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Die Straße von Hormus: Vier Katastrophen mit Ansage: 4. Katastrophe: Helium

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Die Straße von Hormus könnte zur Gefahr für die globale Heliumversorgung werden. MRTs, Halbleiter und Raumfahrt hängen von dem strategischen Rohstoff ab.

Bei Helium denken die meisten Menschen an bunte Luftballons und Comicstimmen. Das ist naheliegend, greift aber viel zu kurz. Die wirtschaftliche Realität ist eine andere, und sie ist beunruhigend, denn Helium ist ein strategisch kritischer Rohstoff, für den es in vielen seiner wichtigsten Anwendungen schlichtweg keine Alternativen gibt.

Was dabei aktuell besonders beunruhigt ist, dass ein erheblicher Teil der weltweiten Produktion direkt hinter der Straße von Hormus liegt. Katar ist nach den USA der zweitgrößte Heliumexporteur der Welt. Das kleine Emirat am Persischen Golf liefert rund 25 bis 30 Prozent des global gehandelten Heliums. So weit so schlecht, denn Helium wird ausschließlich als verflüssigtes Gas per Schiff exportiert und das bedeutet, von Katar aus müssen die Schiffe zwangsläufig die Straße von Hormus passieren.

Helium kommt entweder gefangen in Gesteinsschichten in elementarer Form vor oder es entsteht als Nebenprodukt der Erdgasverarbeitung. Entscheidend ist an dieser Stelle, dass das Edelgas nicht synthetisch hergestellt werden kann. Es ist das Produkt radioaktiver Zerfallsprozesse, die sich über Millionen von Jahren hinziehen. Wird das Helium einmal gewollt oder ungewollt in die Atmosphäre entlassen, ist es für die Nutzung auf der Erde faktisch verloren.

Technisch weitverbreitet und nicht zu ersetzen

Die technischen Anwendungen, die von Heliumlieferungen abhängen, lesen sich wie ein Querschnitt der modernen Zivilisation: Kernspintomografen (MRT) in Krankenhäusern weltweit nutzen flüssiges Helium zur Kühlung ihrer supraleitenden Magnete. Ohne dieses Helium kann es keinen MRT-Betrieb geben. Halbleiterfabriken, die Computerchips herstellen, brauchen Helium für ihre Fertigungsprozesse. Fällt dieses Helium aus, ist eine Chip-Knappheit die unmittelbare Folge.

In der Raumfahrt wird Helium zur Druckbetankung von Raketentreibstofftanks, zur Fiberglasproduktion und für die Leckdetektionstechnik genutzt. Ein fehlender Heliumnachschub wird deshalb früher oder später dazu führen, dass keine Raketen mehr gebaut und gestartet werden können. Auch Tiefseetaucher benötigen das Edelgas für ihre Tauchgasgemische, um in größeren Tiefen überleben zu können. Luftballons, die nicht mehr aufsteigen können und Stimmen, die nicht mehr lustig klingen, sind damit das geringste Problem der Menschheit, denn Helium findet sich als unverzichtbare Komponente in viel zu vielen technischen Anwendungen.

Eine dauerhafte Sperrung der Straße von Hormus wird die Heliumversorgung bereits mit einer Verzögerung von nur wenigen Wochen in eine ernste Krise stürzen. Krankenhäuser, die über keine ausreichenden Reservetanks verfügen, müssten MRT-Geräte abschalten, was die diagnostischen Kapazitäten drastisch absenkt und die Wartelisten massiv anschwellen lässt. In der Halbleiterindustrie, die seit 2020 ohnehin chronisch unter Kapazitätsengpässen leidet, werden Produktionsdrosselungen die globale Chip-Knappheit schnell auf ein neues Niveau heben. Die zwangsläufige Konsequenz dieser Entwicklung ist: Alles, was Chips enthält - von Smartphones über Fahrzeuge bis hin zu medizinischen Geräten - wird teurer und knapper werden.

Ein Dilemma ohne echten Ausweg

Die gesellschaftliche Dimension dieser Krise ist nur schwer zu überschätzen. Während andere Rohstoffknappheiten mittelfristig durch Substitution oder Effizienzgewinne abgefedert werden können, ist Helium in seinen Kernanwendungen schlicht nicht ersetzbar. Das unterscheidet das zu erwartende Dilemma bei Helium von allen anderen Rohstoffproblemen, die mit einer dauerhaften Sperrung der Straße von Hormus verbunden sind.

Alternative Heliumquellen in den USA, Russland und Algerien könnten einen Teil des Ausfalls kompensieren, doch die Kapazitäten reichen nicht aus, um den katarischen Anteil kurzfristig zu ersetzen. Hinzu kommt, dass ihre Erschließung zeitaufwendig ist. Besonders gefragt sind daher neue Heliumprojekte wie die von Pulsar Helium (TSXV PLSR / WKN A3EP2C), die bereits in der Entwicklungsphase sind. Zumal es sich bei Pulsars Topaz-Projekt in Minnesota um ein primäres Helium-Projekt handelt, das Gas also nicht als Beiprodukt anfällt.

Die gravierendste Problematik ist an dieser Stelle jedoch, dass die weltweiten Heliumreserven endlich sind: Was heute vergeudet wird, ist morgen unwiederbringlich verloren. Eine dauerhafte Sperrung der Straße von Hormus wird somit nicht nur eine akute globale Versorgungskrise auslösen, sondern auch langfristig die gesicherte Heliumverfügbarkeit weiter schwächen.

Eines der leichtesten Elemente der Erde trägt damit aktuell eine der schwersten strategischen Lasten.

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