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MÄRKTE EUROPA/Erleichterungsrally - Hoffen auf baldiges Kriegsende

DJ MÄRKTE EUROPA/Erleichterungsrally - Hoffen auf baldiges Kriegsende

DOW JONES--Europas Börsen haben am Mittwoch deutlich aufgewertet. Stützend wirkten die sich mehrenden Hinweise auf eine Deeskalation im Nahen Osten. US-Präsident Donald Trump hatte die Operation "Project Freedom", mit dem gestrandete Schiffe durch die Straße von Hormus eskortiert werden sollten, nach nur einem Tag auf Eis gelegt, während zugleich der Waffenstillstand insgesamt gehalten hatte. Das Nachrichtenportal Axios berichtete unterdessen über ein Memorandum of Understanding zwischen dem Iran und den USA zur baldigen Beendigung des Kriegs. Dieses sehe unter anderem eine Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran vor, im Gegenzug verzichtete der Iran auf eine Anreicherung seiner Uran-Bestände.

Der Ölpreis setzte daraufhin die Abwärtsbewegung vom Vortag beschleunigt fort. Der Preis für Rohöl der Brent brach um 7 Prozent auf 102,17 Dollar das Fass bis Börsenschluss ein. An der Börse ging es für Energietitel im Schnitt um 2,1 Prozent abwärts. Der DAX sprang um 2,1 Prozent auf 24.919 Punkte nach oben, damit rückte das Allzeit von 25.508 Punkten wieder in Sichtweite. Der Euro-Stoxx-50 legte um 2,7 Prozent auf 6.027 Punkte zu. Am Devisenmarkt zog der Euro um 0,5 Prozent auf 1,1751 Dollar an. An den Anleihemärkten ging es mit den Renditen steil nach unten, was Immobilienaktien stützte. So schlossen Vonovia 3,1 Prozent fester oder LEG Immobilien 3,2 Prozent.

Daneben setzte eine Flut von Unternehmenszahlen Akzente, die insgesamt überzeugten. Aus dem Automobilsektor kamen Ergebnisse, die besser als befürchtet waren. So glänzte BMW (+5,4%) mit einer besseren Marge und federte damit den Umsatzrückgang ab. Bei Continental (+9%) erhöhte sich die Gewinnmarge sogar so deutlich, dass trotz eines Umsatzeinbruchs von über 10 Prozent der Gewinn gegenüber Vorjahr gesteigert wurde. Besonders rund lief es hier im Reifengeschäft.

Eine weitere positive Überraschung sahen Marktteilnehmer in Teilen der Quartalszahlen von Daimler Truck. Auch hier lagen die Auftragseingänge deutlich über Erwartung. So sprachen die Analysten von RBC von einem "sehr starken" Ordereingang im ersten Quartal. Dies gleiche die verfehlten Erwartungen bei Gewinn (EBIT) und Cashflow aus. Den Ausblick ließ der Nutzfahrzeughersteller unverändert. Die Aktie legte um 1,1 Prozent zu.

Erneut kräftige Gewinne gab es im Luftfahrt- und Rüstungssektor. Kurstreiber war auch hier eine Welle von unerwartet guten Quartalszahlen. Nach Rheinmetall am Vortag begeisterten nun die besseren Auftragseingänge bei Leonardo (+5%) aus Italien und bei Kongsberg (+5,1%) aus Norwegen. In Frankreich legten Dassault Aviation um 1,7 Prozent und Safran um 9 Prozent zu, in London Rolls-Royce um 6,4 Prozent und im DAX stiegen MTU Aero um 10,1 Prozent.

Für den Technologiesektor ging es um 3,5 Prozent nach oben. Marktteilnehmer verwiesen auf die guten Quartalszahlen und den optimistischen Ausblick von Advanced Micro Devices. Der US-Chiphersteller hatte im jüngsten Quartal einen höheren Gewinn und Umsatz verzeichnet, da das Geschäft mit Rechenzentren die Ergebnisse weiter antrieb. Infineon im DAX verloren allerdings 2,1 Prozent. Das zweite Quartal war eher schwächer als erwartet verlaufen, wie es von der DZ Bank hieß. Entscheidend sei allerdings die Prognoseanhebung. Positiv seien vor allem die höhere Jahresmarge, der bessere Cashflow-Ausblick, der über dem Konsens liegende Umsatzausblick für das dritte Quartal sowie die weiter starke Nachfrage nach Power-Lösungen für KI-Rechenzentren. Für die Börsen sei die Anhebung aber keine große Überraschung.

Zalando verloren 1,7 Prozent. Die Stifel-Analysten sprachen von durchwachsenen Erstquartalszahlen. Der Umsatz habe im Rahmen der Erwartungen gelegen, das EBIT aber darunter. Obwohl das erste Quartal saisonal bedingt den geringsten Beitrag zum Gesamtjahr leiste, würfen die Ergebnisse Fragen hinsichtlich der Widerstandsfähigkeit der europäischen Nachfrage angesichts gestiegener Ölpreise auf. Ein Großteil der Bedenken scheine sich darin zu spiegeln, dass die Aktie seit Jahresbeginn bereits um mehr als 15 Prozent gefallen sei.

Lufthansa stiegen nach den Ergebnissen für das erste Quartal um 6,3 Prozent, auch gestützt von den Entwicklungen im Nahen Osten und gesunkenen Ölpreisen. In der Folge ging es für das Tui-Papier um 6,3 Prozent nach oben. Fresenius stiegen nach Zahlenausweis um 1,1 Prozent. Heidelberg Materials (+2,5%) legte einen soliden Start in das Jahr hin, wie RBC-Analyst Anthony Codling urteilte.

Die Aktien von Teamviewer schlossen 5,7 Prozent im Plus. Die Erwartungen waren im Vorfeld des Zahlenausweises sehr schwach, daher fielen nun die Aufschläge sehr üppig aus, wie es hieß. Die Analysten der DZ Bank urteilten, Teamviewer habe angesichts der gedämpften Erwartungen ein ordentliches erstes Quartal gezeigt. Die Marge sei sogar stärker als erwartet gewesen, auch wenn hier Marketingausgaben ins zweite Quartal verschoben worden seien. Dies habe die Profitabilität im ersten Quartal erhöht.

Novo Nordisk stiegen um 2,5 Prozent. Der Erfolg der Abnehmpille Wegovy habe alle Erwartungen übertroffen, hieß es im Handel. Der Umsatz liegt im ersten Quartal mit 2,26 Milliarden Dänischen Kronen mehr als doppelt so hoch wie von Analysten geschätzt. Auch die anderen Gewinn- und Umsatzdaten waren etwas besser. Die Jahresprognose wurde aber nur leicht erhöht, da andere Segmente von Novo unter kräftigem Konkurrenzdruck stehen.

=== 
Index        Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     6.027        2,7          1,35 
Stoxx-50       5.173        2,5          2,66 
Stoxx-600        623        2,2          2,96 
DAX         24.919        2,1         -0,36 
FTSE-100 London   10.219        2,2          2,90 
CAC-40 Paris     8.062        2,9         -1,07 
AEX Amsterdam     1.015        1,7          6,64 
ATHEX-20 Athen    5.650        3,4          5,58 
BEL-20 Brüssel    5.440        2,1          7,12 
BUX Budapest    135.935        0,0         22,43 
OMXH-25 Helsinki   6.369        0,7         11,67 
OMXC-20 Kopenhagen  1.507        2,0         -6,29 
PSI 20 Lissabon    9.165        1,1         10,90 
IBEX-35 Madrid    17.668        2,5          2,08 
FTSE-MIB Mailand   48.558        2,4          8,04 
OBX Oslo       1.977       -1,6         23,70 
PX Prag        2.459        2,8         -8,44 
OMXS-30 Stockholm   3.072        2,8          6,57 
WIG-20 Warschau   133.387        2,6         10,93 
ATX Wien       5.800        2,9          8,90 
SMI Zürich      13.052        1,8         -1,62 
 
DEVISEN    zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 13:50 
EUR/USD     1,1752  +0,5  0,0060     1,1692   1,1695 
EUR/JPY     183,83  -0,4  -0,7600     184,59  183,8300 
EUR/CHF     0,916  +0,0  0,0004     0,9156   0,9174 
EUR/GBP     0,8645  +0,1  0,0012     0,8633   0,8636 
USD/JPY     156,41  -0,9  -1,4600     157,87  157,1400 
GBP/USD     1,359  +0,4  0,0051     1,3539   1,3540 
USD/CNY     6,811  -0,3  -0,0190     6,8300   6,8300 
USD/CNH     6,8119  -0,2  -0,0148     6,8267   6,8278 
AUS/USD     0,7232  +0,7  0,0050     0,7182   0,7176 
Bitcoin/USD 81.816,17  +0,2  180,06    81.636,11 78.806,24 
 
ROHÖL     zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex    95,45  -6,7   -6,82     102,27 
Brent/ICE    102,24  -6,9   -7,63     109,87 
 
Metalle    zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
Gold     4.684,88  +2,8  128,84    4.556,04 
Silber      77,04  +5,8   4,22      72,82 
Platin    2.057,15  +5,3  104,25    1.952,90 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mpt/flf

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May 06, 2026 12:20 ET (16:20 GMT)

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