DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Deutsche Produktion sinkt im März unerwartet
Die Produktion im produzierenden Sektor Deutschlands ist im März unerwartet gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, ging sie gegenüber dem Vormonat um 0,7 Prozent zurück und lag kalenderbereinigt um 2,8 (Februar: minus 0,2) Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten für März einen monatlichen Anstieg um 0,5 Prozent prognostiziert.
Deutsche Exporte steigen im März leicht
Die deutsche Wirtschaft hat ihre Ausfuhren im März trotz Iran-Krieg und Unsicherheiten über die Weltwirtschaft leicht gesteigert. Die Exporteure verkauften kalender- und saisonbereinigt 0,5 Prozent mehr im Ausland als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lagen die Exporte um 1,9 Prozent höher. Die Importe stiegen im März um 5,1 Prozent gegenüber dem Vormonat. Auf Jahressicht ergab sich ein Anstieg von 7,2 Prozent.
Lkw-Maut-Fahrleistungsindex sinkt im April um 0,7 Prozent
Die Fahrleistung der mautpflichtigen Lkw mit mindestens vier Achsen auf Bundesautobahnen ist im April kalender- und saisonbereinigt um 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken. Im Vorjahresvergleich ergab sich ein kalenderbereinigtes Minus von 0,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte.
EZB/Schnabel: Energiepreisschock breitet sich schneller als 2021 aus
EZB-Direktorin Isabel Schnabel sieht Anzeichen dafür, dass die Inflationsdynamik derzeit stärker ist als während des Post-Corona-Schocks 2021. In einer in London gehaltenen Vorlesung verwies sie auf die Preiserhöhungspläne der Unternehmen und den Anstieg der Inflationserwartungen von Konsumenten. Schnabel mahnte außerdem die Regierungen, die Fähigkeit der Zentralbanken zur Inflationsbekämpfung nicht durch exzessive Schulden und Finanzderegulierung zu untergraben.
Mexikos Zentralbank senkt Leitzins um 25 Basispunkte
Die mexikanische Notenbank hat ihren Leitzins in einer gespaltenen Entscheidung gesenkt. Sie teilte mit, dass die Senkung die letzte des aktuellen Lockerungszyklus sei. Der fünfköpfige Rat stimmte mit 3 zu 2 Stimmen dafür, das Ziel für den Tagesgeldsatz um 25 Basispunkte auf 6,50 Prozent zu senken. Dies ist ein Vierjahrestief. Die stellvertretenden Gouverneure Galia Borja und Jonathan Heath stimmten dafür, den Zinssatz bei 6,75 Prozent zu belassen.
US-Handelsgericht: Trumps neue weltweite Zölle "rechtlich unzulässig"
Ein US-Bundeshandelsgericht hat entschieden, dass US-Präsident Donald Trump nicht befugt war, neue weltweite Zölle zu erheben, nachdem eine vorherige Zollmaßnahme im Februar vom Obersten Gerichtshof der USA für ungültig erklärt worden war. Die Entscheidung des Court of International Trade machte Trumps Versuch zunichte, unter Berufung auf die Befugnisse gemäß Abschnitt 122 des US Trade Act einen neuen Zoll von 10 Prozent auf Waren aus praktisch allen Ländern zu erheben. Das Gericht erklärte in einem 2:1-Urteil, dass der neue Vorstoß des Präsidenten zur Einführung pauschaler Zölle nicht die im US-Handelsgesetz festgelegten Kriterien für die Zulässigkeit von Einfuhrzuschlägen erfülle. Folglich sei Trumps Proklamation "ungültig, und die gegen die Kläger verhängten Zölle sind rechtlich unzulässig".
Trump setzt EU Frist bis zum 4. Juli für Handelsabkommen
Die USA werden die Zölle auf europäische Autos laut US-Präsident Donald Trump diese Woche nicht erhöhen. Er erklärte auf Truth Social, er habe nach einem Telefonat mit Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen beschlossen, der EU mehr Zeit für die Umsetzung des Handelsabkommens mit den USA zu geben. Er setzte eine Frist bis zum 4. Juli. Trump hatte in der vergangenen Woche gedroht, die Zölle auf europäische Autos von 15 Prozent auf 25 Prozent zu erhöhen, da die EU nicht schnell genug handle, um ein Handelsabkommen umzusetzen, das er und von der Leyen im vergangenen Jahr unterzeichnet hatten.
USA und Iran beschießen sich an der Straße von Hormus
Der Iran hat nach Angaben des US-Militärs nahe der Straße von Hormus Angriffe auf US-Kriegsschiffe mit Raketen, Drohnen und Kleinbooten gestartet. Die USA hätten darauf reagiert, indem sie die Bedrohungen abfingen und die für die Angriffe verantwortlichen iranischen Militäranlagen attackierten. US-Präsident Donald Trump sagte, der Waffenstillstand mit dem Iran sei weiterhin in Kraft, und bezeichnete die jüngsten US-Angriffe auf das Land als "liebevollen Klaps". Derzeit arbeiten der Iran und die USA mit Vermittlern zusammen, um ein Rahmenpapier für die Wiederaufnahme von Verhandlungen zur Beendigung des Konflikts auszuarbeiten. Die Gespräche könnten nächste Woche in Pakistan beginnen.
Emirate fangen Raketen und Drohnen aus dem Iran ab
Die Vereinigten Arabischen Emirate reagieren nach Angaben des Verteidigungsministeriums auf Raketen- und Drohnenangriffe aus dem Iran. Die Luftverteidigungssysteme des Landes hätten die Geschosse abgefangen, teilte das Ministerium auf X mit. Die Angriffe umfassten ballistische Raketen, Marschflugkörper und Drohnen.
Ölpreis steigt wegen zunehmender Spannungen in der Straße von Hormus
Der Ölpreis steigt im frühen asiatischen Handel angesichts zunehmender Spannungen in der Straße von Hormus, einer wichtigen Wasserstraße, durch die normalerweise ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wird. Wie das WSJ unter Berufung auf eine Erklärung des US-Zentralkommandos berichtet, hat der Iran US-Kriegsschiffe in der Nähe der Meerenge mit Raketen, Drohnen und Kleinbooten angegriffen. Die USA hätten daraufhin die Bedrohungen abgefangen und die für die Angriffe verantwortlichen iranischen Militärstandorte attackiert. Der nächstfällige WTI-Kontrakt steigt um 2,0 Prozent auf 96,71 US-Dollar pro Barrel; der nächstfällige Brent-Kontrakt legt um 2,3 Prozent auf 102,32 US-Dollar pro Barrel zu.
Japans Lohnwachstum stark genug für Zinserhöhungen
Das Lohnwachstum in Japan hat sich im März zwar etwas abgeschwächt, scheint aber solide genug zu sein, um Zinserhöhungen zu rechtfertigen, sobald die Kriegsrisiken im Iran nachlassen, meint Marcel Thieliant von Capital Economics. Vorläufige Schätzungen haben gezeigt, dass sich das Wachstum der Bareinkommen der Arbeitnehmer gegenüber Februar in allen Kategorien verlangsamt hat. Das Wachstum der Grundgehälter habe sich zwar abgeschwächt, stelle aber erst den dritten Wert von mindestens 3 Prozent seit den frühen 1990er Jahren dar, so der Ökonom.
+++ Konjunkturdaten +++
US/Verbraucherkredite März plus 24,8 Mrd USD
US/Verbraucherkredite Feb revidiert plus 8,9 Mrd USD (vorl: plus 9,5 Mrd USD)
DJG/DJN/apo
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May 08, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
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