DJ Aktien Schweiz schwach - Kühne + Nagel unter Druck
DOW JONES--Nach dem langen Wochenende hat der schweizerische Aktienmarkt den Handel am Montag mit einem deutlichen Minus beendet. Am Freitag blieb die Börse aufgrund des 1. Mai geschlossen. Der Markt blickte zu Wochenbeginn vor allem auf die Geopolitik. US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende angekündigt, gestrandete Schiff durch die Straße von Hormus zu geleiten. Dem folgten um die Mittagszeit Meldungen iranischer Medien, laut denen der Iran Raketen auf US-Schiffe gefeuert haben soll. An den Börsen sorgte das umgehend für einen Rücksetzer. Auch die Ölpreise schnellten kräftig nach oben, Brent-Öl legte bis zum Handelsende in der Schweiz um 5 Prozent auf 113,62 Dollar zu.
Zudem machte sich erneut eine erhöhte Zoll-Unsicherheit breit. Trump hatte angekündigt, nun 25 statt 15 Prozent auf Importe von Autos aus der EU erheben zu wollen. Er verwies dabei auf ein im vergangenen Jahr unterzeichnetes Handelsabkommen, das innerhalb der EU weiter noch nicht gesetzlich verankert ist.
Der SMI verlor 1 Prozent auf 13.003 Punkte, nachdem er im Tagestief schon bei 12.980 Punkten gelegen hatte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 17 Kursverlierer und 2 -gewinner gegenüber, unverändert schloss 1 Aktie. Umgesetzt wurden 20,25 (zuvor: 26,51) Millionen Aktien.
Die Aktie des Logistikers Kühne + Nagel büßte 5,9 Prozent ein und war damit das Schlusslicht im SMI. Amazon will sein Logistiknetzwerk für mehr Geschäftskunden öffnen. Der Konzern hat zu Wochenbeginn den Start von Amazon Supply Chain Services angekündigt. Dies ist eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen, von Konsumgüterherstellern bis hin zu Bekleidungshändlern, um Amazon für Dienstleistungen wie Fulfillment, See- und Luftfracht sowie Lkw-Transporte zu beauftragen.
Belastet wurde der Markt auch von den deutlicheren Abgaben bei den Index-Schwergewichten Roche, Novartis und Nestle, die bis zu 1,8 Prozent verloren.
Europas Juweliere und Uhrenhersteller dürften von einer sich wandelnden Energie- und Rohstofflandschaft profitieren, erwarten die Analysten von RBC Capital Markets. Der Goldpreis, der im vergangenen Jahr stark gestiegen war, sei seit Beginn des Iran-Kriegs um rund 12 Prozent gefallen, da die Ölpreise stiegen und die Anleger sich auf künftig höhere Zinsen einstellten. Auch die Silberpreise seien gefallen. Das sind gute Nachrichten für die Luxusgüterkonzerne, die die Edelmetalle in ihren Produkten verwenden, so RBC. Unternehmen wie die Cartier-Muttergesellschaft Richemont, der Uhren-Hersteller Swatch und der dänische Juwelier Pandora könnten profitieren. Für die Aktien von Richemont und Swatch ging es allerdings um 1,6 bzw. 1,2 Prozent nach unten.
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May 04, 2026 11:40 ET (15:40 GMT)
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