WASHINGTON (dpa-AFX) - Ohne Aussicht auf eine baldige Öffnung der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Straße von Hormus ist der Benzinpreis in den USA auf den höchsten Stand seit fast vier Jahren gestiegen. Für eine Gallone (3,785 Liter) Benzin mussten Amerikanerinnen und Amerikaner am Freitag nach Angaben des Automobilverbands AAA im Schnitt 4,39 US-Dollar (3,75 Euro) zahlen. Innerhalb gut einer Woche ist der Benzinpreis damit um mehr als 30 Cent gestiegen. Schon am Vortag, als der durchschnittliche Spritpreise in den USA bei 4,30 US-Dollar pro Gallone lag, hieß es von dem Verband, die Benzinpreise seien so hoch wie seit Ende Juli 2022 nicht mehr.
Als der Iran-Krieg Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran begann, lag der Wert im Schnitt noch bei 2,98 Dollar. Seitdem ist der Preis also um rund 47 Prozent gestiegen.
Die Schifffahrt in der Straße von Hormus ist weiterhin stark eingeschränkt. Nach einem Bericht der britischen Marine passieren derzeit täglich weniger als zehn Schiffe die Meerenge. Mehr Schiffe verlassen demnach den Persischen Golf als andersherum. Bevor die Straße von Hormus vom Iran infolge des Kriegs blockiert wurde, fuhren etwa 130 Schiffe täglich hindurch, hieß es weiter.
Tanken in den USA im Vergleich zu Deutschland
Im Vergleich zu Deutschland ist das Tanken in den USA immer noch günstig. Umgerechnet auf Liter und Euro liegt der aktuelle US-Benzinpreis bei rund einem Euro. In Deutschland, wo seit heute der Tankrabatt greift, lag der Preis für einen Liter Superbenzin der Sorte E10 nach ADAC-Angaben morgens im bundesweiten Schnitt knapp unter der 2-Euro-Marke.
Für US-Präsident Donald Trump und seine Republikaner ist der gestiegene Spritpreis im eigenen Land trotzdem ein Problem. Denn in den USA sind viele Menschen auf ihr Auto angewiesen - und der Blick richtet sich bereits auf die wichtigen Zwischenwahlen zum Kongress im Herbst./fsp/DP/he
