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MÄRKTE EUROPA/Nahost-Konflikt belastet zum Wochenauftakt

DJ MÄRKTE EUROPA/Nahost-Konflikt belastet zum Wochenauftakt

DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte sind mit Verlusten in die neue Woche gestartet. Hauptthema war einmal mehr die Geopolitik. US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende angekündigt, gestrandete Schiffe durch die Straße von Hormus zu geleiten, ohne Details zu nennen. Der Iran hatte daraufhin angekündigt, dass eine Durchfahrt ohne offizielle Genehmigung nicht möglich sei, und jede Missachtung eine entschlossene Reaktion der Streitkräfte nach sich ziehen würde. Später hieß es dann laut iranischen Medien, ein Schiff der US-Marine sei mit zwei Raketen getroffen worden, nachdem es Warnungen ignoriert habe. Das Schiff sei darauf gezwungen gewesen, umzukehren. Der Ölpreis reagierte mit einem Satz nach oben, bis Börsenschluss stand ein Plus von 5,3 Prozent auf 113,94 Dollar das Fass für Brent zu Buche.

Der DAX fiel um 1,2 Prozent auf 23.991 Punkte zurück, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 2 Prozent auf 5.764 Punkte nach unten. Dass der DAX besser abschnitt als die europäischen Pendants hing auch an Dividendenausschüttungen. Sie werden in den Berechnungen der Indizes unterschiedlich behandelt. An den Anleihemärkten ging es mit den Renditen nach oben. Der Euro gab etwas nach auf 1,1695 Dollar.

Keinen Impuls setzten revidierte Einkaufsmanagerindizes von S&P Global. Die Geschäftsaktivität im verarbeitenden Gewerbe der Eurozone ist im April gestiegen. Der Einkaufsmanagerindex für den Sektor stieg auf 52,2 (Vormonat: 51,6) Punkte. Damit wurde der Wert aus der ersten Lesung bestätigt. Ab 50 Zählern signalisiert das Konjunkturbarometer Wachstum. Chris Williamson, Chief Business Economist bei S&P Global, sieht dennoch eher einen Grund zur Besorgnis: "Produktion und Auftragseingänge werden durch den Aufbau von Sicherheitslagern gestützt, was auf weit verbreitete Sorgen über Lieferengpässe und steigende Preise infolge des Krieges im Nahen Osten zurückzuführen ist", erklärte er.

Die Aktie der Deutschen Post brach um 7,3 Prozent ein. Amazon wird anderen Unternehmen künftig Zugang zu Lieferketten und eigenen Logistikstrukturen gewähren. Das neue Angebot unter dem Namen Amazon Supply Chain Services soll das gesamte Portfolio an Fracht-, Vertriebs-, Fulfillment- und Paketversandkapazitäten für Unternehmen aller Art und Größe anbieten, und nicht nur für Amazon-Verkäufer. Damit würde Amazon in direkten Wettbewerb mit Dienstleistern wie UPS oder DHL treten. In der Schweiz verloren Kühne + Nagel 5,9 Prozent.

Autotitel standen unter Druck nach der Ankündigung von US-Präsident Trump, nun 25 statt 15 Prozent auf Importe von Autos aus der EU erheben zu wollen. Er verwies auf ein im vergangenen Jahr unterzeichnetes Handelsabkommen, das innerhalb der EU weiter noch nicht gesetzlich verankert sei. Der Markt reagierte dennoch nicht übermäßig, weil erfahrungsgemäß damit das letzte Wort noch nicht gesprochen sein dürfte. Auch hat der Oberste Gerichtshof die Zollpolitik der US-Regierung für rechtswidrig erklärt. Im DAX fielen VW, Mercedes-Benz und BMW um bis zu 3,4 Prozent.

Wegen des Dividendenabschlags ging es für BASF, Continental und RWE jeweils deutlicher nach unten. Stützend auf den DAX wirkten dagegen deutlichere Gewinne bei den Schwergewichten Rheinmetall (+2,4%) und SAP (+1,8%). Bei Rheinmetall trieb eine Hochstufung durch Santander, bei SAP sprachen Marktteilnehmer von einer Bodenbildung.

Thyssenkrupp gaben um 1,8 Prozent nach. Der Industriekonzern und Jindal Steel International haben ihre Gespräche über eine Beteiligung des indischen Unternehmens an Thyssenkrupp Steel Europe vorerst auf Eis gelegt und Thyssen will seine Stahlsparte erst einmal behalten. Die ursprünglichen Grundannahmen und Voraussetzungen für eine mögliche Veräußerung hätten sich in den vergangenen Monaten deutlich geändert, erklärte Thyssenkrupp. Man sehe "große Fortschritte" bei der Neuausrichtung des Stahlsegments.

Unicredit hat für die geplante Aufstockung ihrer Commerzbank-Anteile die Zustimmung ihrer Aktionäre erhalten. Die Italiener hatten Mitte März angekündigt, ein Übernahmeangebot für die Commerzbank in Form von Aktien zu unterbreiten, um ihren Anteil zunächst auf über 30 Prozent aufzustocken. Unicredit-Chef Andrea Orcel strebt aber letzten Endes eine Übernahme der Commerzbank an. Die wiederum pocht auf ihre Eigenständigkeit. Unicredit gaben 2,4 Prozent nach, Commerzbank fielen um 3,4 Prozent zurück.

Nach vorläufigen Erstquartalszahlen und einer etwas erhöhten Prognose für das laufende Jahr hielten sich Elmos wacker mit einem Minus von 0,3 Prozent. Angesichts von Kursgewinnen von mehr als 90 Prozent seit Jahresbeginn hielt sich die Begeisterung der Anleger in Grenzen. Aixtron setzten indes ihre Aufwärtsbewegung zu Wochenbeginn fort und gewannen weitere 2,3 Prozent. Fundamentaler Treiber der Aktie ist der Bereich Optoelektronik, der bei KI-Rechenzentren zunehmend eine wichtige Rolle spielt.

Im SDAX ging es für Stabilus nach der Vorlage endgültiger Zahlen um 4,2 Prozent südwärts. Die Analysten von MWB kritisierten, dass die Margenstabilität in erster Linie Kostensenkungen und weniger operativer Stärke bei dem Autozulieferer zu verdanken war.

=== 
Index        Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     5.764       -2,0          1,56 
Stoxx-50       5.007       -1,3          3,12 
Stoxx-600        606       -1,0          3,27 
DAX         23.991       -1,2         -0,81 
FTSE-100 London   10.379       -0,1          4,51 
CAC-40 Paris     8.115       -1,7         -0,43 
AEX Amsterdam     1.014       -0,9          6,60 
ATHEX-20 Athen    5.542        0,8          3,56 
BEL-20 Brüssel    5.353        0,0          5,40 
BUX Budapest    133.788       -0,2         20,50 
OMXH-25 Helsinki   6.328        0,0         10,94 
OMXC-20 Kopenhagen  1.502       -0,3         -6,57 
PSI 20 Lissabon    9.345       -1,9         13,09 
IBEX-35 Madrid    17.781       -2,4          2,73 
FTSE-MIB Mailand   48.246       -1,6          7,35 
OBX Oslo       1.964        0,6         22,89 
PX Prag        2.538       -2,6         -5,50 
OMXS-30 Stockholm   3.060       -0,8          6,16 
WIG-20 Warschau   128.864        0,3          9,61 
ATX Wien       5.795       -1,0          8,79 
SMI Zürich      13.136       -1,0         -0,99 
 
DEVISEN    zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 13:50 
EUR/USD     1,1695  -0,2  -0,0025     1,1720   1,1695 
EUR/JPY     183,93  -0,1  -0,1400     184,07  183,8300 
EUR/CHF     0,9164  +0,0  0,0003     0,9161   0,9174 
EUR/GBP     0,8644  +0,2  0,0015     0,8629   0,8636 
USD/JPY     157,24  +0,1  0,2100     157,03  157,1400 
GBP/USD     1,3526  -0,3  -0,0046     1,3572   1,3540 
USD/CNY      6,83  +0,0  0,0027     6,8273   6,8300 
USD/CNH     6,8332  +0,1  0,0031     6,8292   6,8278 
AUS/USD     0,7162  -0,6  -0,0041     0,7203   0,7176 
Bitcoin/USD 79.978,71  +1,4 1.076,30    78.902,41 78.806,24 
 
ROHÖL     zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex    105,39  +3,4   3,45     101,94 
Brent/ICE    113,94  +5,3   5,77     108,17 
 
Metalle    zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
Gold     4.521,17  -2,0  -92,45    4.613,62 
Silber      73,01  -3,1   -2,32      75,34 
Platin    1.943,40  -2,3  -45,52    1.988,92 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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May 04, 2026 12:13 ET (16:13 GMT)

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