DJ MÄRKTE EUROPA/DAX schwach - Berichtssaison setzt Akzente
DOW JONES--An den europäischen Aktienmärkten ging es am Dienstag deutlich nach unten. Die Schwankungen waren erneut hoch, am späten Handel rutschte der DAX unter die 24.000er-Marke. Für Zurückhaltung sorgte zum Einen der Stillstand im Nahost-Konflikt. Im Iran-Krieg scheint die Waffenruhe brüchig und bei der wichtigen Frage, wie es mit der Straße von Hormus weitergeht, gibt es keine Bewegung. Britische Anleihen sowie das Pfund standen mit der dortigen politischen Krise unter Druck. Die US-Verbraucherpreise zogen deutlich an, trafen aber die Erwartungen, was die US-Notenbank hawkischer stimmen dürfte. Der DAX gab um 1,6 Prozent nach auf 24.955 Punkte, der Euro-Stoxx-50 büßte 1,5 Prozent ein auf 5.808 Pun kte. Bei den Ölpreisen ging es für Brent um weitere 3,3 Prozent nach oben auf 107,66 Dollar.
In Großbritannien steht Premierminister Keir Starmer unter massivem Rücktrittsdruck. Für Marktstratege Neil Wilson von Pepperstone scheint es mittlerweile unvermeidlich, dass Starmer entweder sofort zurücktritt oder einen Zeitplan für seinen Abgang in den kommenden Monaten festlegt. Die Situation sei hochdynamisch; es werde vermutet, dass die heutige Kabinettssitzung bereits sein Ende einläuten könnte. Die Volatilität bei britischen Staatsanleihen und dem Pfund hielt an. Die Rendite der 30-jährigen Anleihen stieg um 9 Basispunkte und erreichte fast das 28-Jahres-Hoch der vergangenen Woche bei 5,80 Prozent. Wilson schließt einen massiven Ausverkauf bei langlaufenden Anleihen nicht aus, falls sich die Lage zu einem offenen Machtkampf ausweitet - die politischen, fiskalischen und inflationären Risiken würden dadurch steigen. Auch die deutschen Bundesanleihen standen in der Folge unter Druck, bei 10-jährigen Bundesanleihen ging es um 5 Basispunkte auf 3,09 Prozent nach oben.
Bayer top - Munich Re enttäuscht
Unternehmensseitig lieferte die Berichtssaison Impulse für die Einzelwerte. Tagesgewinner im DAX waren Bayer mit Plus 3,7 Prozent. Das Unternehmen hat im Auftaktquartal anders als vom Markt erwartet deutlich mehr verdient. Angetrieben wurde das Ergebnis vom starken Agrargeschäft.
Tagesverlierer im DAX waren - ebenfalls nach Vorlage von Quartalszahlen - Munich Re mit einem Minus von 6,1 Prozent. Der Rückversicherer profitierte zwar von einem geringeren Großschadensaufkommen und einem guten Ergebnis in der Kapitalanlage; der Gewinn legte aber dennoch nicht ganz so stark zu, wie Analysten geschätzt hatten.
Siemens Energy, und damit ein weiteres DAX-Schwergewicht, gaben um 5,1 Prozent nach. Hier belastete, dass der Windturbinenhersteller Siemens Gamesa die für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 angekündigte Gewinnschwelle wohl nicht schon im nächsten Quartal erreicht.
Thyssenkrupp verloren 3,9 Prozent. Das Unternehmen hat bei einem leichten Umsatzrückgang im zweiten Quartal das operative Ergebnis deutlich verbessert und die Markterwartungen übertroffen. Unter dem Strich steht aber ein Verlust.
Jenoptik machten einen Sprung um 7,8 Prozent. Das Unternehmen hat im ersten Quartal einen hohen Auftragseingang erzielt und die Erwartungen des Marktes sowohl beim Umsatz als auch Gewinn teils deutlich übertroffen. Ionos stiegen um 9,6 Prozent. Ionos hat im ersten Quartal einstellige Wachstumsraten beim operativen Gewinn und Umsatz verzeichnet und die Zahl der Kunden deutlicher als im Vorjahr ausgebaut. Die operative Gewinnmarge sank leicht, dies begründete der Webhosting-Anbieter mit höheren Marketingaufwendungen im Quartal im Vorjahresvergleich.
Für die "Mutter" ging es um 4,8 Prozent nach oben, United Internet hat im ersten Quartal Umsatz, die Zahl der Kunden und den operativen Gewinn EBITDA leicht gesteigert. Carl Zeiss Meditec schlossen nach Zahlen 12,4 Prozent im Plus, Analysten sprachen mit Blick auf geplante Einsparungen von einer Trendwende. Elmos Semiconductor verloren 11,7 Prozent. Hier drückte, dass zwei Großaktionäre Aktien platziert haben.
In London verloren Vodafone 7 Prozent. Trotz einer Rückkehr in die Gewinnzone läuft es bei dem Telekom-Unternehmen in Deutschland nicht rund. Bei Imperial Brands (+3,8%) ging der Vorsteuergewinn nach unten, vor allem wegen hoher Rechts- und Verwaltungskosten. Viel besser als erwartet entwickelte sich aber der Umsatz mit E-Zigaretten.
Nicht gut kamen die Geschäftszahlen von Prosus an, der Kurs sackte um 6,3 Prozent ab. Für die Verluste sorgt laut einem Marktteilnehmer die Ankündigung, die Investments in die Online-Essens-Plattform iFood deutlich hochzufahren.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 5.808,45 -1,5 -87,00 5.895,45 0,3 Stoxx-50 5.035,66 -0,8 -39,19 5.074,85 2,3 DAX 23.954,93 -1,6 -395,35 24.350,28 -2,1 MDAX 31.010,38 -1,4 -438,38 27.039,42 1,3 TecDAX 3.709,45 -1,5 -56,91 3.091,28 2,6 SDAX 18.097,33 -2,5 -458,74 13.062,07 5,4 FTSE 10.265,32 -0,0 -4,11 10.269,43 3,2 CAC 7.979,92 -1,0 -76,46 8.056,38 -2,1 SMI 13.119,53 +0,1 18,20 13.101,33 -1,1 ATX 5.848,98 -1,5 -87,50 5.936,48 9,9 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 17:01 EUR/USD 1,1734 -0,4 -0,0048 1,1782 1,1780 EUR/JPY 185,06 -0,1 -0,1900 185,25 184,9600 EUR/CHF 0,9171 +0,1 0,0005 0,9166 0,9154 EUR/GBP 0,8672 +0,2 0,0018 0,8654 0,8634 USD/JPY 157,71 +0,4 0,5500 157,16 157,0000 GBP/USD 1,353 -0,6 -0,0077 1,3607 1,3638 USD/CNY 6,792 -0,0 -0,0028 6,7948 6,7948 USD/CNH 6,794 +0,0 0,0029 6,7911 6,7908 AUS/USD 0,7224 -0,3 -0,0023 0,7247 0,7252 Bitcoin/USD 80.369,78 -1,8 -1.433,39 81.803,17 80.857,28 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 101,51 +3,5 3,44 98,07 Brent/ICE 107,66 +3,3 3,45 104,21 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.670,46 -1,3 -63,63 4.734,09 Silber 84,48 -1,9 -1,61 86,09 Platin 2.096,73 -1,6 -34,65 2.131,38 ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/thl/ros
(END) Dow Jones Newswires
May 12, 2026 12:10 ET (16:10 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
