DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
FEIERTAGSHINWEIS
MONTAG: In Russland bleiben die Börsen wegen des nachgeholten Feiertags "Tag des Sieges" geschlossen.
TAGESTHEMA
Die Antwort des Iran auf den US-Vorschlag zur Beendigung des Krieges ist nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump inakzeptabel. "Ich habe gerade die Antwort der sogenannten 'Vertreter' des Iran gelesen. Sie gefällt mir nicht - Völlig inakzeptabel!", schrieb er am Sonntag in den sozialen Medien. Der Iran hatte dem Vermittler Pakistan formell eine Antwort auf den jüngsten US-Vorschlag übermittelt, die keine Zusagen bezüglich des Teheraner Atomprogramms enthält. Der iranische Staatssender Irib berichtete, der von Iran vorgeschlagene Text konzentriere sich auf die Beendigung der Kampfhandlungen an allen Fronten, insbesondere im Libanon. Zudem verlange Iran einen Stopp der US-Seeblockade, Garantien gegen weitere Angriffe sowie die Aufhebung der Sanktionen, einschließlich des US-Embargos für iranische Ölverkäufe. Einem Bericht des Wall Street Journal zufolge bot die Führung in Teheran an, einen Teil ihres hochangereicherten Urans zu verdünnen und den Rest in ein Drittland zu bringen. Iranische Staatsmedien berichteten aber, in der Antwort auf den US-Vorschlag spiele der Streit über das Atomprogramm keine Rolle.
AUSBLICK UNTERNEHMEN
HANNOVER RÜCK (07:30)
Nachfolgend die Konsensschätzungen für das erste Quartal (in Millionen Euro, Ausnahme Ergebnis je Aktie in Euro, Combined Ratio in Prozent):
PROG PROG PROG 1. QUARTAL 1Q26 ggVj Zahl 1Q25 Rückversicherungsumsatz (brutto) 7.101 +2% 16 6.970 Kapitalanlageergebnis 560 -3% 16 577 EBIT 993 +43% 16 697 Ergebnis nach Steuern/Dritten 721 +50% 16 481 Ergebnis je Aktie k.A. -- -- 3,98 Combined Ratio* 85,5 -- 16 93,9 * Schaden-Rückversicherung
AURUBIS (7:00)
Nachfolgend die Konsensschätzungen für das zweite Quartal (in Millionen Euro, Ergebnis je Aktie in Euro):
PROG PROG PROG 2. QUARTAL 2Q25/26 ggVj Zahl 2Q24/25 Umsatz 5.284 +6% 11 4.969 EBIT operativ 101 +1% 11 100 Ergebnis vor Steuern operativ 105 +6% 11 99 Ergebnis nach Steuern operativ 81 +7% 11 76 Ergebnis je Aktie operativ k.A. -- -- 1,73
GEA GROUP (7:30)
Nachfolgend die Konsensschätzungen für das erste Quartal (in Millionen Euro, Ergebnis je Aktie in Euro, Marge in Prozent):
PROG PROG PROG 1. QUARTAL 2026 1Q26 ggVj Zahl 1Q25 Auftragseingang 1.421 +0,5% 9 1.415 Umsatz 1.271 +1,0% 11 1.258 EBITDA* 205 +3,5% 11 198 EBITDA-Marge* 16,1 -- 11 15,8 Ergebnis nach Steuern/Dritten k.A. k.A. -- 107 Ergebnis je Aktie 0,63 +11% 6 0,57 * vor Restrukturierungsaufwand
Weitere Termine:
07:00 DE/K+S AG, ausführliches Ergebnis 1Q
07:00 DE/TKMS AG & Co. KGaA, Ergebnis 1H (09:30 PK)
07:10 DE/Hypoport SE, Ergebnis 1Q (10:00 Analysten- und Pressekonferenz)
07:30 DE/Gea Group AG, Ergebnis 1Q
07:30 DE/Adesso SE, Ergebnis 1Q
14:00 DE/Hochtief AG, Ergebnis 1Q
18:00 DE/Patrizia SE, Ergebnis 1Q
20:30 BG/Shelly Group SE, ausführliches Ergebnis 1Q
Im Laufe des Tages
- DE/SAP SE, Hausmesse Sapphire (bis 13.05.)
- IT/Banca Monte dei Paschi di Siena SpA (MPS), Ergebnis 1Q
DIVIDENDENABSCHLAG
(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)
Unternehmen Dividende Drägerwerk 2,21 EUR Sedlmayr Grund & Immobilien 29,00 EUR Villeroy & Boch 0,85 EUR AXA 2,32 EUR Schneider Electric c 4,20 EUR
AUSBLICK KONJUNKTUR
Keine wichtigen Daten angekündigt.
ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES
Aktuell:
zuletzt +/- %
DAX Futures 24.342,00 -0,1
E-Mini-Future S&P-500 7.414,50 -0,1
E-Mini-Future Nasdaq-100 29.350,25 +0,1
Topix (Tokio) 3.839,49 +0,3
Hang-Seng (Hongk.) 26.327,64 -0,3
Shanghai-Comp. 4.208,77 +0,7
Freitag:
INDEX zuletzt +/- %
DAX 24.338,63 -1,3
DAX-Future 24.452,00 -1,2
XDAX 24.393,82 +0,2
MDAX 31.181,06 -1,2
TecDAX 3.779,72 -0,4
SDAX 18.628,53 +0,2
Euro-Stoxx-50 5.911,53 -1,0
Stoxx-50 5.070,72 -0,9
Dow-Jones 49.609,16 +0,0
S&P-500 7.398,93 +0,8
Nasdaq Composite 26.247,08 +1,7
FINANZMÄRKTE
EUROPA
Ausblick: Die europäischen Aktienmärkte werden zum Start in die Woche knapp behauptet erwartet. Für steigende Ölpreise und damit einen Bremser für die Aktienkurse sorgt, dass US-Präsident Donald Trump die Antwort des Iran auf den US-Vorschlag zur Beendigung des Krieges als "inakzeptabel" bezeichnet hat. Laut Markstratege Chris Weston dürfte der Handel daneben auf das Treffen zwischen Chinas Präsident Xi Jinping und Donald Trump zum Ende der Woche in Peking blicken sowie auf Schlagzeilen. Ebenfalls im Fokus stünden US-Verbraucherpreisdaten am Dienstag.
Rückblick: Leichter - Steigende Ölpreise sorgten für Risikoscheu bei Aktien, nachdem es zwischen den USA und dem Iran erneut zu Kampfhandlungen gekommen war. Besser als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten für April spielten kaum eine Rolle. Weiter verkauft wurden in den vergangenen Monaten stark gestiegene Rüstungsaktien, wozu auch negative Analystenkommentare beitrugen. Rheinmetall gaben sogar 9,2 Prozent ab und belasteten als Schwergewicht auch den DAX. JP Morgan hatte die Einstufung der Aktie auf "Neutral" gesenkt, nachdem das Unternehmen tags zuvor endgültige Zahlen vorgelegt hatte, die schwach ausgefallen waren. uLeonardo büßten 3,2, BAE Systems 2,9 Prozent ein . IAG fielen um 2,8 Prozent, nachdem die Fluglinie die Jahresprognose gesenkt hatte. Lufthansa gaben um 2,8 und Air France-KLM um 3,9 Prozent nach.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Schwach - Commerzbank fielen nach dem Zahlenausweis und Maßnahmen der Bank zur Abwehr der Übernahmbegehrlichkeit der Unicredit um 3,9 Prozent ab - allerdings standen Aktien aus dem Bankensektor europaweit unter Druck. Für Infineon ging es gegen den Markt um 3,6 Prozent nach oben, auch weil Goldman Sachs das Kursziel erhöht hatte. Evonik wartete mit durchwachsenen Geschäftszahlen auf, gut kam die deutlich erhöhte Profitabilität an. Der Markt honorierte das mit 1,4 Prozent Plus. Bei Krones wurden die Zahlen zwar als ordentlich bezeichnet, die Aktie gab im negativen Gesamtmarkt dennoch um 1,1 Prozent nach. Überraschend gut ausgefallene Zahlen von Bechtle trieben den Kurs um 2,9 Prozent nach oben. Nach dem Zahlenausweis und einer Anhebung der Prognose gaben Aurubis um 3,2 Prozent nach. Die Anhebung sei "keine große Sache", hieß es aus dem Handel angesichts der gestiegenen Metallpreise. Hellofresh verloren nnach einer entzogenen Kaufempfehlung 4,7 Prozent.
XETRA-NACHBÖRSE
Thyssenkrupp Nucera wurden unverändert gesehen, nachdem das Wasserstoffunternehmen am Abend einen Auftragseingang über Erwarten und einen Umsatz und ein Ergebnis unter Erwarten mitgeteilt hatte. Viromed Medical wurden über 30 Prozent tiefer getaxt. Das Medizintechnikunternehmen verfehlte die Umsatzprognose im Geschäftsjahr 2025 deutlich.
USA - AKTIEN
Freundlich - S&P-500 und Nasdaq stiegen auf Allzeithochs auf Schlusskursbasis. Für Zuversicht sorgte, dass die USA offenbar um jeden Preis eine Friedensvereinbarung mit dem Iran finden wollen. US-Präsident Donald Trump bezeichnete wiederholt die Waffenruhe als intakt und nicht gebrochen, obwohl es wieder wechselseitige Scharmützel zwischen den Kriegsparteien gegeben hatte. Positiv wirkte auch, dass laut einem US-Bundeshandelsgericht Trump nicht befugt war, neue weltweite Zölle zu erheben, nachdem eine vorherige Zollmaßnahme im Februar vom Obersten Gerichtshof der USA für ungültig erklärt worden war. Besser als erwartet ausgefallene Arbeitsmarktdaten setzten derweil kaum Akzente. Apple stiegen um 2 Prozent, Intel schnellten um 13,9 Prozent nach oben. Beide Technologiekonzern haben offenbar eine vorläufige Vereinbarung getroffen, nach der Intel einen Teil der Chips für Apple-Geräte herstellen soll, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen erklärten. Cloudflare brachen um 23,6 Prozent ein. Das Cloud-Konnektivitätsunternehmen plant im Rahmen eines von KI getriebenen Restrukturierungsplans Arbeitsplätze abzubauen. Auch Upwork baut im Rahmen eines Restrukturierungsplans Arbeitsplätze abl. Die Aktie sackte um 16,9 Prozent ab. Einen Abschlag von 9 Prozent verbuchten Expedia nach Zahlenvorlage. Analysten sprachen von einer enttäuschenden Buchungsprognose.
USA - ANLEIHEN
US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 3,89 -0,03 3,95 3,87 5 Jahre 4,01 -0,03 4,06 3,99 10 Jahre 4,36 -0,03 4,39 4,35
Die Renditen sanken und glichen den Anstieg vom Vortag wieder aus. Zwar fielen die US-Arbeitsmarktdaten besser als erwartet aus, allerdings entwickelten sich die Lohndaten zugleich günstig. Analystin Daniela Hathorn von Capital.com wies darauf hin, dass das Lohnwachstum auf Jahresbasis schwächer als erwartet ausgefallen sei, was die Dringlichkeit für die US-Notenbank reduziere, die Zinsen zu erhöhen.
DEVISENMARKT
zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 18:16 EUR/USD 1,1751 -0,3 -0,0033 1,1784 1,1775 EUR/JPY 184,64 +0,0 0,0100 184,6300 184,4700 EUR/CHF 0,9157 +0,1 0,0007 0,9150 0,9150 EUR/GBP 0,8648 +0,1 0,0005 0,8643 0,8641 USD/JPY 157,09 +0,3 0,4400 156,6500 156,6400 GBP/USD 1,3583 -0,4 -0,0049 1,3632 1,3623 USD/CNY 6,7954 -0,1 -0,0051 6,8005 6,8011 USD/CNH 6,7918 -0,1 -0,0032 6,7950 6,7965 AUS/USD 0,723 -0,2 -0,0014 0,7244 0,7241 Bitcoin/USD 80.924,41 +0,3 245,10 80.679,31 79.944,80
Der Dollar bewegte sich wenig, der Dollarindex büßte 0,1 Prozent ein.
ROHSTOFFE
METALLE
zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.673,62 -0,9 -40,79 4.714,41 Silber 80,39 +0,1 0,07 80,32 Platin 2.034,68 -1,0 -20,67 2.055,35
Gesunkene Marktzinsen stützten den Goldpreis, die Feinunze verteuerte sich um 0,8 Prozent.
ÖL
zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 100,02 +4,8 4,60 95,42 Brent/ICE 105,57 +4,2 4,28 101,29
Die Ölpreise legten im US-Handel vor dem Hintergrund von Kampfhandlungen im Nahen Osten leicht zu, Nordseeöl der Sorte Brent stieg um 1 Prozent auf 101,07 Dollar. Trump hatte die jüngsten militärischen Auseinandersetzungen zwischen iranischen und US-amerikanischen Streitkräften als "Lappalie" abgetan und erklärt, der Waffenstillstand sei weiterhin in Kraft.
Im asiatisch dominierten Geschäft am Montag geht es kräftig nach oben, Brent legt um über 4 Prozent zu auf rund 105,70 Dollar. Der Markt reagiert damit darauf, dass US-Präsident Trump die Antwort des Iran auf den US-Vorschlag zur Beendigung des Krieges als inakzeptabel bezeichnet hat.
MELDUNGEN SEIT FREITAG 17.30 UHR
CHINA - Außenhandel
Das Wachstum der chinesischen Exporte hat sich im April nach einer Verlangsamung im März wieder beschleunigt. Die Ausfuhren legten um 14,1 Prozent zum Vorjahr zu nach 2,5 Prozent im Vormonat. Ökonomen hatten mit einem Plus von 8,0 Prozent gerechnet. Die Importe stiegen um 25,3 Prozent nach einem Anstieg um 27,8 Prozent im März. Hier hatten die Ökonomen einen Anstieg um 16 Prozent prognostiziert.
CHINA - Inflation
Die Erzeugerpreise in China sind im April wegen der weltweit hohen Energiepreise den zweiten Monat in Folge gestiegen - im Jahresvergleich um 2,8 Prozent und damit stärker als von Volkswirten mit 1,7 Prozent erwartet. Die Verbraucherpreise stiegen im April um 1,2 Prozent, stärker als mit 0,8 Prozent erwartet.
AURUBIS
Nachfolgend die Zweitquartalszahlen (in Millionen Euro, je Aktie in Euro):
BERICHTET 2. QUARTAL 2Q25/26 ggVj 2Q24/25 Umsatz 6.036 +21% 4.969 EBIT operativ 118 +18% 100 Ergebnis vor Steuern operativ 121 +22% 99 Ergebnis nach Steuern operativ 94 +24% 76 Ergebnis je Aktie operativ 2,15 +24% 1,73
TKMS
Nachfolgend die Halbjahreszahlen (in Millionen Euro):
BERICHTET 1H 1H25/26 ggVj 1H24/25 Auftragseingang 3.409 -39% 5.597 Umsatz 1.168 +10% 1.060 EBIT bereinigt 60 +13% 53 EBIT-Marge bereinigt 5,1 -- 5,0 Freier Cashflow -72 -- 756
TKMS hat bei starkem Umsatzwachstum im zweiten Quartal die Marge verbessert und sieht sich auf Kurs, die im Februar angehobene Jahresprognose zu erreichen. Finanzchef Paul Glaser sagte bei Vorstellung der Halbjahreszahlen, angesichts des hohen Auftragsbestands habe dessen effiziente Abarbeitung "höchste Priorität". Im Gesamtjahr 2025/26 peilt die seit Oktober börsennotierte Thyssenkrupp-Tochter weiterhin eine bereinigte EBIT-Marge von mehr als 6 Prozent und ein Umsatzwachstum zwischen 2 und 5 Prozent an. Um die hohe Nachfrage nach Marineschiffen und U-Booten auch bedienen zu können, prüft TKMS seit kurzem, seine Projekte auch beim spanischen Marineschiffbaukonzern Navantia zu bauen. Die Gespräche mit der Kieler Nachbarwerft German Naval Yards, die TKMS gerne übernehmen würde, werden "weiterhin ergebnisoffen geführt".
THYSSENKRUPP NUCERA
hat den Betriebsverlust im zweiten Quartal 2025/26 ausgeweitet. Bei dem Wasserstoffexperten liegt der Auftragseingang auf Basis vorläufiger Zahlen über der Erwartung und dem Vorjahreswert, Umsatz und Ergebnis aber darunter. Der Konzernumsatz erreichte 50 (Vorjahr: 216) Millionen Euro. Das EBIT lag bei minus 65 Millionen Euro nach einem Vorjahresverlust von 4 Millionen. Nucera hält an der Prognose für das Geschäftsjahr fest.
HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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May 11, 2026 01:35 ET (05:35 GMT)
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