DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Sentix-Konjunkturindex für Deutschland sinkt weiter
Die Auffassung von Anlegern zur Lage und dem Ausblick für die deutsche Wirtschaft hat sich im Mai weiter verschlechtert. Der von dem Beratungsunternehmen Sentix für Deutschland erhobene Konjunkturausblick sinkt auf minus 30,9 (April: minus 27,7) Punkte. Der Index der Lagebeurteilung geht auf minus 42,3 (minus 38,0) Punkte zurück, den tiefsten Stand seit Februar 2025. Und der Index der Konjunkturerwartungen sinkt auf minus 18,8 (minus 16,8) Punkte, den niedrigsten Stand seit September 2024.
S&P Global: Deutsche Industrie im April abgeschwächt
Die deutsche Industrie hat im April an Dynamik verloren. Der von S&P Global (ehemals IHS Markit) in diesem Sektor erhobene Einkaufsmanagerindex sank auf 51,4 von 52,2 Punkten. In erster Veröffentlichung war ein Wert von 51,2 ermittelt worden. Ab 50 Zählern signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter eine Schrumpfung.
S&P Global: Eurozone-Industrie gewinnt im April an Schwung
Die Geschäftsaktivität im verarbeitenden Gewerbe der Eurozone ist im April gestiegen. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Sektor stieg auf 52,2 (Vormonat: 51,6) Punkte, wie S&P Global bei einer zweiten Veröffentlichung mitteilte. Schon bei der ersten Veröffentlichung war ein Wert von 52,2 Zähler ausgewiesen worden. Ab 50 Zählern signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter deutet es auf eine Schrumpfung.
EZB: Ökonomen sehen Inflation 2026 bei 2,7%
Die regelmäßig von der Europäischen Zentralbank (EZB) befragten Professional Forecasters haben ihre Prognosen für die Inflation im Euroraum in den nächsten beiden Jahren angehoben und zugleich ihre Wachstumsprognosen etwas gesenkt. Laut dem aktuellen Survey of Professional Forecasters prognostizieren die Experten für 2026 einen Anstieg der Verbraucherpreise von 2,7 (1,8 (Januar-Prognose: 1,8). Für 2027 und 2028 werden Raten von 2,1 (2,0) und 2,0 (2,1) Prozent erwartet.
EZB: Unternehmen geben Ölpreisanstieg unterschiedlich schnell weiter
Der Anstieg der Ölpreise durch den Iran-Krieg ist nach Erkenntnissen der Europäischen Zentralbank (EZB) zumindest in den besonders ölabhängigen Branchen schnell an die Kunden weitergegeben worden. Wie aus den Ergebnissen der von der EZB im Vorfeld der jüngsten Ratssitzung angestellten Unternehmensumfrage hervorgeht, könnte die Weitergabe bei anderen Unternehmen etwas langsamer verlaufen. Allerdings droht wegen des Kriegs nun eine Störung der Lieferketten, die einerseits für deutliche Preisanstiege, anderseits für eine Dämpfung der Nachfrage sorgen würde.
Europa muss sich an neue geopolitische Realität anpassen
Die Sorgen über die Dynamik der europäischen Wirtschaft nehmen zu, meinen Gouverneur Pierre Wunsch und der Ökonom Geert Langenus von der belgischen Nationalbank. Der zunehmende wirtschaftliche Wettbewerb sowohl aus den USA als auch aus China sowie eine schwindende internationale, auf Regeln basierende Ordnung bedeuteten, dass Europa sich anpassen müsse, meinen sie. "Europa braucht ein stärkeres Gespür für geopolitischen Realismus und muss seinen Weg in einer sich wandelnden Welt finden, die eher auf Machtspielen als auf gemeinsamen Regeln beruht."
EZB steht bei Zinserhöhung im Juni wohl unter selbst auferlegtem Druck
Julius Bär hält es für wahrscheinlich, dass die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer Juni-Sitzung die Leitzinsen um 25 Basispunkte anheben wird. "Wir gehen davon aus, dass die EZB sich mit der Erklärung ihrer Bereitschaft, den Aufwärtsrisiken für die Inflation entgegenzuwirken, selbst erheblich unter Druck gesetzt hat, bei der nächsten Sitzung zu handeln", schreibt David Kohl, Chefvolkswirt von Julius Bär, in einer Research Note. Selbst wenn die Spannungen im Nahen Osten deeskalierten, werde der Inflationsimpuls noch eine Weile anhalten und könnte sich ausbreiten, wenn die Hilfsausgaben einsetzten, so Kohl.
BDI: Deutschland muss Spannungen mit USA zum Schutz der Autoindustrie abbauen
Die deutsche Regierung sollte die zunehmenden Spannungen mit den USA abbauen, um die Autoindustrie des Landes zu schützen, meint der deutsche Industrieverband BDI. Präsident Trump habe am Freitag gesagt, er werde die Zölle auf Auto- und Lkw-Importe aus der Europäischen Union von 15 Prozent auf 25 Prozent anheben. "Diese Ankündigungen stellen eine weitere große Herausforderung für die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen dar und bedrohen sie über die Automobilindustrie hinaus", sagt Wolfgang Niedermark, Mitglied des BDI-Board.
Iranische Medien melden Beschuss von US-Fregatte
Der Iran hat nach iranischen Medienberichten ein Schiff der US-Marine mit zwei Raketen getroffen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars, die sich auf lokale Quellen im Süden des Landes beruft, geriet die US-Fregatte unter Raketenbeschuss, nachdem sie Warnungen der iranischen Seestreitkräfte ignoriert hatte. Die Quellen berichten weiter, dass das US-Schiff infolge dieser Treffer seinen Kurs nicht fortsetzen konnte und gezwungen war, umzukehren und aus dem Gebiet zu fliehen. Der Iran hatte zuvor angekündigt, dass eine Durchfahrt durch die Straße von Hormus ohne offizielle Genehmigung des Iran nicht möglich sei und dass jede Missachtung dieser Warnung eine entschlossene Reaktion der Streitkräfte nach sich ziehen würde.
DJG/DJN/apo
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May 04, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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