trump will sich bei Kriegsvollmacht Kongress widersetzen
Die Trump-Regierung ist auf dem besten Weg, eine erste Frist für die Zustimmung des Kongresses zum Iran-Krieg verstreichen zu lassen. Sie begründet dies damit, dass der laufende Waffenstillstand die 60-Tage-Frist angehalten habe - eine Behauptung, die bei den Demokraten Empörung und bei den Republikanern auf dem Capitol Hill Skepsis auslöst.
KI-Firmen schließen Pentagon-Verträge für Geheimhaltungsbereiche ab
Das Verteidigungsministerium hat Vereinbarungen mit sechs Technologieunternehmen abgeschlossen - darunter viele der Branchengrößen -, um deren Fähigkeiten im Bereich der künstlichen Intelligenz in geheimen Bereichen zu nutzen. Dies stärkt die Bemühungen des Pentagons, Zugang zu modernsten KI-Werkzeugen zu erhalten. Das Ministerium teilte am Freitag mit, dass es nun in der Lage sei, Technologien und Modelle des ChatGPT-Entwicklers OpenAI, von Alphabets Google, Elon Musks SpaceX, Microsoft, Nvidia sowie des Start-ups Reflection AI in als geheim eingestuften Umgebungen einzusetzen. SpaceX ist die Muttergesellschaft von Musks KI-Unternehmen xAI.
Weißes Haus lehnt Anthropics Plan zur Ausweitung des Zugangs zu Mythos ab
Das Weiße Haus hat den Plan von Anthropic, den Zugang zu seinem leistungsstarken KI-Modell Mythos auszuweiten, abgelehnt. Anthropic hatte kürzlich vorgeschlagen, rund 70 weiteren Unternehmen und Organisationen die Nutzung von Mythos zu gestatten. Dadurch wäre die Gesamtzahl der Einrichtungen mit Zugang auf etwa 120 gestiegen, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Handelseffekte dämpfen Gewinne von Exxon Mobile und Chevron
Handelseffekte haben die Gewinne von Exxon Mobil und Chevron im ersten Quartal gedämpft, obwohl die Ergebnisse ansonsten die Erwartungen der Wall Street übertrafen. Die US-Ölriesen stehen vor einem Rekordjahr, weil die Ölpreise seit Beginn des Iran-Krieges um fast 60 Prozent gestiegen sind. Eine buchhalterische Besonderheit führte jedoch in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 zu Buchverlusten in Milliardenhöhe bei Absicherungsgeschäften (Hedging). Die Unternehmen gehen davon aus, dass sie letztlich von den höheren Ölpreisen profitieren werden, sobald diese Geschäfte abgewickelt sind.
Camizestrant von AstraZeneca erhält nur wenige Stimmen im FDA-Ausschuss
Das Brustkrebs-Medikament Camizestrant von AstraZeneca hat im beratenden Ausschuss für Onkologie-Medikamente (ODAC) der US-Arzneimittelbehörde FDA keine Mehrheit für eine Zulassung erhalten. Das im FTSE 100 gelistete Pharmaunternehmen teilte am späten Donnerstag mit, dass der Ausschuss mit drei zu sechs Stimmen gegen das Nutzen-Risiko-Profil des Medikaments gestimmt hat. Die FDA hatte im Juli einen Zulassungsantrag für Camizestrant auf Basis der positiven Ergebnisse der Phase-3-Studie "Serena-6" angenommen.
Zuckerberg macht Krieg für schwache Umsätze verantwortlich
Meta-Plattform-Chef Mark Zuckerberg hat neue Details zu den aggressiven KI-Plänen des Unternehmens bekannt gegeben und sich in einer unternehmensweiten Versammlung zur negativen Marktreaktion auf die Ergebnisse des ersten Quartals geäußert. Dies geht aus einer Aufzeichnung hervor, die dem Wall Street Journal vorliegt. Zuckerberg führte den Kursrückgang der Meta-Aktie um 8 Prozent auf die Besorgnis der Investoren über eine nach oben korrigierte Prognose für die Investitionsausgaben sowie auf die Aussicht auf ein langsameres Wachstum im zweiten Quartal zurück.
Elon Musk erhält 2025 von Tesla über 158 Milliarden Dollar
Der reichste Mann der Welt ist gerade noch ein Stück reicher geworden. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Börsenmitteilung belief sich die erste Tranche von Elon Musks Vergütungspaket bei Tesla für das Jahr 2025 auf 158,4 Milliarden Dollar. Dieses Gehaltspaket war Teil eines neuen, extrem ehrgeizigen Vergütungsplans, den die Aktionäre im vergangenen Jahr genehmigt hatten. Ziel war es, den Tesla-Chef zu motivieren, dem Elektroautohersteller weiterhin Zeit zu widmen.
GB/Nettokreditvergabe Privathaushalte März +8,0 Mrd GBP (Feb: +7,2 Mrd GBP)
GB/Nettokreditvergabe für Konsumzwecke März +1,9 Mrd GBP (Feb: +2,0 Mrd GBP)
GB/Nettovergabe Hypothekenkredite März +6,2 Mrd GBP (Feb: +5,2 Mrd GBP)
GB/Hypothekenkredit-Zusagen März 63.531 (Feb: 62.708)
GB/Nationwide Hauspreisindex Apr +0,4% gg Vm; +3,0% gg Vj
Japan/Kfz-Absatz Apr +17,6% gg Vorjahr
DJG/DJN/hab
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May 01, 2026 10:13 ET (14:13 GMT)
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