DJ Commerzbank: Unicredit-Angebot entspricht Abschlag von 8,7 Prozent
DOW JONES--Die Commerzbank hat die Angebotsunterlage der Unicredit nach eigenen Angaben zur Kenntnis genommen und wird diese nun prüfen. Unicredit bietet - wie im März angekündigt - 0,485 neue eigene Aktien je Commerzbank-Aktie. Am Vortag hatten die Aktionäre der italienischen Bank mit überwältigender Mehrheit einer Kapitalerhöhung zugestimmt und so den Weg für die Offerte freigemacht.
Laut Commerzbank entspricht das Angebot auf Basis des Unicredit-Schlusskurses von 64,06 Euro vom Montag einem Preis von rund 31,07 Euro. Das wiederum entspreche einem Abschlag von 8,7 Prozent auf den Commerzbank-Schlusskurs vom Montag von 34,02 Euro.
"Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank werden die Angebotsunterlage sorgfältig prüfen und ihre begründete Stellungnahme gemäß -- 27 WpÜG innerhalb der gesetzlichen Frist veröffentlichen", teilte die Commerzbank weiter mit.
Unicredit-CEO Andrea Orcel versucht seit 2024, die Frankfurter Bank gegen den Widerstand des Managements und der Politik zu übernehmen. Derzeit kontrollieren die Italiener knapp 30 Prozent der Anteile. Mit dem Angebot will Orcel nun zunächst die 30-Prozent-Schwelle bei der Frankfurter Bank überwinden. Damit müsste die Unicredit keine Pflichtofferte mehr abgeben und anders als jetzt nicht darauf achten, dass ihr Anteil im Zuge der laufenden Aktienrückkäufe der Commerzbank diese Schwelle nicht überschreitet. Überdies könnte sie Aktien am Markt erwerben.
Die Commerzbank wiederum pocht auf Eigenständigkeit. Am Freitag will Vorstandschefin Bettina Orlopp neue Ziele bis 2030 vorstellen, um diesen Anspruch zu untermauern.
Die Commerzbank hat sich zuletzt mit deutlichen Worten gegen das Übernahmevorhaben der Unicredit zur Wehr gesetzt. Sie nannte das Vorgehen "feindlich", kritisierte das Ausbleiben konstruktiver Vorschläge aus Mailand und das Fehlen einer angemessenen Übernahmeprämie.
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May 05, 2026 08:23 ET (12:23 GMT)
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