DJ MÄRKTE EUROPA/DAX schwach - Berichtssaison setzt Akzente
DOW JONES--An den europäischen Aktienmärkten geht es am Dienstag nach unten. Die Schwankungen sind weiterhin hoch, doch immerhin kann sich der DAX noch über der 24.000er-Marke halten. Für Zurückhaltung sorgt zum einen der Stillstand im Nahost-Konflikt. Im Iran-Krieg scheint die Waffenruhe brüchig und bei der wichtigen Frage, wie es mit der Straße von Hormus weitergeht, gibt es keine Bewegung. Zum anderen stehen am Nachmittag die Preisdaten aus den USA an, die das Potenzial haben, die Zinserwartungen zu bewegen. Britische Anleihen sowie das Pfund stehen mit der dortigen politischen Krise unter Druck. Der DAX gibt um 1,1 Prozent nach auf 24.093 Punkte, der Euro-Stoxx-50 büßt 1 ,1Prozent ein auf 5.835 Punkte. Bei den Ölpreisen geht es für Brent um weitere 3,3 Prozent nach oben auf 107,65 Dollar.
in Großbritannien steht Premierminister Keir Starmer unter massivem Rücktrittsdruck. Für Marktstratege Neil Wilson von Pepperstone scheint es mittlerweile unvermeidlich, dass Starmer entweder sofort zurücktritt oder einen Zeitplan für seinen Abgang in den kommenden Monaten festlegt. Die Situation sei hochdynamisch; es werde vermutet, dass die heutige Kabinettssitzung bereits sein Ende einläuten könnte. Die Volatilität bei britischen Staatsanleihen (Gilts) und dem Pfund Sterling hält an. Die Rendite der 30-jährigen Anleihen steigt um 10 Basispunkte und erreichte fast das 28-Jahres-Hoch der vergangenen Woche bei 5,8 Prozent. Wilson schließt einen massiven Ausverkauf bei langlaufenden Gilts nicht aus, falls sich die Lage zu einem offenen Machtkampf ausweitet - die politischen, fiskalischen und inflationären Risiken würden dadurch steigen. Auch die deutschen Bundesanleihen stehen in Folge unter Druck, bei 10-jährigen Bundesanleihen geht es um 4 Basispunkte auf 3,08 Prozent nach oben.
Bayer top - Munich Re enttäuscht
Unternehmensseitig nimmt die Berichtssaison noch einmal Fahrt auf. Der Tagesfavorit im DAX sind Bayer mit einem Plus von 5,7 Prozent. Das Unternehmen hat im Auftaktquartal anders als vom Markt erwartet deutlich mehr verdient. Das um Sondereinflüsse bereinigte operative Ergebnis kletterte um 9 Prozent auf 4,45 Milliarden Euro. Analysten hatten nur mit 3,93 Milliarden gerechnet. Angetrieben wurde das Ergebnis vom Agrargeschäft.
Am Ende im DAX rangieren - ebenfalls nach Vorlage von Quartalszahlen - Munich Re mit einem Minus von 4,8 Prozent. Der Rückversicherer profitierte zwar von einem geringeren Großschadensaufkommen und einem guten Ergebnis in der Kapitalanlage; der Gewinn legte aber dennoch nicht ganz so stark zu, wie Analysten geschätzt hatten. Dazu bestätigte Munich Re den Ausblick.
Siemens Energy, und damit ein weiteres DAX-Schwergewicht, geben um 2,8 Prozent nach. Der Energietechnikkonzern hat endgültige Zahlen präsentiert, die keine Überraschungen brachten. Hier dürfte belasten, dass der Windturbinenhersteller Siemens Gamesa die für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 angekündigte Gewinnschwelle wohl nicht schon im nächsten Quartal erreicht. Zuletzt seien die Aufträge im Windenergiegeschäft wieder etwas schleppender hereingekommen.
Thyssenkrupp verlieren 2,3 Prozent, das Unternehmen hat bei einem leichten Umsatzrückgang im zweiten Quartal das operative Ergebnis deutlich verbessert und die Markterwartungen übertroffen. Unter dem Strich steht aber ein Verlust. Dazu bestätigte Thyssenkrupp den Ausblick und rechnet weiter mit einem Jahresverlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro.
Jenoptik machen einen Sprung um 12 Prozent. Das Unternehmen hat im ersten Quartal einen hohen Auftragseingang erzielt und die Erwartungen des Marktes sowohl beim Umsatz als auch Gewinn teils deutlich übertroffen. Ionos steigen 7,6 Prozent. Ionos hat im ersten Quartal einstellige Wachstumsraten beim operativen Gewinn und Umsatz verzeichnet und die Zahl der Kunden deutlicher als im Vorjahr ausgebaut. Die operative Gewinnmarge sank leicht, dies begründete der Webhosting-Anbieter mit höheren Marketingaufwendungen im Quartal im Vorjahresvergleich.
Für die "Mutter" geht es um 2,1 Prozent nach oben, United Internet hat im ersten Quartal Umsatz, die Zahl der Kunden und den operativen Gewinn EBITDA leicht gesteigert. Elmos Semiconductor verlieren 7,5 Prozent. Hier drückt, dass zwei Großaktionäre Aktien platziert haben.
In London geht es für Vodafone um 6,7 Prozent abwärts. Trotz einer Rückkehr in die Gewinnzone läuft es bei dem Telekomunternehmen in Deutschland nicht rund. Bei Imperial Brands (+1,4%) ging der Vorsteuergewinn nach unten, vor allem wegen hoher Rechts- und Verwaltungskosten. Viel besser als erwartet entwickelte sich aber der Umsatz mit E-Zigaretten.
Nicht gut kommen die Geschäftszahlen von Prosus an, der Kurs sackt um 8,8 Prozent ab. Für die Verluste sorgt laut einem Marktteilnehmer die Ankündigung, die Investments in die Online-Essens-Plattform iFood deutlich hochzufahren.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 5.835,48 -1,0 -59,97 5.895,45 0,8 Stoxx-50 5.039,06 -0,7 -35,79 5.074,85 2,5 DAX 24.093,12 -1,1 -257,16 24.350,28 -1,6 MDAX 31.192,46 -0,8 -256,30 27.039,42 1,9 TecDAX 3.737,34 -0,8 -29,02 3.091,28 3,2 SDAX 18.308,89 -1,3 -247,18 13.062,07 6,6 FTSE 10.220,87 -0,5 -48,56 10.269,43 2,9 CAC 8.007,11 -0,6 -49,27 8.056,38 -1,7 SMI 13.109,60 +0,1 8,27 13.101,33 -1,2 ATX 5.896,68 -0,7 -39,80 5.936,48 10,7 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 17:01 EUR/USD 1,1742 -0,3 -0,0040 1,1782 1,1780 EUR/JPY 185 -0,1 -0,2500 185,25 184,9600 EUR/CHF 0,917 +0,0 0,0004 0,9166 0,9154 EUR/GBP 0,8673 +0,2 0,0019 0,8654 0,8634 USD/JPY 157,55 +0,3 0,3900 157,16 157,0000 GBP/USD 1,3536 -0,5 -0,0071 1,3607 1,3638 USD/CNY 6,792 -0,0 -0,0028 6,7948 6,7948 USD/CNH 6,7929 +0,0 0,0018 6,7911 6,7908 AUS/USD 0,7225 -0,3 -0,0022 0,7247 0,7252 Bitcoin/USD 80.548,60 -1,5 -1.254,57 81.803,17 80.857,28 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 101,35 +3,3 3,28 98,07 Brent/ICE 107,65 +3,3 3,44 104,21 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.695,37 -0,8 -38,72 4.734,09 Silber 83,37 -3,2 -2,71 86,09 Platin 2.074,55 -2,7 -56,83 2.131,38 ===
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May 12, 2026 07:36 ET (11:36 GMT)
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