DJ MÄRKTE USA/Wall Street auf neuen Rekorden
DOW JONES--Nach der Vortagesrally mit neuen Rekordständen läuft die Wall Street am Freitag weiter nach oben. Für gute Laune sorgt der Geschäftsausweis von Apple, der Kurs des Technologiegiganten steigt um 4,8 Prozent. Der iPhone-Hersteller hat die Gewinn- und Umsatzerwartungen des Marktes für das erste Quartal übertroffen. Händler sprechen von einem Abschiedsgeschenk des scheidenden CEO Tim Cook an seinen Nachfolger John Ternus und loben starke Mobiltelefon-Verkäufe bei soliden Margen. Gegen Mittag US-Ostküstenzeit stagnierte der Dow-Jones-Index bei 49.671 Punkte - etwas gebremst von Amgen. S&P-500 und Nasdaq-Composite legen dagegen um 0,6 bzw. 1,0 Prozent zu und markieren weitere Allzeithochs. Gestützt werden die US-Börsen auch von leicht nachgebenden Ölpreisen, die gleichwohl auf hohem Niveau verharren.
Positiv werden die Konjunktusdaten aufgenommen, die die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft manifestieren. Das Wachstum der Aktivität in der US-Industrie hat sich laut einer Umfrage von S&P Global im April gegenüber dem Vormonat deutlicher als veranschlagt verstärkt, wie die Zweitveröffentlichung offenbart. Der ISM-Index zum verarbeitenden Gewerbe im gleichen Monat stagnierte und blieb damit aber klar im Wachstum anzeigenden Bereich. Der Inflationsdruck im Rahmen des Datenkranzes nahm indes stark zu, was angesichts des Ölpreisschocks wenig verwunderlich erscheint.
Der solide Start in die Berichtssaison hat das Vertrauen der Anleger in die US-Wirtschaft gestärkt und die Sorgen über den Krieg im Nahen Osten, der die Ölpreise in die Höhe getrieben hat, gemildert. S&P-500 und Nasdaq-Indizes verbuchten im April ihre besten Monate seit 2020 und schlossen am Vortag auf Allzeithochs. Angesichts von Ölpreisen klar über der Marke von 100 Dollar zeigen sich Marktteilnehmer beeindruckt von Widerstandsfähigkeit der US-Börsen. "Die globalen Märkte befinden sich in einer dieser seltsamen Phasen, in denen die Nachrichten chaotisch wirken, aber der Markt selbst fast unverwundbar erscheint. (...) Wenn der Ölpreis für längere Zeit im Bereich von 100 Dollar pro Barrel bleibt, werden die gesamtwirtschaftlichen Kosten irgendwann schwerer zu ignorieren sein, aber im Moment sind die Unternehmensgewinne das größere Thema", erläutert Analyst Matt Britzman von Hargreaves Lansdown.
Die Renditen der US-Staatsanleihen zeigen sich knapp im Minus, bleiben aber auf erhöhtem Niveau, da der Krieg im Iran in den dritten Monat geht und es keine Anzeichen für eine Normalisierung des Ölhandels gibt. Der Präsident der Minneapolis Fed, Kashkari, und sein Amtskollege aus Cleveland, Hammack, äußerten ihre Sorge über die kriegsbedingte Inflation und begründen damit, warum sie sich gegen eine Kommunikation der Zentralbank ausgesprochen haben, die eine Zinssenkung als wahrscheinlichsten nächsten Schritt andeute.
Der Dollar gibt indes leicht nach - der Dollar-Index büßt 0,1 Prozent ein. Am Markt machen Schlagzeilen die Runde, wonach ein US-Regierungsbeamter die Feindseligkeiten mit Iran für beendet erklärt haben soll. Allerdings scheint es sich dabei um einen juristischen Schachzug zu handeln, um eine Kongressabstimmung zu Kriegsvollmachten zu umgehen. Es gibt es unterschiedliche Auslegungen zum genannten Fristende. Am Markt nimmt man die Schlagzeilen daher nicht besonders ernst, die Nachfrage nach sicheren Häfen wie dem Greenback lässt gleichwohl etwas nach.
Die Ölpreise halten sich im dreistelligen Bereich, nachdem sie am Vortag ein Kriegshoch erreicht hatten, da die Gespräche zwischen den USA und dem Iran weiterhin in einer Sackgasse stecken. Die Seestraße von Hormus bleibt derweil geschlossen - das Angebot aus dem Persischen Golf damit sehr beschränkt. Das Fass der Rohölsorte Brent verbilligt sich um 2,5 Prozent. Der Goldpreis profitiert leicht von nachgebenden Dollar und etwas niedrigeren Marktzinsen.
Unter den Einzelaktien geben Exxon Mobil um 1,3 Prozent nach, Chevron um 1,6 Prozent. Handelseffekte haben die Gewinne der beiden Mineralölkonzerne im ersten Quartal gedämpft, obwohl die Ergebnisse ansonsten die Markterwartungen übertrafen. Die Titel des Biotechnologieunternehmens Amgen geben nach Geschäftsausweis 5,9 Prozent nach.
Spirit Airlines steht offenbar kurz vor der Einstellung des Betriebs. Die angeschlagene Billigfluggesellschaft hatte gehofft, vor dem Auslaufen ihrer finanziellen Mittel eine staatliche Rettung von 500 Millionen Dollar zu erhalten. Laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen ist es dem Billigflieger jedoch nicht gelungen, ausreichend Unterstützung von Anleihegläubigern und der Regierung zu bekommen, um die Finanzierung für den Fortbestand des Unternehmens zu sichern. Der Kurs bricht um über 64 Prozent ein. Vom Schicksal von Spirit profitiert die Konkurrenz, weil der Wettbewerb sänke. Frontier Group steigen um 9,8 Prozent, JetBlue Airways um 6,4 Prozent. Auch Delta Air Lines, Southwest Airlines, American Airlines und United Airlines ziehen an.
Sandisk steigen um 0,4 Prozent, der Flash-Speicher-Hersteller hat starke Drittquartalszahlen vorgelegt. Western Digital rutschten um 2,6 Prozent ab. Obwohl der Festplattenhersteller die Gewinnerwartungen für das dritte Geschäftsquartal übertroffen hat, hatten Anleger möglicherweise noch mehr erhofft. Bis Freitag waren die Aktien in den vergangenen 12 Monaten um 152 Prozent gestiegen.
Reddit springen um 12,3 Prozent nach oben, das Social-Media-Unternehmen hat im ersten Quartal mehr verdient als gedacht. Atlassian haussieren um 23 Prozent, nachdem das Softwareunternehmen sowohl die Gewinn- als auch die Umsatzerwartungen für das dritte Geschäftsquartal übertroffen hat. Atlassian hob zudem ihre Prognose für das Umsatzwachstum an. Roblox sacken um 17,8 Prozent ab - das Unternehmen hatte seine Prognose gesenkt. Das Kosmetikunternehmen Estee Lauder hat die Gewinnprognose angehoben - der Kurs zieht um 3,1 Prozent.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 49.670,57 +0,0 +18,43 49.652,14 S&P-500 7.250,77 +0,6 +41,76 7.209,01 NASDAQ Comp 25.151,69 +1,0 +259,37 24.892,31 NASDAQ 100 27.729,28 +1,0 +277,16 27.452,12 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 3,88 -0,01 3,90 3,85 5 Jahre 4,01 -0,01 4,04 3,97 10 Jahre 4,38 -0,01 4,40 4,34 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:29 EUR/USD 1,1754 +0,2 0,0024 1,1730 1,1691 EUR/JPY 184,26 +0,3 0,5500 183,71 187,2500 EUR/CHF 0,9161 -0,0 -0,0004 0,9165 0,9237 EUR/GBP 0,8629 +0,1 0,0008 0,8621 0,8669 USD/JPY 156,72 +0,1 0,1500 156,57 160,2200 GBP/USD 1,3616 +0,1 0,0016 1,36 1,3485 USD/CNY 6,8273 -0,2 -0,0102 6,8273 6,8380 USD/CNH 6,8262 -0,1 -0,0049 6,8311 6,8424 AUS/USD 0,7218 +0,3 0,0019 0,7199 0,7130 Bitcoin/USD 78.547,85 +2,7 2.084,44 76.463,41 76.240,38 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 101,06 -3,8 -4,01 105,07 Brent/ICE 107,68 -2,5 -2,72 110,40 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.641,66 +0,4 20,07 4.621,59 Silber 76,03 +3,1 2,30 73,74 Platin 1.999,78 +0,7 14,25 1.985,53 ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/DJN/flf
(END) Dow Jones Newswires
May 01, 2026 12:40 ET (16:40 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
