DJ MÄRKTE USA/Wall Street wieder auf Rekordkurs
DOW JONES--Die Wall Street nimmt ihren Rekordlauf am Freitag wieder auf - S&P-500 und Nasdaq marschieren Allzeithochs auf Schlusskursbasis entgegen. Die Abgaben vom Vortag werden somit wieder wettgemacht. Für Zuversicht sorgt, dass die USA offenbar um jeden Preis eine Friedensvereinbarung mit dem Iran finden wollen. US-Präsident Donald Trump bezeichnete wiederholt die Waffenruhe als intakt und nicht gebrochen, obwohl es wieder wechselseitige Scharmützel zwischen den Kriegsparteien gab.
Während der Dow-Jones-Index gegen Mittag US-Ostküstenzeit bei 49.618 Punkten stagniert, ziehen S&P-500 und Nasdaq-Composite um 0,8 bzw. 1,4 Prozent an. Positiv auf die Stimmung wirkt auch, dass laut einem US-Bundeshandelsgericht Trump nicht befugt war, neue weltweite Zölle zu erheben, nachdem eine vorherige Zollmaßnahme im Februar vom Obersten Gerichtshof der USA für ungültig erklärt worden war. Folglich sei Trumps Proklamation "ungültig, und die gegen die Kläger verhängten Zölle sind rechtlich unzulässig."
Sehr starke Arbeitsmarktdaten setzen derweil kaum Akzente. Die US-Wirtschaft hat im April sehr viel mehr neue Stellen geschaffen, als Ökonomen ihr zugetraut hatten. Die Arbeitslosenquote bleibt konstant bei 4,3 Prozent. Nicht nur stehen die US-Arbeitsmarktdaten derzeit nicht im Rampenlicht, die Lesung löst auch keinen Handlungsbedarf mit Blick auf die US-Notenbank aus. Am Markt wird derzeit erwartet, dass die Fed im laufenden Jahr stillhalten wird.
"Mit der erhöhten und steigenden Inflation würde die Fed unter normalen Umständen über Zinserhöhungen nachdenken. Stattdessen wird die Fed unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh voraussichtlich abwarten. Das bedeutet, dass die Geldpolitik de facto lockerer wird", urteilt Chefmarktstratege Sonu Varghese von Carson Group. Für eine Lockerung der Geldpolitik spricht auch die schwächer als gedacht ausgefallene Stimmung der US-Verbraucher im Mai, zumal die Inflationserwartungen der Konsumenten zurückgingen.
Am Anleihemarkt sinken die Renditen auf alle Fälle wieder - im Zehnjahresbereich um 3 Basispunkte auf 4,36 Prozent. Analystin Daniela Hathorn von Capital.com weist darauf hin, dass das Lohnwachstum auf Jahresbasis schwächer als erwartet ausgefallen sei. "Es reduziert die Dringlichkeit für die Fed, weiter zu straffen (...)", sagt Hathorn. Der Dollar-Index büßt mit nachgebenden Marktzinsen 0,2 Prozent ein.
Die Ölpreise legen mit den Schlagzeilen über Kampfhandlungen im Nahen Osten leicht an, Nordseeöl der Sorte Brent kostet aber weiter über 100 Dollar das Fass. Auf Wochensicht steuert der Ölpreis aber auf Verluste zu. Trump hatte die jüngsten militärischen Auseinandersetzungen zwischen iranischen und US-amerikanischen Streitkräften als "eine Lappalie" abgetan und erklärt hatte, dass der Waffenstillstand weiterhin in Kraft sei. Sinkende Marktzinsen und Dollar-Schwäche hieven die Feinunze Gold um 0,7 Prozent nach oben.
Am Aktienmarkt sorgt weiter die Berichtssaison für stärkere Impulse bei Einzelwerten. Coreweave hat den Verlust im ersten Quartal ausgeweitet und mitgeteilt, dass höhere Komponentenpreise die Investitionsausgaben in diesem Jahr erhöhen könnten. Der Cloud-Computing-Anbieter plant Investitionen über 31 bis 35 statt von 30 Milliarden Dollar. Die Aktie stürzt um 13,4 Prozent ab.
Cloudflare brechen um 23,5 Prozent ein. Das Cloud-Konnektivitätsunternehmen plant im Rahmen eines von künstlicher Intelligenz getriebenen Restrukturierungsplans rund 1.100 Arbeitsplätze abzubauen und spricht von einer Reaktion darauf, dass KI einen "Paradigmenwechsel" in der Softwarebranche auslöse. Das Unternehmen meldete zudem einen Quartalsgewinn und -umsatz, die besser als von der Wall Street erwartet ausfielen, und hob die Jahresprognose an.
Auch Upwork baut im Rahmen eines Restrukturierungsplans Arbeitsplätze ab, konkret fast ein Viertel. Auch die Marktplattform für freie Mitarbeiter verweist auf eine sich verändernde "Natur der Arbeit" durch den Fortschritt der KI-Technologie. Das Unternehmen senkte zudem seine Umsatzprognose. Die Aktie sackt um 21,6 Prozent ab.
Block hat die Jahresgewinnprognose angehoben, nachdem der Bruttogewinn im ersten Quartal gesteigert worden ist. Die Aktie des Fintech-Unternehmens wird 6,9 Prozent höher gehandelt. Akamai Technologies gab bekannt, im Rahmen einer siebenjährigen Vereinbarung im Wert von 1,8 Milliarden Dollar Cloud-Infrastruktur-Dienste für ein führendes KI-Labor bereitzustellen. Die Reaktion ist ein Kursfeuerwerk um 20,1 Prozent.
Trade Desk stürzen um 6,3 Prozent ab. Das Werbetechnologieunternehmen meldete für das erste Quartal schwächer als erwartet ausgefallene Gewinne und gab eine schwache Umsatzprognose ab. Einen Abschlag von 7 Prozent verbuchten Expedia nach Zahlenvorlage. Analysten sprechen von einer enttäuschenden Buchungsprognose des Reiseportals.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 49.618,49 +0,0 +21,52 49.910,59 S&P-500 7.396,77 +0,8 +59,66 7.365,12 NASDAQ Comp 26.175,55 +1,4 +369,36 25.806,20 NASDAQ 100 29.123,14 +2,0 +559,19 28.563,95 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 3,89 -0,03 3,92 3,89 5 Jahre 4,01 -0,03 4,04 4,02 10 Jahre 4,36 -0,03 4,39 4,37 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 13:50 EUR/USD 1,1773 +0,4 0,0048 1,1725 1,1695 EUR/JPY 184,44 +0,3 0,4700 183,97 183,8300 EUR/CHF 0,9149 0,0 0,0000 0,9149 0,9174 EUR/GBP 0,8641 -0,1 -0,0009 0,865 0,8636 USD/JPY 156,64 -0,2 -0,2700 156,91 157,1400 GBP/USD 1,3622 +0,5 0,0071 1,3551 1,3540 USD/CNY 6,8011 0,0 -0,0003 6,8014 6,8300 USD/CNH 6,7963 -0,2 -0,0116 6,8079 6,8278 AUS/USD 0,7242 +0,5 0,0033 0,7209 0,7176 Bitcoin/USD 79.819,33 -0,1 -49,95 79.869,28 78.806,24 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 95,70 +0,9 0,89 94,81 Brent/ICE 101,43 +1,4 1,37 100,06 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.717,18 +0,7 32,00 4.685,18 Silber 80,43 +2,5 1,96 78,48 Platin 2.039,03 +0,8 17,03 2.022,00 ===
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May 08, 2026 12:49 ET (16:49 GMT)
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